Interne Verlinkung bezeichnet die Links zwischen den Seiten einer Website. Google findet über diese Links neue Seiten, liest am Ankertext ab, worum es auf der Zielseite geht, und gibt stark verlinkten Seiten mehr Gewicht. Bewährt hat sich das Hub-und-Speichen-Modell: Eine zentrale Seite pro Thema verlinkt auf alle Unterseiten, und jede Unterseite verlinkt zurück und auf ein bis zwei Nachbarn.
Ein Blogbeitrag, auf den keine andere Seite verweist, ist für Google eine Seite ohne Empfehlung. Er wird vielleicht gefunden, weil er in der Sitemap steht, aber er bekommt kein Gewicht. Umgekehrt kann eine unscheinbare Unterseite stark werden, wenn zwanzig Beiträge mit klarem Ankertext auf sie zeigen. Das ist interne Verlinkung: die Links zwischen den eigenen Seiten, und damit das einzige Linksignal, das Sie vollständig selbst steuern.
Warum interne Links zählen
Google crawlt eine Website, indem es Links folgt. Daraus ergeben sich drei Wirkungen:
- Auffindbarkeit: Eine Seite, auf die kein Link zeigt, wird langsamer oder gar nicht gecrawlt. Google dokumentiert selbst, dass Links der Hauptweg sind, über den neue Seiten entdeckt werden.
- Gewicht: Seiten, die viele Links erhalten, gelten als wichtiger innerhalb der Website. Jeder Link gibt etwas vom Gewicht der verlinkenden Seite weiter.
- Kontext: Der Ankertext, also die klickbaren Wörter, sagt Google, worum es auf der Zielseite geht. «Hier klicken» sagt nichts, «Fassade streichen: Kosten pro m2» sagt alles.
Das Hub-und-Speichen-Modell
Die einfachste tragfähige Struktur ist ein Rad: In der Mitte eine Hub-Seite pro Thema, aussen die Speichen, also die Beiträge zu Einzelfragen. Der Hub ist meist eine Leistungsseite oder eine ausführliche Übersichtsseite. Die Regeln:
- Der Hub verlinkt auf jede Speiche, mit kurzer Beschreibung.
- Jede Speiche verlinkt zurück auf den Hub, im Text, nicht nur im Menü.
- Jede Speiche verlinkt auf ein bis zwei benachbarte Speichen, wo es dem Leser hilft.
- Speichen verschiedener Themen verlinken nur, wenn es inhaltlich wirklich passt.
Beispielstruktur für einen Elektrobetrieb, Thema Ladestationen:
| Rolle | Seite | Verlinkt auf |
|---|---|---|
| Hub | Leistungsseite «Ladestation installieren» | Alle sechs Beiträge |
| Speiche | «Was kostet eine Wallbox mit Installation?» | Hub, Förderung, 11 oder 22 kW |
| Speiche | «Förderung für Ladestationen im Thurgau» | Hub, Kosten |
| Speiche | «Wallbox 11 kW oder 22 kW: was im Einfamilienhaus reicht» | Hub, Kosten |
| Speiche | «Ladestation in der Mietwohnung: wer zahlt, wer entscheidet» | Hub, Stockwerkeigentum |
| Speiche | «Ladestationen im Stockwerkeigentum: der Weg zum Beschluss» | Hub, Mietwohnung |
| Speiche | «Ablauf einer Installation: von der Besichtigung bis zur ersten Ladung» | Hub, Kosten |
So entsteht aus sieben Seiten ein Verbund, in dem die Leistungsseite das meiste Gewicht sammelt. Mehrere solche Räder nebeneinander ergeben Themencluster, die Grundstruktur eines Firmenblogs, der über Jahre wächst.
Ankertexte: beschreiben, nicht befehlen
Der Ankertext ist das Etikett des Links. Drei Regeln:
- Er beschreibt das Ziel: «Förderung für Ladestationen im Thurgau» statt «mehr dazu».
- Er variiert: Zehn Links mit exakt demselben Ankertext auf dieselbe Seite wirken mechanisch. Nutzen Sie natürliche Varianten.
- Er steht im Satz: Ein Link mitten im Fliesstext wird häufiger geklickt und stärker gewertet als eine Linkliste am Ende.
Vermeiden Sie Ankertexte aus reinen Keywords, die im Satz nicht funktionieren. Wenn der Satz mit dem Link laut vorgelesen holprig klingt, ist er falsch gebaut.
Verwaiste Seiten finden
Eine verwaiste Seite hat keinen einzigen eingehenden internen Link. Sie finden solche Seiten in der Google Search Console: Der Bericht «Links» zeigt unter «Interne Links» die am häufigsten verlinkten Seiten. Exportieren Sie diese Liste und vergleichen Sie sie mit Ihrer Sitemap. Jede Adresse, die in der Sitemap steht, aber im Linkbericht fehlt oder nur einen Link hat, ist ein Kandidat. Ein zweiter Hinweis ist der Status «Gefunden, zurzeit nicht indexiert» im Bericht zur Seitenindexierung: Oft stecken dahinter Seiten, die Google nur aus der Sitemap kennt. Was dann zu tun ist, steht unter Seite wird nicht indexiert.
Alle sechs Monate lohnt sich dieser Abgleich, weil bei jedem Relaunch, bei jeder Menüänderung und bei jeder gelöschten Seite neue Waisen entstehen.
Faustregeln für Blogbeiträge
- Pro Beitrag zwei bis vier Links im Text: einer zur Leistungsseite, der Rest zu verwandten Beiträgen.
- Pro neuem Beitrag mindestens einen Link aus einem älteren Beitrag zurück. Der neue Beitrag ist sonst eine Waise.
- Der erste Link steht im ersten Drittel, nicht erst im Schlussabsatz.
- Links auf gelöschte oder weitergeleitete Seiten einmal im Quartal prüfen und auf das aktuelle Ziel umbiegen.
- Keine Links aus Pflichtgefühl. Wenn der Leser an dieser Stelle nichts mit dem Ziel anfangen kann, weglassen.
Diese Punkte sind auch Teil der Prüfliste nach dem Schreiben.
Was Sie daraus machen
Zeichnen Sie Ihre Website einmal als Räder auf: Welche Leistungsseiten sind Hubs, welche Beiträge gehören als Speichen dazu, und welche Beiträge hängen in der Luft? Die Seiten in der Luft bekommen als Erstes einen Hub und zwei Links. Danach gilt bei jedem neuen Beitrag die Faustregel: zwei bis vier hinaus, einer herein. Das kostet zehn Minuten pro Beitrag und ersetzt über die Zeit jede teure Linkmassnahme von aussen.
Häufige Fragen
Zählen Links in Menü und Fusszeile auch als interne Links?
Ja, Google folgt ihnen, aber sie stehen auf jeder Seite und sagen deshalb wenig über die Bedeutung einer einzelnen Zielseite aus. Links aus dem Fliesstext mit beschreibendem Ankertext sind das stärkere Signal. Das Menü sorgt dafür, dass die wichtigsten Seiten erreichbar sind; der Text sorgt für Gewicht und Kontext.
Wie viele interne Links darf eine Seite haben?
Google nennt keine Obergrenze. Praktisch wird es ab einigen Dutzend Links im Text unübersichtlich, und jeder zusätzliche Link verteilt das Gewicht weiter. Für einen Blogbeitrag sind zwei bis vier Links im Text sinnvoll, für eine Pfeilerseite auch zehn bis zwanzig, wenn jeder einem Leser hilft.
Soll ich alte Beiträge nachträglich verlinken?
Unbedingt, das ist die günstigste SEO-Massnahme überhaupt. Bei jedem neuen Beitrag suchen Sie zwei ältere Beiträge zum selben Thema und setzen dort einen Link auf den neuen. Nach einem Jahr hat jeder Beitrag so mehrere eingehende Links, ohne dass Sie je eine Linkkampagne gestartet haben.
Braucht es für interne Links ein nofollow-Attribut?
Nein. nofollow war für Links gedacht, für die man nicht bürgen will, etwa in Kommentaren. Interne Links sollen Gewicht weitergeben, deshalb bleiben sie ohne Attribut. Wer Seiten aus dem Index halten will, nutzt noindex auf der Zielseite statt nofollow auf dem Link.