KI-Blogbeiträge prüfen: die Checkliste vor der Freigabe

Stand 22. Oktober 2026 · 4 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Einen KI-Text prüfen Sie in zwölf Punkten: Antwort im ersten Absatz, Fakten über den Betrieb, Zahlen und Quellen, Preise, Anrede, Schweizer Schreibweise, Floskeln, Satzzeichen, Versprechen, interne Links, FAQ-Abschnitt und Titel. Die Prüfung dauert bei einem guten Entwurf wenige Minuten und findet die typischen KI-Fehler: erfundene Leistungen, deutsche Schreibweise, wechselnde Anrede und Zahlen ohne Beleg. Was durchfällt, wird im Briefing korrigiert, nicht nur im Text.

Ein KI-Text ist schnell geschrieben und ebenso schnell falsch. Die Fehler sind selten Rechtschreibfehler, sondern Aussagen, die plausibel klingen und nicht stimmen: eine Leistung, die der Betrieb nicht anbietet, ein Preis in Euro, eine Studie, die es nicht gibt. Diese Checkliste geht in zwölf Punkten durch, was vor der Freigabe geprüft werden muss, und zeigt bei jedem Punkt, wie der typische Fehler aussieht.

Die zwölf Prüfpunkte

1. Beantwortet der erste Absatz die Frage im Titel?

Lesen Sie Titel und ersten Absatz, sonst nichts. Wenn der Absatz erklärt, warum das Thema wichtig ist, statt die Frage zu beantworten, fällt der Beitrag durch. Typischer Fehler: «Eine Wärmepumpe ist eine zukunftssichere Investition» statt «Eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet in der Regel …».

2. Stimmen die Aussagen über den Betrieb?

Leistungen, Öffnungszeiten, Einzugsgebiet, Team, Zertifikate. Alles, was der Text über Ihr Unternehmen behauptet, muss stimmen. Typischer Fehler: Der Text verspricht einen 24-Stunden-Notdienst, den es nicht gibt.

3. Hat jede Zahl eine Quelle oder eine Kennzeichnung?

Zahlen ohne Herkunft werden gestrichen oder als Beispielrechnung markiert. Typischer Fehler: «Laut Studien sparen Hausbesitzer bis zu 40 Prozent.» Welche Studie? Keine.

4. Sind Preise richtig und in der richtigen Währung?

Sprachmodelle übernehmen gern deutsche Preisniveaus in Euro. Jeder Preis wird gegen Ihre Preisliste geprüft oder in eine Spanne mit Kennzeichnung umgewandelt.

5. Ist die Anrede durchgehend gleich?

Suchen Sie im Text nach «du», «dein», «Sie», «Ihr». Typischer Fehler: Haupttext in Sie, FAQ-Abschnitt in Du. Welche Anrede zum Betrieb passt, behandelt Du oder Sie im Firmenblog.

6. Schweizer Schreibweise?

Kein Eszett, Velo statt Fahrrad, Parkplatz statt Stellplatz, CHF statt Euro, Apostroph als Tausendertrenner. Die häufigsten Abweichungen listet Schweizer Hochdeutsch im Blog.

7. Floskeln gestrichen?

«In der heutigen Zeit», «tauchen wir ein», Aufzählungen in Dreiergruppen, «ganzheitlich», «massgeschneidert». Eine Liste mit Ersatzformulierungen gibt es unter KI-Floskeln erkennen.

8. Satzzeichen?

Gedankenstriche als Satzzeichen sind das deutlichste Erkennungsmerkmal eines unbearbeiteten KI-Texts. Ersetzen durch Komma, Punkt oder Doppelpunkt. Anführungszeichen als Guillemets «so».

9. Verspricht der Text etwas, das Sie nicht halten?

Garantien, Fristen, Ergebnisse: «Wir sind innert 30 Minuten vor Ort», «garantiert ohne Folgekosten». Alles, was im Streitfall gegen Sie verwendet werden könnte, wird abgeschwächt oder gestrichen.

Klicken Sie jeden Link an. Typischer Fehler: Links auf Seiten, die es nicht gibt, oder generische Links auf die Startseite. Wie interne Links sinnvoll gesetzt werden, zeigt Interne Verlinkung.

11. Stellt der FAQ-Abschnitt echte Rückfragen?

Die FAQ dürfen den Haupttext nicht wiederholen. Gute FAQ beantworten, was ein Kunde nach dem Lesen noch fragen würde. Typischer Fehler: «Was ist eine Wärmepumpe?» am Ende eines Beitrags, der das längst erklärt hat.

12. Passt der Titel zur Suchabsicht?

Der Titel muss die Frage enthalten, die jemand googelt, nicht eine Marketingzeile. «Wärmepumpe im Altbau: was es kostet und worauf es ankommt» statt «Ihr Weg in eine nachhaltige Zukunft».

Typische KI-Fehler auf einen Blick

FehlerBeispiel aus dem EntwurfKorrektur
Erfundene Leistung«Wir übernehmen auch die Baubewilligung für Sie»Streichen, Briefing um Nicht-Leistungen ergänzen
Zahl ohne Beleg«Studien belegen eine Ersparnis von 35 Prozent»Streichen oder «Beispielrechnung: …»
Deutsche Schreibweise«Der Umbau kostet 2.500 Euro»«Der Umbau kostet rund CHF 2’500»
Anrede wechselt«Sie sparen …» und später «Du solltest …»Einheitlich, im Briefing festlegen
Leere Einleitung«In einer Welt, die sich ständig wandelt …»Erster Satz ist die Antwort
Garantie«Garantiert die günstigste Lösung»«In vielen Fällen die günstigere Lösung»
Toter LinkLink auf /leistungen/waermepumpe/, Seite existiert nichtAuf bestehende Seite verlinken

Was nach der Prüfung passiert

Jeder Fehler, der bei der Prüfung auffällt, hat zwei Adressen: den Text und das Briefing. Wer nur den Text korrigiert, findet denselben Fehler nächste Woche wieder. Wer das Briefing ergänzt (etwa: «Wir bieten keine Baubewilligungen an», «Preise immer in CHF mit Apostroph»), senkt den Prüfaufwand von Beitrag zu Beitrag. Nach ein paar Wochen bleibt von den zwölf Punkten meist nur noch die Faktenprüfung übrig, und die dauert drei Minuten. Wie die Freigabe im Ablauf eines Betriebs organisiert wird, ohne dass sie am Montagmorgen liegen bleibt, beschreibt Freigabe im Blogprozess.

Häufige Fragen

Wie lange sollte die Prüfung eines KI-Beitrags dauern?

Bei einem Entwurf aus einem sauberen Briefing wenige Minuten für die zwölf Punkte. Dauert die Prüfung regelmässig länger als zwanzig Minuten, liegt das Problem nicht im Text, sondern im Briefing. Dann lohnt es sich, dort nachzubessern statt jeden Beitrag einzeln zu flicken.

Muss ich jeden KI-Beitrag vollständig lesen?

Am Anfang ja, mindestens die ersten zehn bis zwanzig Beiträge. Danach kennen Sie die Schwachstellen Ihres Briefings und können gezielt prüfen: Fakten, Zahlen, Anrede und der erste Absatz. Stichproben beim Rest sind vertretbar, wenn über Wochen nichts mehr auffällt.

Was tun, wenn die KI eine Zahl nennt, die ich nicht belegen kann?

Streichen oder als Beispielrechnung umformulieren. «Studien zeigen» ohne Quelle gehört nicht auf eine Firmenwebsite. Wenn Sie die Zahl aus eigener Erfahrung kennen, schreiben Sie das so: «In unseren Projekten liegt der Anteil meist bei …».

Kann ich die Prüfung selbst an eine KI delegieren?

Teilweise. Eine zweite KI kann Schreibweise, Anrede, Floskeln und Satzzeichen zuverlässig finden. Was sie nicht kann: prüfen, ob die Leistungen, Preise und Projekte stimmen, weil sie Ihren Betrieb genauso wenig kennt wie die erste. Diese Punkte bleiben bei Ihnen.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

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