Ein KMU, das Sichtbarkeit erst aufbaut, fährt mit vier bis acht Blogbeiträgen pro Monat gut, also ein bis zwei pro Woche. Wer die wichtigsten Kundenfragen bereits beantwortet hat, hält den Stand mit zwei bis vier Beiträgen pro Monat. Die Zahl ergibt sich aus der Rechnung: Wie viele Fragen stellen Ihre Kunden, und bis wann sollen sie beantwortet sein?
Wer nach der richtigen Zahl fragt, meint meist eine von zwei Situationen. Entweder ist der Blog neu oder dünn, und die Website soll bei Google und in KI-Antworten überhaupt erst auftauchen. Oder der Blog hat die wichtigsten Themen besetzt, und es geht darum, diesen Stand zu halten. Beide Situationen brauchen eine andere Zahl. Warum Regelmässigkeit wichtiger ist als Masse, erklärt die Antwortseite Wie oft sollte man einen Blogbeitrag veröffentlichen?. Hier geht es um die Rechnung dahinter.
Die Rechnung beginnt bei den Fragen, nicht beim Kalender
Ein Blog wird sichtbar, wenn er die Fragen beantwortet, die Kunden tatsächlich eintippen: «Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?», «Wie lange dauert eine Steuererklärung für eine GmbH?», «Welche Holzart für eine Küchenfront?». Wie viele solcher Fragen es in Ihrer Branche gibt, bestimmt den Aufwand. Deshalb steht vor der Frage nach der Zahl eine Themensammlung. Wie Sie die in einer Stunde anlegen, zeigt der Redaktionsplan für den Firmenblog.
Sobald die Liste steht, wird aus der Frage «Wie viele Blogbeiträge pro Monat?» eine einfache Division: Anzahl offener Fragen geteilt durch die Zeit, in der Sie sie beantwortet haben wollen.
Phase 1: Sichtbarkeit aufbauen
Beispielrechnung: Ihre Themensammlung ergibt 40 Fragen, die regelmässig gesucht werden und zu Ihrem Angebot passen. Dann sieht der Zeitbedarf so aus:
| Beiträge pro Woche | Beiträge pro Monat (gerundet) | 40 Fragen beantwortet nach |
|---|---|---|
| 1 | 4 | rund 10 Monaten |
| 2 | 8 bis 9 | rund 5 Monaten |
| 3 | 13 | rund 3 Monaten |
| 7 | 30 | rund 6 Wochen |
Die Tabelle zeigt den Hebel, aber auch seine Grenze. Google braucht pro Seite Zeit, um sie zu crawlen, zu indexieren und einzuordnen. Nach den Erfahrungswerten aus Blogprojekten für Schweizer KMU zeigt sich erste Bewegung in den Rankings nach sechs bis acht Wochen, unabhängig davon, ob daneben ein oder sieben weitere Beiträge erschienen sind. Sieben Beiträge pro Woche machen also nicht jeden einzelnen Beitrag schneller sichtbar. Sie decken das Themenfeld schneller ab.
Das lohnt sich nur, wenn das Themenfeld gross genug ist. Ein Online-Shop mit hunderten Produkten, ein Hotel mit Saisonthemen oder eine Immobilienverwaltung mit Eigentümer- und Mieterfragen füllen sieben Beiträge pro Woche mit echten Themen. Ein Malerbetrieb mit 25 Kundenfragen füllt sie nicht. Wer dann trotzdem täglich veröffentlicht, landet bei Wiederholungen und Allgemeinplätzen. Wo Google bei massenhaft erstellten Inhalten die Grenze zieht, beschreibt die Seite zu Scaled Content Abuse.
Für die meisten KMU heisst das: ein bis zwei Beiträge pro Woche, also vier bis acht pro Monat. Damit ist ein Themenfeld von 40 bis 60 Fragen in einem halben bis ganzen Jahr abgedeckt, und jeder Beitrag hat Zeit, seinen Platz zu finden.
Phase 2: Sichtbarkeit halten
Wenn die Kernfragen beantwortet sind, ändert sich die Aufgabe. Jetzt geht es um drei Dinge:
- Neue Fragen aufnehmen, die durch Gesetzesänderungen, neue Produkte oder die Saison entstehen.
- Bestehende Beiträge aktualisieren, wenn Zahlen, Fristen oder Abläufe sich geändert haben.
- Lücken schliessen, die die Search Console zeigt: Suchbegriffe mit Impressionen, aber ohne passende Seite.
Dafür reichen zwei bis vier Beiträge pro Monat, wobei eine Aktualisierung als Beitrag zählt. Wann sich das Überarbeiten lohnt und wie man es macht, steht unter Alte Blogbeiträge aktualisieren. Wer in dieser Phase den Rhythmus ganz abbricht, verliert langsam: Beiträge veralten, Konkurrenten beantworten die neuen Fragen zuerst.
Wie die Pakete von Blogsystemen einzuordnen sind
Blogsysteme wie BlogPilot staffeln ihre Pakete nach Beiträgen pro Woche, nicht pro Monat. Die Logik dahinter ist dieselbe wie oben:
| Beiträge pro Woche | Passt zu |
|---|---|
| 1 | Dienstleister mit klarer Nische, Erhaltungsphase, erster Einstieg |
| 2 | Betriebe im Aufbau, die ein mittleres Themenfeld in einem halben Jahr besetzen wollen |
| 3 | Breites Angebot, mehrere Zielgruppen oder Standorte, schneller Aufbau |
| 7 | Grosses Themenfeld: Shops, Hotels, Verwaltungen, mehrsprachige Angebote |
Die Preise dazu stehen auf der Preisseite. Die Entscheidung sollte aber nicht beim Preis beginnen, sondern bei der Themensammlung. Wer 25 Fragen hat, braucht kein Paket mit sieben Beiträgen pro Woche. Wer 150 hat, kommt mit einem Beitrag pro Woche drei Jahre lang nicht zum Ziel.
Was die Zahl nicht ersetzt
Vier Beiträge pro Monat zu Themen, die niemand sucht, bringen weniger als zwei Beiträge zu Fragen, die Kunden vor dem Anruf eintippen. Drei Dinge entscheiden mehr als die Frequenz:
- Jeder Beitrag beantwortet eine konkrete Frage, und zwar in den ersten Sätzen.
- Die Beiträge sind untereinander verlinkt, damit Google den Zusammenhang erkennt.
- Der Rhythmus wird gehalten. Ein Blog mit vier Beiträgen pro Monat über zwölf Monate schlägt einen Blog mit zwanzig Beiträgen im ersten Monat und danach nichts.
Was Sie daraus machen
Zählen Sie Ihre offenen Kundenfragen. Teilen Sie die Zahl durch die Monate, in denen Sie sichtbar sein wollen. Runden Sie auf ganze Beiträge pro Woche und wählen Sie die Zahl, die Sie oder Ihr System zuverlässig durchhalten. Nach sechs bis zwölf Monaten prüfen Sie in der Search Console, welche Fragen noch offen sind, und passen den Rhythmus an.
Häufige Fragen
Reicht ein Blogbeitrag pro Monat?
Für den Aufbau von Sichtbarkeit ist ein Beitrag pro Monat zu wenig, weil bei 40 offenen Kundenfragen mehr als drei Jahre vergehen, bis alle beantwortet sind. Als Erhaltungsrhythmus für einen Blog, der die wichtigsten Themen bereits besetzt hat, kann ein Beitrag pro Monat funktionieren. Dann sollte er aber zuverlässig kommen und ein echtes Thema behandeln.
Ist mehr immer besser?
Nein. Mehr Beiträge lohnen sich nur, solange jeder Beitrag eine eigene Frage beantwortet. Wer bei sieben Beiträgen pro Woche anfängt, Themen zu wiederholen oder Fragen zu beantworten, die niemand stellt, verschwendet Budget und riskiert, dass Google die Inhalte als massenhaft produziert einstuft.
Zählen aktualisierte Beiträge mit?
Ja, in der Erhaltungsphase sind Aktualisierungen oft wertvoller als neue Texte. Ein Beitrag, der ein Preisbeispiel, eine Frist oder eine Produktangabe auf den aktuellen Stand bringt, hält seine Position eher als ein neuer Beitrag zu einem Randthema. Zwei neue und zwei aktualisierte Beiträge pro Monat sind eine sinnvolle Mischung.
Was ist, wenn ich den Rhythmus nicht halten kann?
Dann wählen Sie lieber die kleinere Zahl und halten sie durch. Ein Blog mit vier Beiträgen pro Monat über ein Jahr ist Google und Lesern mehr wert als zwölf Beiträge im Januar und danach Stille. Der Rhythmus lässt sich später jederzeit erhöhen.