SEO selber machen: was ein Unternehmer ohne Agentur schafft

Stand 22. Oktober 2026 · 4 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Ja, einen grossen Teil der SEO kann ein Unternehmer selbst machen: das Google Unternehmensprofil, Seitentitel und Beschreibungen, die Inhalte der Leistungsseiten, den Blog und das Lesen der Search Console. Besser delegieren sollten Sie Technik wie Ladezeit, Weiterleitungen und strukturierte Daten, Website-Umzüge und alles rund um Links von anderen Websites. Die nötigen Werkzeuge sind kostenlos: Search Console, PageSpeed Insights und die Google-Suche selbst. Rechnen Sie mit zwei bis drei Stunden pro Woche in den ersten drei Monaten, danach mit etwa einer.

Die ehrliche Antwort auf «Kann ich SEO selber machen?» lautet: einen grossen Teil ja, einen kleinen Teil besser nicht. Das Problem ist, dass Agenturen beides gern vermischen, und Ratgeber im Netz so tun, als sei alles ein Nachmittag Arbeit. Diese Seite trennt die beiden Teile, nennt die kostenlosen Werkzeuge, die dafür reichen, und gibt ein realistisches Zeitbudget. Die zehn wichtigsten Massnahmen im Überblick finden Sie unter SEO für KMU; hier geht es darum, wer sie erledigt.

Was Sie selbst machen können

AufgabeWarum selbstWerkzeugZeit
Google Unternehmensprofil pflegenNur Sie kennen Leistungen, Öffnungszeiten, FotosGoogle Unternehmensprofil2 Stunden, dann 15 Minuten pro Woche
Seitentitel und Meta-Description schreibenEs geht um Ihre Worte für Ihre KundschaftDas CMS Ihrer Website20 Minuten pro Seite
Leistungsseiten mit Inhalt füllenNiemand kennt die Kundenfragen besserCMS, Notizen aus KundengesprächenHalber Tag pro Seite
Blogbeiträge zu KundenfragenDie Fragen kommen aus Ihrem BetriebCMS oder ein Blogsystem1 bis 3 Stunden pro Beitrag oder Minuten für die Freigabe
Search Console lesenDie Daten sagen, wonach Ihre Kunden suchenSearch Console30 Minuten pro Monat
Bewertungen einholen und beantwortenPersönliche Ansprache wirktGoogle Unternehmensprofil15 Minuten pro Woche
Firmenangaben vereinheitlichenAdresse und Telefon prüfen kann jederSuche nach dem eigenen Firmennamen2 Stunden einmalig

Gemeinsam ist diesen Aufgaben: Sie brauchen Wissen über Ihr Geschäft, nicht über Technik. Eine Agentur müsste dieses Wissen erst bei Ihnen abholen, und das kostet beide Seiten Zeit.

Was Sie besser abgeben

AufgabeWarum delegierenAn wen
Ladezeit verbessern, wenn es nicht an Bildern liegtBraucht Zugriff auf Server, Code und PluginsWebagentur oder Entwickler
Weiterleitungen bei Umzug oder RelaunchEin Fehler kostet Jahre an SichtbarkeitWebagentur, mit Checkliste
Strukturierte Daten (Schema.org)Code im Quelltext, Fehler bleiben unbemerktWebagentur oder ein CMS, das es eingebaut hat
Fehlermeldungen der Search Console behebenDie Meldungen sind technisch formuliertWebagentur, stundenweise
Verweise von anderen Websites aufbauenZeitintensiv, Risiko bei gekauften LinksLieber gar nicht als falsch; wenn, dann über echte Partnerschaften
Mehrsprachige Website korrekt aufsetzenhreflang und Struktur sind fehleranfälligWebagentur

Google selbst schreibt in seiner Dokumentation «Brauche ich einen SEO?», dass eine Fachperson vor allem bei einem Relaunch oder einer neuen Website sinnvoll ist, und warnt zugleich vor Anbietern, die Platzierungen garantieren. Das deckt sich mit dieser Liste: Die Technik beim Umbau ist der Moment für Hilfe, der Alltag nicht.

Kostenlose Werkzeuge, die reichen

  • Search Console. Zeigt, zu welchen Suchanfragen Ihre Website erscheint, auf welcher Position und mit wie vielen Klicks. Das wichtigste Werkzeug, und es ist gratis. Einrichtung in einer Stunde, Anleitung unter Search Console einrichten.
  • PageSpeed Insights. Misst die Ladezeit auf dem Smartphone und nennt die Ursachen. Was die Werte bedeuten, erklärt Core Web Vitals für KMU.
  • Die Google-Suche. Die Autovervollständigung zeigt, was Leute eintippen. Der Kasten «Weitere Fragen» liefert Blogthemen. Die Suche nach «site:ihre-domain.ch» zeigt, welche Seiten Google kennt.
  • Google Unternehmensprofil. Statistik zu Aufrufen, Anrufen und Routenanfragen direkt im Profil.
  • Keyword-Planer. Teil von Google Ads, ohne aktive Kampagne zeigt er Suchvolumen nur als Spannen. Für den Vergleich zweier Begriffe reicht das.

Bezahlte Werkzeuge kommen später, wenn überhaupt. In den ersten sechs Monaten verbringen die meisten Unternehmer mehr Zeit mit dem Werkzeug als mit der Website.

Zeitbudget: ein Wochenplan

Beispiel für die ersten drei Monate, zwei bis drei Stunden pro Woche:

  • Montag, 30 Minuten: Search Console. Welche Suchanfragen sind neu? Welche Seite hat Impressionen, aber keine Klicks? Das ist der Titel, den Sie diese Woche verbessern.
  • Mittwoch, 60 bis 90 Minuten: Inhalt. Eine Leistungsseite überarbeiten oder einen Blogbeitrag schreiben beziehungsweise freigeben.
  • Freitag, 30 Minuten: Unternehmensprofil. Ein Foto hochladen, zwei Kunden um eine Bewertung bitten, neue Bewertungen beantworten.

Ab dem vierten Monat sind die einmaligen Aufgaben erledigt. Übrig bleibt rund eine Stunde pro Woche, der grösste Teil davon für den Blog.

Ein Beispiel: Malerbetrieb mit acht Mitarbeitenden

Der Inhaber übernimmt Unternehmensprofil, Seitentitel und die Texte für vier Leistungsseiten: Innenanstrich, Fassade, Tapezieren, Spachteltechnik. Das dauert drei Wochen, je zwei Abende. Die Agentur, die die Website gebaut hat, bekommt einen einmaligen Auftrag: Ladezeit auf dem Smartphone prüfen, Bilder umstellen, Search-Console-Fehler beheben. Den Blog gibt er ab, weil ihm für drei Stunden Schreiben pro Woche die Zeit fehlt; die Themen liefert er aus Kundengesprächen, die Freigabe behält er. Ergebnis nach einem Quartal: Alles, was Wissen über den Betrieb braucht, hat er selbst gemacht, alles, was Technik braucht, hat eine Stunde Agentur gekostet.

Selbst machen heisst nicht allein machen

Der grösste Zeitblock in der eigenen SEO ist das Schreiben. Wer das abgibt, ohne die Entscheidungen abzugeben, bleibt beim Selbermachen: Sie wählen Themen, Anrede und Leistungen, jemand anderes formuliert. Das kann eine Texterin sein oder ein System wie BlogPilot, das aus Suchanfragen Themen plant und Beiträge zur Freigabe vorlegt. Was Agenturen für welche Leistung verlangen und wann sich das lohnt, ordnet die Seite Was kostet SEO in der Schweiz? ein.

Häufige Fragen

Welche Vorkenntnisse brauche ich, um SEO selbst zu machen?

Keine technischen. Sie müssen im CMS Ihrer Website Titel, Texte und Bilder ändern können und bereit sein, einmal im Monat in eine Statistik zu schauen. Alles andere, was auf dieser Seite als «selbst» eingestuft ist, lernt man in der ersten Woche durch Tun.

Woran merke ich, dass ich an eine Grenze stosse?

Wenn eine Aufgabe nach zwei Stunden Suchen im Internet immer noch nicht klar ist, ist sie delegierbar. Typische Beispiele sind Fehlermeldungen in der Search Console, Ladezeitprobleme, die nicht an Bildern liegen, und alles, was Code im Quelltext braucht. Eine Stunde Agentur ist dann günstiger als ein verlorener Samstag.

Lohnt sich ein bezahltes SEO-Tool?

In den ersten sechs Monaten selten. Search Console, PageSpeed Insights und die Google-Suche zeigen alles, was Sie für die eigenen Massnahmen brauchen. Bezahlte Werkzeuge lohnen sich, wenn Sie Mitbewerber systematisch beobachten oder viele Seiten verwalten wollen.

Was kostet es, wenn ich doch eine Agentur nehme?

Das hängt stark vom Umfang ab, von einer einmaligen technischen Prüfung bis zur monatlichen Betreuung. Öffentliche Preisstatistiken gibt es nicht, darum helfen nur Offerten für einen klar umrissenen Auftrag. Die Antwortseite zu SEO-Kosten in der Schweiz ordnet die Modelle ein.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

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