Blog auf der eigenen Domain, Subdomain oder extern: was Google bevorzugt

Stand 22. Oktober 2026 · 4 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Für die Sichtbarkeit ist ein Blog im Unterverzeichnis (firma.ch/blog/) die sicherste Wahl: Jeder Beitrag stärkt direkt die Domain, auf der auch Ihre Angebote liegen. Eine Subdomain (blog.firma.ch) funktioniert ebenfalls, Google kann sie aber als eigenständigen Bereich behandeln. Eine fremde Plattform wie Medium oder LinkedIn-Artikel baut Sichtbarkeit für die Plattform auf, nicht für Sie. Eine offizielle Empfehlung von Google für eine der Varianten gibt es nicht.

Die Frage kommt in fast jedem Projekt: Soll der Blog unter firma.ch/blog/ liegen, unter blog.firma.ch oder gleich auf einer Plattform, die das Bloggen schon kann? Technisch sind alle drei Wege einfach. Für die Sichtbarkeit sind sie es nicht, und die Entscheidung lässt sich später nur mit Aufwand korrigieren.

Die drei Varianten im Überblick

UnterverzeichnisSubdomainExterne Plattform
Adressefirma.ch/blog/blog.firma.chmedium.com/@firma, LinkedIn-Artikel, firma-blog.ch
Wer profitiertIhre HauptdomainTeilweise Ihre Domain, teilweise die Subdomain als eigener BereichDie Plattform
TechnikBlog im selben System oder per Proxy eingebundenDNS-Eintrag auf einen anderen ServerKonto bei der Plattform
KontrolleVollständigVollständigDesign, Werbung, Regeln und Fortbestand bestimmt die Plattform
Typischer FallWordPress-Website mit Blog, Shop mit Ratgeber, gehosteter Blog per ProxyBaukasten ohne Proxy-Möglichkeit, technisch getrennter BlogErste Gehversuche, Zweitveröffentlichung

Was Google dazu sagt

Google hat zu dieser Frage keine offizielle Empfehlung veröffentlicht. In den Hilfeseiten zur URL-Struktur empfiehlt Google eine einfache, logische Struktur mit sprechenden Adressen, ohne sich zwischen Subdomain und Verzeichnis zu entscheiden. Mitarbeitende von Google haben in öffentlichen Sprechstunden mehrfach gesagt, dass beide Varianten funktionieren und dass Google bei einer Subdomain erst lernen muss, wie sie zur Hauptseite gehört. Mehr lässt sich aus offiziellen Quellen nicht ableiten, und wer Ihnen eine feste Regel verkauft, hat sie nicht von Google.

Zwei Dinge sind dagegen belegt. Erstens: In der Search Console deckt eine Domain-Property alle Subdomains und Protokolle einer Domain ab, während eine URL-Präfix-Property nur den angegebenen Teil erfasst. Google rechnet Subdomains also zur Domain, wertet sie aber getrennt aus. Zweitens: Was auf einer fremden Domain steht, gehört bei Google zu dieser Domain. Ein Beitrag auf Medium stärkt Medium.

Warum das Unterverzeichnis meistens gewinnt

Die Erfahrung aus vielen KMU-Websites deckt sich mit der Logik hinter Googles Aussagen:

  • Signale bleiben zusammen. Jeder Beitrag, jeder Link von aussen und jeder Besuch zahlt auf dieselbe Domain ein, auf der auch Ihre Angebotsseiten liegen.
  • Interne Verlinkung wirkt direkt. Ein Ratgeber unter /blog/ verlinkt auf /leistungen/waermepumpe/ innerhalb derselben Website. Wie Seiten einander auf diese Weise stärken, erklärt der Beitrag zur internen Verlinkung.
  • Keine Lernphase. Google muss nicht erst herausfinden, ob blog.firma.ch zur Firma gehört.
  • Eine Auswertung. Search Console, Statistik und KI-Check betrachten eine Website statt zwei.
  • Besucher verstehen es sofort. Die Adresse zeigt, dass der Blog Teil der Firma ist.

Welche Rolle der Blog neben Leistungsseiten, Über-uns und Kontakt spielt, beschreibt der Beitrag zu den Seitentypen einer KMU-Website.

Wann die Subdomain richtig ist

Es gibt Situationen, in denen das Unterverzeichnis nicht geht oder nicht sinnvoll ist:

  • Die Website läuft auf einem Baukasten, der keinen Pfad an einen anderen Server weiterleiten kann. Dann wird ein gehosteter Blog über eine Subdomain eingebunden.
  • Der Blog ist ein eigenständiges Angebot mit eigenem Zweck, etwa ein Magazin, das bewusst getrennt auftritt.
  • Die Hauptseite darf aus Sicherheits- oder Betriebsgründen nicht angefasst werden.

Wenn es die Subdomain wird, holt sie das meiste wieder auf, was sie strukturell verliert, wenn Sie drei Dinge tun: Link im Hauptmenü der Website auf den Blog, gleiches Design mit Logo zurück zur Hauptseite, und in jedem Beitrag Links auf die passenden Angebotsseiten. Dazu legen Sie in der Search Console eine Domain-Property an, damit beide Bereiche in einer Auswertung erscheinen. Die Anleitung steht unter Search Console einrichten.

Wann eine externe Plattform sinnvoll ist, und wann nicht

Medium, LinkedIn-Artikel oder ein Branchenportal haben einen Vorteil: Sie bringen eigene Leser. Dafür bekommen sie die Sichtbarkeit, und sie bestimmen, was mit Ihren Texten passiert. Als Erstveröffentlichung ist das eine schlechte Wahl: Die Plattform kann mit Ihrem Text vor Ihrer Website ranken, und wenn die Plattform ihre Regeln ändert oder verschwindet, ist die Arbeit weg.

Als Zweitverwertung dagegen funktioniert es gut: Der vollständige Beitrag erscheint auf Ihrer Website, eine Kurzfassung oder eine Erkenntnis daraus auf LinkedIn, mit Link auf das Original. So bringt die Plattform Leser, und die Sichtbarkeit bleibt bei Ihnen.

Umzug von der Subdomain ins Verzeichnis

Wer heute auf blog.firma.ch bloggt und umziehen will, braucht für jeden Beitrag eine 301-Weiterleitung auf die neue Adresse unter firma.ch/blog/. Dann aktualisieren Sie interne Links, Sitemap und Search Console. Die Rankings bewegen sich für einige Wochen, pendeln sich danach aber in der Regel auf dem neuen Ort ein. Wie Weiterleitungen ohne Verlust gelingen, zeigt der Beitrag zu 301-Weiterleitungen.

Empfehlung je Situation

  • Website auf WordPress, Shopify oder einem eigenen System: Unterverzeichnis, ohne Diskussion.
  • Website mit eigenem Hosting, aber ohne Blogfunktion: gehosteter Blog per Proxy unter /blog/, also ebenfalls Unterverzeichnis.
  • Baukasten wie Wix oder Jimdo: eingebauter Blog der Plattform, wenn er reicht. Sonst gehosteter Blog auf einer Subdomain, eng verlinkt.
  • Noch keine Website: Blog und Website gemeinsam unter einer Domain planen, damit die Frage gar nicht erst entsteht.
  • Externe Plattformen: nur als Zweitverwertung mit Link auf das Original.

Die Entscheidung kostet am Anfang zehn Minuten und spart später einen Umzug. Wer sie bereits getroffen hat und wissen will, ob der eigene Blog heute von Suchmaschinen und KI-Systemen gefunden wird, kann das mit dem kostenlosen KI-Check in rund einer Minute prüfen.

Häufige Fragen

Mein Blog liegt seit Jahren auf einer Subdomain. Soll ich ihn umziehen?

Nur, wenn der Blog gut läuft und die Beiträge die Hauptseite stärken sollen, oder wenn ohnehin ein Relaunch ansteht. Ein Umzug braucht für jeden Beitrag eine 301-Weiterleitung auf die neue Adresse und verursacht kurzfristig Bewegung in den Rankings. Für einen Blog mit zehn Beiträgen lohnt sich das kaum, für einen mit zweihundert schon.

Zählt eine Subdomain bei Google als eigene Website?

Google hat sich dazu nicht mit einer festen Regel festgelegt. In der Praxis werden Subdomains teils wie eigene Bereiche behandelt, besonders wenn sie technisch getrennt sind und kaum mit der Hauptseite verlinkt sind. In der Search Console deckt eine Domain-Property alle Subdomains ab, was zeigt, dass Google sie zur selben Domain rechnet, aber getrennt auswerten kann.

Kann ich Beiträge auf Medium oder LinkedIn und auf meiner Website veröffentlichen?

Ja, aber in dieser Reihenfolge: zuerst auf der eigenen Website, danach als Zweitveröffentlichung mit Verweis auf das Original. Sonst kann die Plattform mit Ihrem Text vor Ihrer eigenen Seite erscheinen. Besser als die Kopie ist eine Kurzfassung auf der Plattform mit Link auf den vollständigen Beitrag.

Was ist, wenn meine Website technisch kein Unterverzeichnis erlaubt?

Dann ist die Subdomain der richtige Weg, und sie funktioniert, wenn sie eng mit der Hauptseite verbunden ist: Link im Hauptmenü, gleiches Design, Links aus den Beiträgen auf Ihre Angebote. Ein gut verlinkter Blog auf einer Subdomain ist besser als gar keiner.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

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