Bilder-SEO: Dateiname, Alt-Text, Grösse und Format richtig

Stand 22. Oktober 2026 · 4 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Bilder-SEO heisst: ein beschreibender Dateiname statt IMG_4711.jpg, ein Alt-Text, der das Bild für Menschen ohne Sicht beschreibt, eine Dateigrösse, die auf dem Handy schnell lädt, und ein modernes Format wie WebP. Google liest keine Pixel, sondern Dateiname, Alt-Text und den Text rund um das Bild. Wer diese vier Punkte beachtet, erscheint in der Bildersuche und bremst die eigene Seite nicht aus.

Ein Bild auf einer Website erfüllt zwei Aufgaben: Es zeigt dem Besucher etwas, und es gibt Google Informationen über die Seite. Die zweite Aufgabe scheitert bei den meisten KMU-Websites an vier Stellen: Der Dateiname sagt nichts, der Alt-Text fehlt, die Datei ist zehnmal zu gross, und das Format stammt aus dem Jahr 2005. Alle vier Punkte sind in wenigen Minuten pro Bild erledigt, wenn man die Regeln kennt.

Der Dateiname

Google liest den Dateinamen als Hinweis darauf, was das Bild zeigt. «IMG_4711.jpg» sagt nichts. «einbauschrank-eiche-dachschraege.jpg» sagt alles.

SchlechtBesser
IMG_4711.jpgeinbauschrank-eiche-dachschraege.jpg
Bild1.pngteam-physiotherapie-frauenfeld.jpg
final_v3_neu.jpgwaermepumpe-aussenaufstellung-einfamilienhaus.jpg
Küche Müller.JPGkueche-nussbaum-kochinsel.jpg

Regeln: Kleinbuchstaben, Bindestriche statt Leerzeichen oder Unterstriche, Umlaute als ae, oe, ue, kein Eszett, keine Sonderzeichen, zwei bis fünf beschreibende Wörter. Benennen Sie die Datei vor dem Hochladen, denn die meisten Systeme lassen sich der Name nachträglich nicht ändern, ohne dass die Adresse des Bildes bricht.

Der Alt-Text

Der Alt-Text (Alternativtext) ist ursprünglich für Menschen gedacht, die das Bild nicht sehen: Ein Vorleseprogramm liest ihn vor. Genau deshalb ist er auch für Google wertvoll, denn er beschreibt das Bild in Worten. Was ein guter Alt-Text leistet, steht unter Alt-Text im Glossar. Die Regeln in Kurzform:

  • Beschreiben, was zu sehen ist, als würden Sie es jemandem am Telefon erklären. «Schreiner montiert Einbauschrank mit Schiebetüren unter einer Dachschräge.»
  • Keine Einleitung wie «Bild von» oder «Foto zeigt». Das Vorleseprogramm sagt bereits, dass es sich um ein Bild handelt.
  • Keine Keyword-Listen. «Schreinerei Küche Thurgau Massanfertigung» ist kein Satz und hilft niemandem.
  • Ein Satz, höchstens zwei. Lange Erklärungen gehören in die Bildunterschrift oder den Fliesstext.
  • Dekorative Bilder bekommen ein leeres Attribut (alt=""), damit sie übersprungen werden.

Ein Beispiel aus dem Alltag einer Garage: Das Foto zeigt einen Mechaniker an der Hebebühne mit einem E-Auto. Ein Alt-Text wie «Garage Auto Service» ist nutzlos. «Mechaniker prüft den Unterboden eines Elektroautos auf der Hebebühne» beschreibt das Bild, und der Begriff «Elektroauto» kommt natürlich vor.

Wer Bilder barrierefrei beschriftet, erfüllt nebenbei eine Anforderung, die für viele Websites zunehmend verlangt wird. Für Schweizer KMU gibt es dazu keine allgemeine gesetzliche Pflicht wie für Bundesstellen, aber die Regel schadet nie.

Dateigrösse: die Richtwerte

Grosse Bilddateien sind die häufigste Ursache für langsame KMU-Websites, siehe Core Web Vitals für KMU. Als Faustregel aus der Praxis, nicht als Google-Vorgabe:

VerwendungBreite in PixelnRichtwert Dateigrösse
Titelbild über die volle Breite1’600 bis 2’000unter 250 KB
Bild in der Inhaltsspalte1’200 bis 1’600unter 200 KB
Vorschaubild in Listen und Blogübersicht600 bis 800unter 100 KB
Logo, Iconsso klein wie nötigunter 30 KB, besser als SVG

Ein Kamerafoto mit 6’000 Pixeln Breite und 8 MB Grösse wird nie unverändert hochgeladen. Sie skalieren es vorher auf die Zielbreite und komprimieren es. Kostenlose Werkzeuge dafür sind die Vorschau-App am Mac, Squoosh im Browser oder ein Plugin im CMS, das die Komprimierung beim Hochladen übernimmt. Eine Komprimierung auf 70 bis 80 Prozent Qualität sieht auf dem Bildschirm identisch aus und halbiert die Datei oft.

Formate: welches wofür

  • JPEG: Fotos. Verlustbehaftet, aber überall unterstützt.
  • PNG: Grafiken mit Transparenz oder scharfen Kanten, etwa Screenshots. Für Fotos ungeeignet, weil zu gross.
  • WebP: Fotos und Grafiken. Deutlich kleiner als JPEG bei gleicher Qualität, von allen aktuellen Browsern unterstützt. Die Standardwahl für neue Bilder.
  • AVIF: Noch kleiner als WebP, Unterstützung inzwischen breit, aber nicht in jedem CMS eingebaut.
  • SVG: Logos, Icons, einfache Grafiken. Verlustfrei skalierbar, winzige Dateien.

Wenn Ihr CMS WebP beim Hochladen automatisch erzeugt (WordPress tut das seit einigen Versionen, Wix und Shopify liefern Bilder ebenfalls in modernen Formaten aus), laden Sie weiterhin JPEG hoch und lassen das System konvertieren. Andernfalls konvertieren Sie vor dem Hochladen.

Der Text rund um das Bild

Google bewertet ein Bild nicht isoliert. Die Bildunterschrift, die Überschrift des Abschnitts und der Absatz daneben sagen Google, worum es geht. Ein Foto eines Badumbaus im Abschnitt «Badsanierung in drei Wochen» mit der Bildunterschrift «Neues Bad in Weinfelden, fertig nach 18 Arbeitstagen» ist für die Bildersuche wertvoller als dasselbe Foto in einer Galerie ohne Text.

Setzen Sie Bilder ausserdem direkt im HTML ein, nicht als CSS-Hintergrund. Hintergrundbilder haben keinen Alt-Text und werden von Google laut Dokumentation nicht für die Bildersuche herangezogen.

Bilder in KI-Antworten

Hier ist Zurückhaltung angebracht. ChatGPT, Perplexity und die KI-Übersicht von Google arbeiten überwiegend mit Text. Wenn eine KI-Antwort Bilder zeigt, stammen sie in der Regel aus der normalen Bildersuche oder von den zitierten Seiten. Wie die Systeme Bilder auswählen, ist nicht öffentlich dokumentiert. Was sich sagen lässt: Alles, was eine KI über Ihr Bild wissen soll, muss im Dateinamen, im Alt-Text und im Text daneben stehen, denn genau diese Textsignale liest sie. Ein Bild ohne Beschriftung ist für ein Sprachmodell unsichtbar.

Für Blogbeiträge stellt sich zusätzlich die Frage, woher die Bilder kommen: Stockfoto, KI-generiert oder eigene Aufnahme. Diese Abwägung ist unter Bilder für KI-Blogbeiträge beschrieben. Für die Suchmaschine gelten unabhängig von der Herkunft die gleichen vier Regeln: Dateiname, Alt-Text, Grösse, Format.

Häufige Fragen

Braucht jedes Bild einen Alt-Text?

Jedes Bild mit Inhalt ja. Rein dekorative Bilder, etwa ein Hintergrundmuster, bekommen ein leeres Alt-Attribut, damit Vorleseprogramme sie überspringen. Ein fehlendes Alt-Attribut ist etwas anderes als ein leeres: Beim fehlenden lesen manche Programme den Dateinamen vor.

Soll ich Keywords in den Alt-Text schreiben?

Nur wenn sie das Bild tatsächlich beschreiben. Ein Alt-Text wie «Küche Schreinerei Thurgau günstig» hilft niemandem, der das Bild nicht sieht, und Google warnt in der Dokumentation vor solchen Keyword-Listen. Beschreiben Sie, was zu sehen ist, dann kommt der passende Begriff von selbst vor.

Welche Bildgrösse ist für die Website richtig?

So breit wie der Bereich, in dem das Bild angezeigt wird, und nicht breiter. Für eine Inhaltsspalte reichen meist 1'200 bis 1'600 Pixel Breite, für ein Vorschaubild in einer Liste 600 bis 800 Pixel. Ein Foto direkt aus der Kamera mit 6'000 Pixeln Breite gehört nie unverändert auf die Website.

Erkennt Google, was auf einem Bild ist?

Google kann Bildinhalte bis zu einem gewissen Grad erkennen, verlässt sich laut eigener Dokumentation aber auf Dateiname, Alt-Text, Bildunterschrift und den umliegenden Text. Verlassen Sie sich nicht auf die Bilderkennung. Alles, was das Bild aussagen soll, gehört auch in Textform daneben.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

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