Shopify hat einen eingebauten Blog, und über die Admin-API kann ein externes System Artikel darin anlegen und veröffentlichen. Dafür braucht es die Shop-Domain (ihr-shop.myshopify.com) und ein Zugriffstoken einer eigenen App mit Schreibrecht auf Inhalte. Die Beiträge erscheinen unter /blogs/ im Design Ihres Themes und verlinken intern auf Produkte und Kategorien, was den Ratgeber zum Verkaufsweg macht. Grenzen setzt Shopify bei URL-Struktur, Kategorien und Zusatzfunktionen des Blogs.
Fast jeder Shopify-Shop hat einen Blog, und fast jeder davon heisst «News» und enthält zwei Beiträge aus dem Gründungsjahr. Das ist schade, weil der Blog in einem Shop eine Aufgabe hat, die keine Produktseite erfüllen kann: Er fängt die Leute ab, die noch nicht wissen, welches Produkt sie brauchen.
Warum ein Shop-Blog anders funktioniert als ein Firmenblog
Ein Dienstleister bloggt, damit jemand anruft. Ein Shop bloggt, damit jemand von der Frage zur Produktseite kommt. Das Muster ist immer gleich: Jemand sucht «welche Sicherheitsschuhe für Dachdecker», liest einen Ratgeber, der die Frage beantwortet, und klickt am Ende auf die Kategorie mit genau diesen Schuhen. Der Ratgeber ersetzt das Beratungsgespräch, das im Laden stattfinden würde.
Daraus folgt, was ein guter Shop-Beitrag braucht: eine echte Frage als Titel, eine ehrliche Antwort, und ein bis drei Links auf Produkte oder Kategorien, die zur Antwort passen. Welche Themen das für einen Online-Shop sind, beschreibt der Beitrag Blog für Online-Shops.
Wie die Anbindung an Shopify funktioniert
Shopify stellt eine Admin-API bereit, über die externe Systeme mit dem Shop arbeiten. Blogs und Artikel sind darin eigene Ressourcen. Ein Blogsystem legt über diesen Weg Artikel an, setzt Titel, Text, Autor, Tags und Bild, und veröffentlicht sie oder lässt sie als Entwurf stehen. Für die Verbindung braucht es zwei Angaben:
- Die Shop-Domain in der Form
ihr-shop.myshopify.com. Sie bleibt auch dann gültig, wenn der Shop unter einer eigenen Domain läuft. - Ein Zugriffstoken. Im Shopify-Admin legen Sie unter den Einstellungen für Apps eine eigene App an, erteilen ihr den Zugriffsbereich für das Schreiben von Inhalten und erhalten ein Token. Dieses Token wird im Blogsystem hinterlegt. Es gilt nur für Ihren Shop und lässt sich jederzeit zurückziehen.
Dazu kommt die Wahl des Blogs. Shopify erlaubt mehrere Blogs pro Shop, und die automatischen Beiträge gehören in einen davon, idealerweise in einen mit sprechendem Namen wie «Ratgeber» statt in «News».
Was Sie vorbereiten
- Entscheiden Sie, welcher Blog die Ratgeberbeiträge bekommt, und legen Sie ihn bei Bedarf an.
- Erstellen Sie die eigene App mit Schreibrecht auf Inhalte und kopieren Sie das Zugriffstoken.
- Benennen Sie die Kategorien und Produkte, auf die Beiträge verlinken dürfen. Eine Liste mit zehn bis zwanzig Zielseiten reicht für den Anfang.
- Prüfen Sie, wie Ihr Theme Blogartikel darstellt: Titelbild, Autor, Datum, Tags. Das lässt sich im Theme-Editor anpassen.
Was im Shopify-Blog ankommt
| Element | Wo es in Shopify landet |
|---|---|
| Titel | Artikeltitel |
| Text mit Zwischentiteln, FAQ, Produktlinks | Artikelinhalt als HTML, dargestellt vom Theme |
| Zusammenfassung | Auszug, den viele Themes in der Blogübersicht zeigen |
| Titelbild | Artikelbild |
| Tags | Tags des Artikels, über die Shopify filtert |
| Adresse | /blogs/blogname/beitragsname, aus dem Titel abgeleitet |
| Status | Entwurf oder veröffentlicht, nach Ihrer Freigabe |
Interne Links zu Produkten: der eigentliche Hebel
Ein Ratgeber ohne Link zur Kategorie ist ein Beitrag ohne Ausgang. Deshalb werden Produkt- und Kategorielinks bei der Einrichtung festgelegt und bei jedem Beitrag passend gesetzt. Drei Regeln haben sich bewährt:
- Der Link steht dort, wo die Antwort fällt. Wenn der Beitrag erklärt, dass Dachdecker Schuhe der Klasse S3 brauchen, folgt der Link zur Kategorie genau an dieser Stelle, nicht erst im letzten Absatz.
- Der Ankertext sagt, was kommt. «Sicherheitsschuhe S3 im Shop» statt «hier klicken».
- Nicht mehr als drei Ziele pro Beitrag. Sonst wird aus dem Ratgeber ein Katalog.
Wie interne Links Seiten untereinander stärken, erklärt der Beitrag zur internen Verlinkung.
Ein Beispiel aus der Praxis
Wie das aussieht, wenn es läuft, zeigt der Online-Shop für Berufsbekleidung work-wear24.ch aus Baar ZG: Mit einem Beitrag pro Woche steht der Shop bei Google auf Platz 1 für «Berufsbekleidung Baar», und ChatGPT empfiehlt das Geschäft als erste Adresse der Region. Die Beiträge beantworten Fragen rund um Arbeitskleidung und führen zu den passenden Kategorien. Die Details stehen in der Fallstudie zu work-wear24.
Wo der Shopify-Blog Grenzen hat
Shopify ist ein Shopsystem, kein Blogsystem. Das merkt man an einigen Stellen, und es ist besser, sie vorher zu kennen:
| Grenze | Was das bedeutet |
|---|---|
| Feste URL-Struktur | Beiträge liegen immer unter /blogs/blogname/. Ein Pfad wie /ratgeber/ direkt unter der Domain ist nicht vorgesehen |
| Nur Tags, keine Kategorien | Shopify kennt im Blog keine Kategorienhierarchie. Struktur entsteht über Tags oder über mehrere Blogs |
| Darstellung hängt am Theme | Ob verwandte Beiträge, Inhaltsverzeichnis oder FAQ-Auszeichnung erscheinen, bestimmt das Theme, nicht Shopify |
| Kommentare einfach gehalten | Die Kommentarfunktion ist vorhanden, aber schlicht. Für die meisten Shops reicht das |
Für einen Ratgeber, der zu Produkten führen soll, sind das keine Hindernisse. Wer einen umfangreichen Wissensbereich mit hunderten Beiträgen und eigener Struktur plant, sollte die Grenzen kennen und im Zweifel einen gehosteten Blog auf einer Subdomain prüfen.
Freigabe und Rhythmus
Bei BlogPilot wird jeder Beitrag vor der Übergabe an Shopify freigegeben, per Mail oder Klick, oder nach Wahl automatisch veröffentlicht mit der Möglichkeit, jederzeit zu stoppen. Für einen Shop hat sich ein Beitrag pro Woche als Einstieg bewährt, bei grossem Sortiment zwei bis drei. Wer seinen Shop nicht mit Shopify betreibt, findet den Weg über die WordPress-Anbindung, etwa bei WooCommerce, oder über die Entscheidungshilfe zu allen Anbindungen.
Häufige Fragen
Brauche ich eine App aus dem Shopify App Store?
Nein. Sie legen im Shopify-Admin eine eigene App an, die nur für Ihren Shop gilt, und erteilen ihr das Recht, Inhalte zu schreiben. Das erzeugt ein Zugriffstoken, das im Blogsystem hinterlegt wird. Eine App aus dem Store mit eigenem Abo ist dafür nicht nötig.
Kann ich mehrere Blogs in Shopify haben, etwa Ratgeber und News?
Ja, Shopify erlaubt mehrere Blogs pro Shop, jeder mit eigener Adresse unter /blogs/. Bei der Einrichtung legen Sie fest, in welchen Blog die automatischen Beiträge gehen. Für Ratgeber empfiehlt sich ein eigener Blog mit sprechendem Namen statt des Standards «News».
Wie kommen die Links zu meinen Produkten in den Beitrag?
Das Blogsystem kennt Ihre Produkt- und Kategorieseiten und setzt passende Links in den Text, etwa vom Ratgeber über Sicherheitsschuhe zur entsprechenden Kategorie. Welche Seiten verlinkt werden dürfen, bestimmen Sie bei der Einrichtung. Bei der Freigabe sehen Sie jeden Link, bevor der Beitrag online geht.
Was ist mit mehrsprachigen Shops?
Der Shopify-Blog ist pro Sprache ein eigener Inhalt, und die Übersetzung läuft über die Sprachfunktionen von Shopify oder eine Übersetzungs-App. Automatische Beiträge kommen in der Sprache an, in der sie geschrieben wurden. Für einen französischen Ratgeber braucht es deshalb eine eigene Vereinbarung.