KI-Blog erstellen: so entsteht ein Firmenblog, der sich selbst schreibt

Stand 22. Oktober 2026 · 4 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Ein KI-Blog entsteht in sieben Schritten: Leser und Ziel festlegen, Themen aus echten Suchanfragen ziehen, Schreibregeln als Briefing fixieren, Beiträge erstellen lassen, jeden Text prüfen und freigeben, über die Website-Anbindung veröffentlichen und die Wirkung messen. Automatisieren lassen sich Themenfindung, Entwurf, Veröffentlichung und Verteilung. Fakten zur eigenen Firma, Preise und die Freigabe bleiben beim Menschen.

Ein Firmenblog, der sich selbst schreibt, ist kein Knopf, den man drückt. Er ist ein Ablauf aus sieben Schritten, von denen vier eine Maschine übernehmen kann und drei beim Unternehmen bleiben. Wer die Reihenfolge einhält, bekommt einen Blog, der jede Woche einen brauchbaren Beitrag liefert. Wer den Ablauf überspringt und nur Texte generieren lässt, bekommt eine Website voller austauschbarer Artikel.

Schritt 1: Leser und Ziel festlegen

Bevor ein Thema gewählt wird, muss klar sein, für wen der Blog schreibt. Für einen Sanitärbetrieb in Weinfelden sind das Hauseigentümer mit einer Wärmepumpenfrage, nicht andere Installateure. Halten Sie drei Dinge schriftlich fest: wer liest, welche Entscheidung die Person gerade vorbereitet und was der Blog nach dem Lesen auslösen soll (Anruf, Offertenanfrage, Terminbuchung). Diese drei Sätze steuern später jedes Briefing.

Schritt 2: Themen aus echten Suchanfragen ziehen

Ein KI-Blog lebt davon, dass die Themen aus dem Markt kommen und nicht aus dem Kopf der Geschäftsleitung. Quellen sind die Google-Vorschläge beim Eintippen, der Block «Weitere Fragen» in den Suchergebnissen, die Search Console der eigenen Website und die Fragen, die am Telefon kommen. Eine ausführliche Sammlung finden Sie unter Blogthemen finden. Das Ergebnis dieses Schritts ist eine Liste von Fragen, keine Liste von Stichwörtern.

Schritt 3: Schreibregeln als Briefing festhalten

Hier entscheidet sich die Qualität. Ein Sprachmodell schreibt so, wie es angewiesen wird. Ohne Briefing liefert es Hochdeutsch mit Eszett, Du statt Sie, erfundene Leistungen und Floskeln. Das Briefing enthält mindestens:

  • Anrede (Du oder Sie) und Schreibweise (Schweizer Hochdeutsch, ss statt Eszett)
  • Region und Einzugsgebiet
  • die tatsächlichen Leistungen des Betriebs, auch die, die er nicht anbietet
  • Tabu-Wörter und Formulierungen, die nicht vorkommen dürfen
  • Länge, Aufbau mit Zwischentiteln, FAQ-Abschnitt

Einmal geschrieben, gilt das Briefing für alle Beiträge und wird nur noch nachgeschärft.

Schritt 4: Beiträge erstellen lassen

Jetzt erst kommt die KI ins Spiel. Pro Thema entsteht ein Entwurf mit Zwischentiteln, einer Antwort in den ersten Sätzen, einem FAQ-Abschnitt und Links auf bestehende Seiten der Website. Ob Sie das mit ChatGPT von Hand, mit einem Schreibtool oder mit einem Blogsystem machen, ändert am Ablauf nichts, nur an der Zeit, die Sie pro Beitrag aufwenden. Der Unterschied zwischen den Werkzeugklassen ist unter KI-Schreibtool oder Blogsystem beschrieben.

Schritt 5: Prüfen und freigeben

Kein Beitrag geht ungelesen online. Geprüft werden Fakten über die eigene Firma, Zahlen, Preise, Namen, die Anrede und ob der Text etwas verspricht, das der Betrieb nicht hält. Bei einem guten Entwurf dauert das fünf bis zehn Minuten, bei einem schlechten länger als das Selberschreiben. Eine Prüfliste in zwölf Punkten steht unter KI-Blogbeiträge prüfen. Die Freigabe per Klick oder Mail ist der Moment, in dem der Mensch die Verantwortung übernimmt.

Schritt 6: Veröffentlichen über die Anbindung

Der freigegebene Text soll ohne Copy-paste in der Website landen. Bei WordPress geht das über die REST-API, bei Wix über die Wix-API, bei Shopify in den Shop-Blog. Wer kein System mit Blogfunktion hat, nutzt einen gehosteten Blog, der per Proxy unter der eigenen Domain erscheint. Welche Anbindung passt, hängt von der bestehenden Website ab, nicht vom Blog.

Schritt 7: Wirkung messen und nachsteuern

Nach sechs bis acht Wochen zeigt die Search Console erste Impressionen für neue Suchbegriffe. Daraus entstehen die nächsten Themen: Beiträge mit Impressionen, aber ohne Klicks brauchen einen besseren Titel. Suchbegriffe, für die noch kein Beitrag existiert, kommen in den Plan. Ab hier dreht sich der Ablauf von selbst.

Was sich automatisieren lässt und was nicht

SchrittAutomatisierbarWas beim Menschen bleibt
Leser und ZielNeinDie Entscheidung, wen der Blog erreichen soll
ThemenfindungWeitgehendStreichen von Themen, die der Betrieb nicht anbietet
BriefingNein, einmalig von HandAnrede, Leistungen, Tabu-Wörter, Region
TexterstellungJaNichts, solange das Briefing stimmt
Prüfung und FreigabeNeinFakten, Preise, Versprechen, Tonfall
VeröffentlichungJaNichts bei funktionierender Anbindung
Verteilung auf Social MediaJaAuswahl der Kanäle
MessungTeilweiseSchlüsse aus den Zahlen ziehen

Die ehrliche Bilanz: Zwei der sieben Schritte brauchen einmal Aufwand (Ziel und Briefing), einer braucht jede Woche ein paar Minuten (Freigabe). Der Rest läuft.

Wo der Mensch nicht ersetzbar ist

Drei Dinge weiss keine KI: was Ihr Betrieb wirklich anbietet, was es kostet und welches Projekt Sie letzte Woche abgeschlossen haben. Alles, was ein Beitrag darüber behauptet, muss aus Ihrem Briefing oder aus Ihrer Freigabe stammen. Google bewertet Inhalte nicht danach, ob eine KI sie geschrieben hat, sondern danach, ob sie hilfreich sind. Was das im Detail heisst, steht unter Wird KI-Text von Google abgestraft?. Hilfreich wird ein Beitrag erst durch das, was nur Sie wissen.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Eine Schreinerei mit drei Mitarbeitenden legt fest: Leser sind Eigentümer, die eine Küche oder einen Einbauschrank planen. Aus den Google-Vorschlägen kommen zwölf Fragen, etwa «Was kostet eine Küche vom Schreiner» oder «Einbauschrank unter Dachschräge». Das Briefing legt die Sie-Anrede, die Region Thurgau und die drei Holzarten fest, mit denen der Betrieb arbeitet. Ein Blogsystem wie BlogPilot erstellt daraus pro Woche einen Beitrag, der Inhaber liest ihn am Montag in fünf Minuten, klickt auf Freigeben, und der Text erscheint in der WordPress-Website. Der Betrieb investiert damit rund eine Stunde pro Monat, nicht zehn.

Häufige Fragen

Brauche ich technische Kenntnisse, um einen KI-Blog zu erstellen?

Für den laufenden Betrieb nicht. Die Anbindung an WordPress, Wix oder Shopify wird einmal eingerichtet, danach erscheinen freigegebene Beiträge ohne Copy-paste in der Website. Wer kein System mit Blogfunktion hat, kann einen gehosteten Blog unter der eigenen Domain nutzen.

Wie lange dauert es, bis ein KI-Blog etwas bringt?

Erfahrungswerte aus der Praxis: erste Bewegung in den Rankings nach sechs bis acht Wochen, spürbar mehr Anfragen meist ab dem vierten Monat. Das ist kein Versprechen, sondern ein Richtwert. Wie schnell es geht, hängt von Branche, Wettbewerb und der bestehenden Website ab.

Kann ich den Blog ohne Freigabe laufen lassen?

Technisch ja, viele Systeme bieten eine automatische Veröffentlichung mit Stoppmöglichkeit. Sinnvoll ist das erst, wenn das Briefing über mehrere Wochen bewiesen hat, dass keine falschen Angaben mehr durchrutschen. Am Anfang sollte jeder Beitrag gelesen werden.

Was passiert, wenn die KI etwas Falsches über meine Firma schreibt?

Genau dafür gibt es die Freigabe. Taucht ein Fehler auf, korrigieren Sie nicht nur den Beitrag, sondern auch das Briefing, damit derselbe Fehler nicht nächste Woche wieder entsteht. Die meisten Falschangaben entstehen, weil das Briefing die Leistungen des Betriebs nicht vollständig nennt.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

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