Die Core Web Vitals sind drei Messwerte von Google für das Nutzererlebnis einer Seite: Wie schnell erscheint der Hauptinhalt (LCP), wie stark springt das Layout beim Laden (CLS) und wie schnell reagiert die Seite auf Klicks (INP). Sie prüfen die Werte kostenlos mit PageSpeed Insights oder im Bericht der Search Console. Die häufigste Ursache für schlechte Werte bei KMU-Websites sind zu grosse Bilder, und das können Sie selbst beheben.
Wer die Ladezeit seiner Website verbessern will, trifft auf drei Abkürzungen: LCP, CLS und INP. Dahinter stecken keine Programmierbegriffe, sondern drei Fragen, die sich jeder Besucher unbewusst stellt. Erscheint der Inhalt schnell? Bleibt die Seite ruhig, während sie lädt? Reagiert sie, wenn ich etwas anklicke? Google misst diese drei Fragen und nennt die Antworten Core Web Vitals.
Die drei Werte in Alltagssprache
| Wert | Die Frage dahinter | Gut (Stand Oktober 2026, laut web.dev) | Typische Ursache bei KMU-Websites |
|---|---|---|---|
| LCP (Largest Contentful Paint) | Wann ist das grösste Element im sichtbaren Bereich geladen, meist das Titelbild oder die Hauptüberschrift? | bis 2,5 Sekunden | Zu grosse Titelbilder, langsames Hosting, zu viele Schriftarten |
| CLS (Cumulative Layout Shift) | Wie stark verschiebt sich der Inhalt, während die Seite lädt? | bis 0,1 | Bilder ohne feste Grössenangabe, nachladende Banner oder Cookie-Hinweise |
| INP (Interaction to Next Paint) | Wie lange dauert es, bis die Seite auf einen Klick oder eine Eingabe sichtbar reagiert? | bis 200 Millisekunden | Zu viele Skripte von Plugins, Chat-Widgets, eingebettete Karten |
Google unterscheidet drei Stufen: gut, verbesserungswürdig und schlecht. Für das Ranking zählt laut Google-Dokumentation, ob eine Seite die Schwelle «gut» erreicht. Zwischen 2,4 und 2,5 Sekunden LCP zu optimieren bringt also weniger als der Schritt von 5 Sekunden auf 2,5.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Physiotherapiepraxis hat auf der Startseite ein Foto des Teams, direkt aus der Kamera hochgeladen, 6 MB gross. Auf dem Handy im Mobilfunknetz braucht dieses Bild allein mehrere Sekunden. Der LCP ist schlecht, obwohl die restliche Website schlank ist. Dasselbe Bild auf 200 KB verkleinert, und der Wert ist im grünen Bereich.
Wo Sie die Werte messen
Sie brauchen dafür keine Software und keinen Zugang zum Server.
- PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev): Adresse einer Seite eingeben, Bericht abwarten. Oben stehen die Felddaten echter Besucher, falls Google genug davon hat. Darunter die Labormessung mit einer Liste konkreter Hinweise, etwa «Bilder in modernen Formaten bereitstellen» mit Dateinamen.
- Search Console, Bericht «Core Web Vitals»: zeigt für die ganze Website, wie viele Adressen gut, verbesserungswürdig oder schlecht abschneiden, getrennt nach Mobil und Desktop. Die Einrichtung ist unter Search Console einrichten beschrieben.
- Chrome auf dem Handy: Rufen Sie Ihre Website mit abgeschaltetem WLAN auf. Das ersetzt keine Messung, zeigt aber, was Ihre Kundschaft erlebt.
Messen Sie nicht nur die Startseite. Die Seite mit dem meisten Besuch ist bei vielen KMU eine Leistungsseite oder ein Blogbeitrag.
Was Sie selbst beheben können
Die Mehrheit der schlechten Werte auf kleinen Websites geht auf eine Handvoll Ursachen zurück, die ohne Programmierkenntnisse zu lösen sind.
- Bilder verkleinern. Vor dem Hochladen auf die Breite skalieren, in der sie angezeigt werden (für eine Inhaltsspalte reichen meist 1’200 bis 1’600 Pixel), und als WebP oder komprimiertes JPEG speichern. Die Regeln dazu stehen unter Bilder-SEO. Das ist der Hebel mit der grössten Wirkung auf den LCP.
- Bildgrössen festlegen. Wenn Ihr System Breite und Höhe eines Bildes nicht automatisch einträgt, reserviert der Browser keinen Platz, und der Text springt, sobald das Bild lädt. In WordPress erledigen das aktuelle Themes von selbst; bei älteren Themes hilft die Einstellung im Bildblock.
- Plugins und Widgets ausmisten. Jeder Chat-Button, jedes Social-Media-Widget, jede eingebettete Karte lädt eigene Skripte. Fragen Sie bei jedem Element: Hat es in den letzten drei Monaten einen Kunden gebracht? Wenn nicht, entfernen Sie es.
- Videos nicht automatisch laden. Ein eingebettetes YouTube-Video auf der Startseite lädt mehrere hundert Kilobyte Skripte, bevor jemand auf Play drückt. Ein Vorschaubild mit Link oder ein Plugin, das erst auf Klick lädt, löst das.
- Schriftarten reduzieren. Zwei Schriftschnitte reichen für die meisten Websites. Jeder weitere Schnitt verzögert den Text.
Was nicht in Ihrer Hand liegt
Ehrlicherweise gibt es Probleme, die ein Unternehmer nicht selbst löst. Wenn PageSpeed Insights bei «Zeit bis zum ersten Byte» einen hohen Wert zeigt, ist meist das Hosting zu langsam. Dann hilft nur ein Wechsel des Anbieters oder Tarifs. Wenn ein Theme oder Baukasten von sich aus zu viel Code lädt, bleibt oft nur ein anderes Theme. Und wenn das Layout durch ein Cookie-Banner springt, muss der Anbieter des Banners nachbessern.
In diesen Fällen lohnt es sich, den PageSpeed-Bericht mit der konkreten Fehlermeldung an die Agentur oder den Hoster zu schicken, statt allgemein «die Website ist langsam» zu melden. Der Bericht nennt die betroffenen Dateien, und das verkürzt die Diskussion erheblich.
Die Reihenfolge, die sich bewährt hat
Verbessern Sie zuerst die Seite mit den meisten Besuchern, nicht die mit dem schlechtesten Wert. Verkleinern Sie die Bilder, entfernen Sie unnötige Einbettungen, messen Sie erneut. Wenn die Werte danach noch schlecht sind, liegt es am Hosting oder am Theme, und das besprechen Sie mit der Fachperson. Core Web Vitals sind kein Projekt, das man einmal abschliesst, aber auch keines, das monatliche Aufmerksamkeit braucht. Eine Prüfung pro Quartal und nach jedem grösseren Umbau reicht für die meisten KMU-Websites. Was SEO über die Technik hinaus umfasst, erklärt Was ist SEO?.
Häufige Fragen
Wie stark beeinflussen die Core Web Vitals mein Ranking?
Google nennt die Core Web Vitals als Teil der Signale zum Nutzererlebnis, gewichtet aber den Inhalt höher. Eine Seite mit schlechten Werten kann trotzdem gut ranken, wenn sie die beste Antwort liefert. Bei zwei inhaltlich ähnlichen Seiten kann die schnellere den Vorteil haben. Für KMU heisst das: zuerst Inhalt, dann Ladezeit, aber beides nicht ignorieren.
Warum zeigt PageSpeed Insights andere Werte als die Search Console?
PageSpeed Insights misst eine einzelne Seite im Labor und zeigt zusätzlich Felddaten echter Besucher, wenn genug davon vorliegen. Die Search Console gruppiert Seiten nach ähnlichen Problemen und stützt sich nur auf Felddaten. Kleine Websites mit wenig Besuchern haben oft gar keine Felddaten, dann bleibt der Bericht in der Search Console leer.
Reicht ein Caching-Plugin, um die Werte zu verbessern?
Ein Caching-Plugin beschleunigt die Auslieferung der Seite vom Server und hilft oft beim LCP. Es löst aber keine Probleme, die im Inhalt stecken, etwa ein 4 MB grosses Titelbild oder ein Layoutsprung durch ein nachladendes Banner. Erst Bilder und Einbettungen aufräumen, dann das Caching aktivieren.
Muss ich die Werte auf dem Handy oder am Computer messen?
Auf dem Handy. Google bewertet Websites primär in der mobilen Version, und dort sind die Werte fast immer schlechter, weil Verbindung und Prozessor langsamer sind. PageSpeed Insights zeigt beide Varianten; für Entscheidungen zählt die mobile.