Keyword-Recherche für ein KMU braucht keine Bezahltools: Die Google-Autovervollständigung, der Kasten «Weitere Fragen», die Suchanfragen in der Search Console, die Spannen des Keyword-Planers und die Fragen Ihrer Kundschaft liefern zusammen eine Liste von 30 bis 50 Suchbegriffen. Entscheidend ist der zweite Schritt: jeden Begriff nach Suchabsicht einordnen (informieren, vergleichen, kaufen, Ort finden) und ihm eine Seite zuweisen. Ein Begriff mit Kaufabsicht gehört auf eine Leistungsseite, eine Frage in den Blog.
Keyword-Recherche klingt nach Software und Tabellen mit zehntausend Zeilen. Für ein KMU ist sie etwas Einfacheres: herausfinden, mit welchen Worten die Kundschaft nach dem sucht, was Sie anbieten, und dann für jeden dieser Begriffe eine Seite haben. Diese Seite beschreibt die Methode ohne Bezahltools, zeigt, wie Sie die Suchabsicht hinter jedem Begriff erkennen, und führt sie an einer Physiotherapie durch. Ein Keyword ist dabei nichts anderes als ein Suchbegriff; die Kurzdefinition steht im Glossar unter Keyword.
Fünf Quellen, die nichts kosten
1. Die Google-Autovervollständigung. Tippen Sie Ihre Leistung ein und lesen Sie die Vorschläge, bevor Sie Enter drücken. Dann dieselbe Leistung mit Ihrem Ort, mit «Kosten», mit «was», «wie», «wann». Dann die Leistung gefolgt von je einem Buchstaben des Alphabets. Die Vorschläge sind echte, häufige Eingaben anderer Nutzer. In zwanzig Minuten entstehen so zwanzig bis dreissig Begriffe.
2. «Weitere Fragen» und verwandte Suchanfragen. Suchen Sie einen Ihrer Begriffe und notieren Sie die Fragen im Kasten «Weitere Fragen» und die Vorschläge am Seitenende. Jede dieser Fragen ist ein möglicher Blogbeitrag.
3. Die Search Console. Wenn Ihre Website schon länger existiert, ist das die wertvollste Quelle. Im Leistungsbericht sehen Sie, zu welchen Suchanfragen Ihre Seiten erscheinen. Filtern Sie nach Begriffen mit vielen Impressionen und wenigen Klicks: Google zeigt Sie dort, aber niemand klickt, meist weil die passende Seite fehlt oder der Titel nicht passt. Die Einrichtung ist unter Search Console einrichten beschrieben.
4. Der Keyword-Planer. Teil von Google Ads, kostenlos mit einem Konto. Ohne aktive Kampagne zeigt er Suchvolumen als Spannen statt als genaue Zahlen. Für den Zweck hier reicht das: Sie wollen wissen, ob ein Begriff gesucht wird und ob er grösser oder kleiner ist als ein anderer.
5. Die Kundschaft. Eine Woche lang jede Frage notieren, die am Telefon, im Beratungsgespräch oder per Mail kommt, in den Worten, die der Kunde benutzt hat. Diese Liste enthält Begriffe, die kein Werkzeug kennt, weil sie aus Dialekt oder Alltagssprache stammen: «Physio» statt «Physiotherapie», «Rückenweh» statt «Rückenschmerzen».
Wer über diese fünf Quellen hinaus Themen für den Blog sucht, findet weitere Wege unter Blogthemen finden.
Suchabsicht einordnen
Dreissig Begriffe auf einer Liste sind noch keine Entscheidung. Hinter jedem steckt eine Absicht, und die Absicht bestimmt, welche Seite den Begriff bedienen soll. Vier Absichten reichen für ein KMU.
| Absicht | Woran Sie sie erkennen | Welche Seite passt |
|---|---|---|
| Informieren | Fragewörter, «was», «wie», «warum», «Übungen», «Tipps» | Blogbeitrag oder FAQ |
| Vergleichen | «oder», «Unterschied», «vs», «besser», «Kosten», «Erfahrungen» | Blogbeitrag mit Tabelle, allenfalls Leistungsseite |
| Kaufen oder buchen | Leistung plus «Termin», «buchen», «Anbieter», «Offerte» | Leistungsseite mit Kontaktmöglichkeit |
| Ort finden | Leistung plus Ortsname, «in der Nähe», «Region» | Standort- oder Leistungsseite mit Ortsbezug |
Die Einordnung dauert pro Begriff zehn Sekunden und verhindert den häufigsten Fehler: eine Frage auf einer Verkaufsseite zu beantworten oder ein Kaufwort in einen Blogbeitrag zu stecken. Warum dieselbe Frage drei verschiedene Seiten brauchen kann, vertieft Suchintention verstehen.
Beispielliste für eine Physiotherapie in Frauenfeld
Ein Beispiel, kein Datensatz: Die Begriffe stammen aus den fünf Quellen oben, Suchvolumen sind bewusst weggelassen, weil sie je nach Region und Jahreszeit schwanken.
| Suchbegriff | Absicht | Seite |
|---|---|---|
| physiotherapie frauenfeld | Ort finden | Startseite oder Standortseite |
| physio ohne verordnung | Informieren | FAQ oder Blogbeitrag |
| physiotherapie kosten krankenkasse | Informieren, Vergleichen | Blogbeitrag |
| rückenschmerzen übungen büro | Informieren | Blogbeitrag |
| physiotherapie nach knie op | Informieren, Kaufen | Leistungsseite mit erklärendem Teil |
| manuelle therapie frauenfeld | Ort finden, Kaufen | Leistungsseite |
| lymphdrainage thurgau | Ort finden | Leistungsseite |
| bandscheibenvorfall physio oder operation | Vergleichen | Blogbeitrag |
| physiotherapie termin online | Kaufen | Kontakt- oder Buchungsseite |
| physio hausbesuch | Kaufen, Informieren | Leistungsseite |
| sportphysiotherapie | Kaufen | Leistungsseite |
| physiotherapie samstag | Ort finden, Informieren | FAQ mit Öffnungszeiten |
Aus zwölf Begriffen werden so vier Leistungsseiten, fünf Blogbeiträge, zwei FAQ-Einträge und eine Buchungsseite. Genau das ist das Ziel der Recherche: nicht eine Liste, sondern ein Bauplan für die Website. Welche Blogthemen für diese Branche darüber hinaus taugen, steht unter Blog für Physiotherapien.
Vom Begriff zur Seite
Legen Sie eine Tabelle mit fünf Spalten an: Suchbegriff, Absicht, Seite, Status, Datum. Jeder Begriff bekommt genau eine Seite. Zwei Begriffe mit derselben Bedeutung, etwa «Physio Frauenfeld» und «Physiotherapie Frauenfeld», teilen sich eine Seite. Zwei Begriffe mit unterschiedlicher Absicht, etwa «Physiotherapie Kosten» und «Physiotherapie buchen», bekommen zwei Seiten. Diese Regel verhindert, dass sich Ihre eigenen Seiten später gegenseitig im Weg stehen.
Drei Fehler, die die Liste wertlos machen
- Nur allgemeine Begriffe. «Physiotherapie» allein gewinnt kein KMU. Die spezifischen Begriffe mit Ort, Beschwerde oder Frage bringen die Anfragen.
- Begriffe ohne Seite. Eine Liste mit fünfzig Begriffen, für die es zehn Seiten gibt, ist eine Wunschliste. Schreiben Sie nur auf, was Sie im nächsten Jahr bauen können.
- Die eigene Fachsprache. «Manualtherapeutische Intervention» sucht niemand. Die Worte der Kundschaft stehen in Quelle 5, nicht im Lehrbuch.
Wer die Recherche nicht alle drei Monate selbst wiederholen will, kann sie an ein System geben, das Suchanfragen der Branche und Region laufend mitliest und daraus Themen vorschlägt; BlogPilot arbeitet auf diese Weise. Die Einordnung nach Absicht und die Entscheidung, welche Seite gebaut wird, bleiben trotzdem bei Ihnen, weil nur Sie wissen, welche Leistungen Sie anbieten wollen.
Häufige Fragen
Wie viele Keywords braucht eine KMU-Website?
Pro Seite ein Hauptbegriff und zwei bis drei Nebenbegriffe, die dasselbe meinen. Für eine Website mit fünf Leistungsseiten und einem Blog ergibt das eine Liste von 30 bis 50 Begriffen, die über ein Jahr abgearbeitet wird. Mehr Begriffe bringen nichts, solange die Seiten dafür fehlen.
Brauche ich Suchvolumen-Zahlen?
Für ein KMU reicht die Grössenordnung. Der Keyword-Planer zeigt ohne aktive Kampagne Spannen, und die Search Console zeigt echte Impressionen für Ihre Website. Ob ein Begriff 50 oder 80 Mal im Monat gesucht wird, ändert Ihre Entscheidung nicht; ob er 50 oder 5'000 Mal gesucht wird, schon.
Soll ich auf allgemeine oder spezifische Begriffe zielen?
Auf spezifische. «Physiotherapie» allein gewinnt ein KMU nicht, «Physiotherapie nach Knie-OP Frauenfeld» dagegen gut. Spezifische Begriffe haben weniger Suchen, aber klarere Absicht und weniger Wettbewerb, und sie führen eher zu einer Anfrage.
Wie oft soll ich die Recherche wiederholen?
Einmal gründlich zu Beginn, danach vierteljährlich eine halbe Stunde in der Search Console. Dort tauchen Begriffe auf, für die Ihre Website schon erscheint, ohne dass Sie eine Seite dafür haben. Das sind die besten Kandidaten für die nächsten Beiträge.