Blogartikel mit KI schreiben: der Arbeitsablauf, der auch für Google funktioniert

Stand 22. Oktober 2026 · 4 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Ein Blogartikel mit KI funktioniert für Google, wenn er eine Suchabsicht beantwortet, die Antwort vorne steht, Fakten aus dem Betrieb stammen und der Text ohne Floskeln in der Sprache des Unternehmens geschrieben ist. Dafür braucht es ein Briefing mit Anrede, Region, Leistungen und Tabu-Wörtern, einen Entwurf mit Zwischentiteln und FAQ sowie eine Prüfung vor der Veröffentlichung. Google bewertet nicht die Produktionsmethode, sondern die Nützlichkeit.

Wie man ChatGPT bedient, steht in vielen Anleitungen, etwa in unserem Beitrag Blogbeiträge mit KI schreiben in sieben Schritten. Diese Seite behandelt das, was zwischen den Schritten entscheidet: welche Qualität ein Beitrag haben muss, damit Google und Leser ihn ernst nehmen, wie ein Briefing aussieht, das diese Qualität erzeugt, und welche Fehler in der Praxis am häufigsten durchrutschen.

Was Google von einem KI-Artikel erwartet

Google hat im Februar 2023 öffentlich festgehalten, dass Inhalte nach ihrer Qualität bewertet werden, unabhängig davon, ob ein Mensch oder eine Maschine sie erstellt hat. Massgebend sind die Kriterien für hilfreiche Inhalte: Erfahrung, Fachwissen, Verlässlichkeit, und ob die Seite für Menschen geschrieben wurde statt für die Suchmaschine. Ob KI-Texte abgestraft werden, beantwortet die Seite Wird KI-Text von Google abgestraft? ausführlich. Für den Arbeitsablauf heisst das: Nicht die Herkunft des Textes ist das Risiko, sondern ein Text ohne Substanz.

Fünf Qualitätskriterien, die Google und Leser teilen

  1. Die Antwort steht vorne. Wer «Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus» sucht, will im ersten Absatz eine Spanne, keine Einleitung über den Klimawandel.
  2. Der Text weiss etwas, das nur dieser Betrieb weiss. Ein Projektbeispiel, ein regionaler Hinweis, ein Preis, eine Erfahrung aus dem Alltag. Das ist der Teil, den kein Modell liefern kann.
  3. Zahlen sind belegt oder als Beispiel gekennzeichnet. «Beispielrechnung» ist erlaubt, eine erfundene Statistik nicht.
  4. Eine Suchabsicht pro Artikel. Ein Beitrag, der Kosten, Ablauf und Förderung gleichzeitig abhandelt, bedient keine der drei Fragen richtig.
  5. Die Sprache passt zum Betrieb. Sie oder Du, Schweizer Hochdeutsch, keine Floskeln, keine Marketingsprache, die der Inhaber am Telefon nie benutzen würde.

Das Briefing: sechs Felder, die reichen

Ein Briefing ist die Anweisung, die vor jedem Entwurf steht. Für den Alltag genügen sechs Felder: Zielgruppe, die konkrete Frage, Anrede, Region, die Leistungen des Betriebs (und was er nicht anbietet) sowie Tabu-Wörter. Die vollständige Vorlage mit ausgefülltem Beispiel steht unter Briefing für KI-Texte. Wer das Briefing einmal sauber schreibt, nutzt es für jeden weiteren Artikel und ändert nur noch die Frage.

Der Ablauf in vier Blöcken

BlockWas passiertWer
BriefingFrage, Zielgruppe, Regeln festlegenMensch, einmalig plus Frage pro Artikel
EntwurfText mit Zwischentiteln, Antwort vorne, FAQ, interne LinksKI
AnreicherungProjektbeispiel, Preis, regionaler Hinweis ergänzenMensch, wenige Sätze
PrüfungFakten, Anrede, Schreibweise, Floskeln, LinksMensch

Der dritte Block ist der, den die meisten überspringen. Er macht aus einem korrekten Text einen Text, der aus Ihrem Betrieb kommt. Zwei bis drei Sätze reichen: «In einem Reihenhaus in Amriswil haben wir letztes Jahr …» oder «Im Thurgau gilt für solche Anlagen …». Die KI kann diese Sätze nicht schreiben, weil sie den Betrieb nicht kennt.

Prüfliste vor der Veröffentlichung

Die Kurzfassung für den Alltag, die ausführliche Liste in zwölf Punkten finden Sie unter KI-Blogbeiträge prüfen:

  • Beantwortet der erste Absatz die Frage aus dem Titel?
  • Stimmen alle Aussagen über Leistungen, Preise und Region?
  • Ist jede Zahl belegt oder als Beispiel gekennzeichnet?
  • Anrede durchgehend gleich, kein Eszett, keine Gedankenstriche als Satzzeichen?
  • Enthält der Text mindestens einen Satz, der nur von Ihrem Betrieb stammen kann?
  • Führen die internen Links auf bestehende Seiten?
  • Hat der FAQ-Abschnitt echte Rückfragen statt Wiederholungen?

Für die Feinarbeit an Titel, Meta-Description und Zwischentiteln gibt es eine eigene Prüfliste unter Blogartikel für Google optimieren.

Typische Fehler und woran sie auffallen

FehlerWoran Sie ihn erkennenBehebung
Erfundene LeistungText nennt ein Angebot, das es im Betrieb nicht gibtBriefing um «Wir bieten nicht an» ergänzen
Deutsche SchreibweiseEszett, «Fahrrad» statt «Velo», Preise in EuroSchweizer Hochdeutsch im Briefing festlegen
Anrede wechseltErster Absatz Sie, FAQ plötzlich DuAnrede explizit nennen, bei der Prüfung gezielt suchen
Einleitung ohne AntwortErster Absatz erklärt, warum das Thema wichtig istAntwort in den ersten drei Sätzen verlangen
Floskeln«In der heutigen Zeit», Aufzählungen in DreiergruppenTabu-Wörter ins Briefing, Liste unter KI-Floskeln erkennen
Drei Themen in einem TextZwischentitel springen zwischen Kosten, Ablauf, FörderungPro Artikel eine Frage, Rest in eigene Beiträge
Allgemeine Zahlen«Studien zeigen», «bis zu 40 Prozent» ohne QuelleStreichen oder als Beispielrechnung umformulieren

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Malerbetrieb will einen Artikel zur Frage «Was kostet es, eine Wohnung streichen zu lassen». Ohne Briefing liefert die KI eine Einleitung über die Bedeutung frischer Farben, deutsche Quadratmeterpreise in Euro und den Rat, mehrere Offerten einzuholen. Mit Briefing (Sie-Anrede, Region Ostschweiz, Preise als Beispielrechnung pro Zimmer, Tabu-Wort «hochwertig») entsteht ein Entwurf, der im ersten Absatz eine Spanne nennt, in der Tabelle die Faktoren aufführt und im FAQ die Frage nach Abdeckarbeiten beantwortet. Der Inhaber ergänzt zwei Sätze zu einem Projekt in Arbon und gibt frei. Der Unterschied liegt nicht im Werkzeug, sondern im Briefing und in den zwei Sätzen.

Häufige Fragen

Muss ich den KI-Text stark umschreiben, damit er bei Google funktioniert?

Nicht umschreiben, sondern anreichern. Google braucht keinen anderen Satzbau, sondern Inhalte, die ohne Ihren Betrieb nicht entstehen könnten: Preise, Beispiele aus Projekten, regionale Besonderheiten. Diese Stellen ergänzen Sie, den Rest lassen Sie stehen, wenn das Briefing gut war.

Reicht ChatGPT allein, um regelmässig Blogartikel zu schreiben?

Für einzelne Beiträge ja. Für einen wöchentlichen Rhythmus über Monate wird der Aufwand pro Beitrag zum Problem: Briefing einfügen, Entwurf prüfen, formatieren, in die Website kopieren, Bild suchen, teilen. Ab etwa einem Beitrag pro Woche lohnt sich ein Ablauf, der diese Schritte zusammenfasst.

Woran merke ich, dass ein KI-Artikel die falsche Suchabsicht bedient?

Googeln Sie die Frage, die der Artikel beantworten soll, und schauen Sie die ersten fünf Treffer an. Sind das Ratgeber und Ihr Artikel ist eine Produktseite, oder umgekehrt, passt die Absicht nicht. Ein zweites Zeichen: Der Artikel beantwortet drei Fragen halb statt eine ganz.

Wie lang soll ein mit KI geschriebener Blogartikel sein?

So lang wie die Antwort braucht. Für eine konkrete Kundenfrage sind 600 bis 1'000 Wörter ein guter Rahmen, weil darin Antwort, Beispiel, Tabelle und FAQ Platz haben. Künstlich verlängerte Texte fallen bei der Prüfung durch Wiederholungen auf.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

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