In der Google Search Console zeigt der Leistungsbericht pro Adresse, über welche Suchanfragen ein Blogbeitrag gefunden wurde, wie oft er angezeigt und angeklickt wurde und auf welcher Position er stand. Dafür filtern Sie den Bericht auf die Adresse des Beitrags oder auf das Blog-Verzeichnis. Eine monatliche Auswertung dieser Zahlen zeigt, welche Beiträge Besucher bringen und welche nachgebessert werden sollten.
Ein Blog ohne Auswertung ist wie ein Schaufenster ohne Blick auf die Strasse: Sie wissen nicht, wer stehen bleibt. Die Google Search Console beantwortet die eine Frage, die für einen Firmenblog zählt: Welcher Beitrag bringt über welche Suchanfragen tatsächlich Besucher? Diese Seite zeigt, wo diese Zahlen stehen, wie Sie sie pro Beitrag lesen und was eine monatliche Auswertung in 20 Minuten leistet.
Voraussetzung: der Blog ist Teil einer verifizierten Property
Die Search Console zeigt nur Daten für Adressen, deren Inhaberschaft Sie nachgewiesen haben. Wie das geht, steht in der Anleitung Google Search Console einrichten und lesen. Für den Blog ist ein Punkt wichtig: Liegt er unter firma.ch/blog/, ist er in der Property von firma.ch automatisch enthalten. Liegt er unter blog.firma.ch, brauchen Sie entweder eine Domain-Property (umfasst alle Subdomains) oder eine zweite URL-Präfix-Property für die Subdomain. Ein gehosteter Blog, der per Proxy unter der eigenen Domain eingebunden ist, verhält sich wie ein Verzeichnis und braucht nichts Zusätzliches.
Der Bericht pro Beitrag
Der Leistungsbericht (im Menü «Leistung», dann «Suchergebnisse») ist der Ort, an dem Sie die meiste Zeit verbringen werden. So kommen Sie zu den Zahlen eines einzelnen Beitrags:
- Zeitraum oben auf «Letzte 3 Monate» stellen; kürzere Zeiträume sind bei kleinen Blogs zu dünn.
- Auf «Neu» neben dem Filter klicken und «Seite» wählen.
- Die Adresse des Beitrags einfügen, zum Beispiel firma.ch/blog/massivholzkueche-kosten/.
- Alle vier Kennzahlen aktivieren: Klicks, Impressionen, CTR, Position.
- Unten auf den Reiter «Suchanfragen» wechseln.
Die vier Kennzahlen bedeuten für einen Blogbeitrag Folgendes:
| Kennzahl | Was sie sagt | Woran Sie erkennen, dass etwas zu tun ist |
|---|---|---|
| Impressionen | Wie oft der Beitrag in Suchergebnissen angezeigt wurde | Viele Impressionen, wenig Klicks: Titel oder Beschreibung überzeugen nicht |
| Klicks | Wie oft jemand den Beitrag angeklickt hat | Klicks sinken über Monate: Beitrag veraltet oder Konkurrenz hat aufgeholt |
| CTR | Anteil der Klicks an den Impressionen | Unter dem Durchschnitt Ihrer anderen Beiträge: Titel überarbeiten |
| Position | Durchschnittliche Platzierung | Position 5 bis 15: Beitrag ist nah an Seite 1, Aktualisierung lohnt sich |
Die Position ist ein Durchschnitt über alle Suchanfragen und alle Anzeigen, daher kann ein Beitrag für eine Anfrage auf Platz 2 stehen und für eine andere auf 40. Der Reiter «Suchanfragen» löst das auf.
Suchanfragen je Seite: hier liegen die Themen
Im Reiter «Suchanfragen» sehen Sie, mit welchen Wörtern Menschen den Beitrag gefunden haben. Das ist die wertvollste Liste im ganzen Werkzeug, weil sie drei Dinge verrät, die kein Planungswerkzeug liefert:
- Unerwartete Fragen. Der Beitrag einer Garage zu Winterreifen taucht bei «Winterreifen Pflicht Schweiz» auf, obwohl das nur ein Nebensatz war. Das ist ein eigener Beitrag wert.
- Fast-Treffer. Anfragen mit vielen Impressionen und Position 8 bis 20 sind die Themen, bei denen ein Absatz mehr oder ein präziserer Zwischentitel den Sprung auf Seite 1 bringen kann.
- Falsche Treffer. Der Beitrag erscheint bei Anfragen, die nichts mit Ihrem Angebot zu tun haben. Das ist meist harmlos, kostet aber CTR, weil niemand klickt.
Für die Beiträge mit Position 5 bis 15 ist die Seite alte Blogbeiträge aktualisieren der nächste Schritt. Für Beiträge mit vielen Impressionen und schwacher CTR hilft die Anleitung zu Seitentitel und Meta-Description.
Google anonymisiert seltene Anfragen; die Summe der angezeigten Suchanfragen ist deshalb kleiner als die Gesamtzahl der Klicks. Das ist dokumentiert und kein Fehler Ihrer Einrichtung.
Den ganzen Blog auf einen Blick
Statt einer einzelnen Adresse können Sie beim Filter «Seite» die Option «URLs mit» wählen und /blog/ eingeben. Dann zeigt der Bericht alle Beiträge zusammen. Der Reiter «Seiten» sortiert sie nach Klicks, und genau diese Liste beantwortet die Ausgangsfrage: Oben stehen die Beiträge, die Besucher bringen.
Der Vergleich zweier Zeiträume (Schaltfläche «Vergleichen» beim Datum) zeigt, ob der Blog wächst. Bei einem neuen Blog ist das in den ersten zwei Monaten meist ernüchternd; erste Bewegung in den Rankings ist nach Erfahrungswerten ab der sechsten bis achten Woche zu sehen. Was dann noch nicht gefunden wird, hat meist eine der Ursachen, die unter Warum wird mein Blogbeitrag bei Google nicht gefunden? beschrieben sind.
Was ein Dashboard daraus holen kann
Die Search Console bietet eine Schnittstelle, über die Werkzeuge mit Ihrer Erlaubnis dieselben Daten abrufen. Viele Blog- und SEO-Werkzeuge zeigen deshalb Klicks und Suchbegriffe direkt in ihrer Oberfläche. Das Dashboard von BlogPilot zeigt Lesezahlen und die Suchbegriffe, über die Beiträge gefunden werden; für die volle Tiefe mit CTR, Position pro Anfrage und Zeitraumvergleich bleibt die Search Console selbst der richtige Ort. Ein Dashboard ersetzt den monatlichen Blick in den Leistungsbericht nicht, es macht ihn nur seltener nötig.
Die monatliche Auswertung in 20 Minuten
Mehr als einmal im Monat lohnt sich der Blick bei einem KMU-Blog nicht; die Zahlen schwanken von Tag zu Tag zu stark. Einmal im Monat dagegen sollte dieser Ablauf fest im Kalender stehen:
| Schritt | Wo | Was Sie daraus machen |
|---|---|---|
| Top 5 Beiträge nach Klicks | Reiter «Seiten», Filter /blog/ | Themen dieser Beiträge im Redaktionsplan vertiefen |
| Beiträge mit Position 5 bis 15 | Reiter «Seiten», nach Position sortieren | Einen davon in diesem Monat aktualisieren |
| Anfragen mit über 100 Impressionen, die noch keinen eigenen Beitrag haben | Reiter «Suchanfragen», Filter /blog/ | Als neues Thema in den Plan aufnehmen |
| Beitrag mit dem stärksten Klickrückgang gegenüber dem Vormonat | Vergleich der Zeiträume | Prüfen, ob der Inhalt veraltet ist |
| Fehler im Bericht «Seiten» (Indexierung) | Menü «Indexierung», «Seiten» | Beiträge mit Status «Nicht indexiert» anschauen |
Ein konstruiertes Beispiel aus einem Treuhandbüro: Im Oktober zeigt die Auswertung, dass der Beitrag zur Quellensteuer bei «Quellensteuer Rückerstattung Thurgau» auf Position 11 steht, mit 340 Impressionen und 4 Klicks. Das Büro ergänzt einen Abschnitt mit den konkreten Fristen des Kantons und einem Zwischentitel, der die Anfrage aufgreift. Ob das reicht, zeigt die Auswertung im Dezember; eine Garantie gibt es nicht, aber die Chance ist bei Position 11 deutlich höher als bei einem neuen Beitrag.
Wer die Zahlen monatlich in ein Tabellenblatt überträgt (Datum, Beitrag, Klicks, Impressionen, Position), hat nach einem Jahr die ehrlichste Antwort auf die Frage, ob der Blog sich lohnt: nicht in Gefühlen, sondern in einer Kurve pro Beitrag.
Häufige Fragen
Warum zeigt die Search Console für einen neuen Beitrag noch keine Daten?
Die Daten im Leistungsbericht erscheinen mit rund zwei Tagen Verzögerung, und ein neuer Beitrag braucht zuerst eine Indexierung. Erst wenn Google die Seite in den Index aufgenommen hat und sie bei Suchen erscheint, entstehen Impressionen. Bei einem frischen Blog kann das einige Tage bis wenige Wochen dauern.
Was ist der Unterschied zwischen Search Console und Google Analytics für den Blog?
Die Search Console zeigt, was vor dem Klick passiert: Suchanfragen, Impressionen, Position. Analytics oder ein anderes Statistikwerkzeug zeigt, was nach dem Klick passiert: Verweildauer, weitere Seiten, Anfragen. Für die Frage, welcher Beitrag über Google gefunden wird, ist die Search Console die richtige Quelle.
Muss der Blog eine eigene Property haben, wenn er auf einer Subdomain liegt?
Eine Domain-Property umfasst alle Subdomains und beide Protokolle, dort sehen Sie den Blog zusammen mit der restlichen Website. Eine URL-Präfix-Property gilt nur für die genaue Adresse. Liegt der Blog unter blog.firma.ch und Sie haben nur firma.ch als URL-Präfix eingerichtet, fehlt er im Bericht.
Wie lange bewahrt die Search Console die Daten auf?
Der Leistungsbericht hält nach Angaben von Google bis zu 16 Monate Daten vor. Wer längere Zeitreihen will, exportiert die Zahlen monatlich in ein Tabellenblatt. Das ist auch für den Vergleich eines Beitrags über zwei Jahre nötig.