Einen Redaktionsplan erstellen Sie in einer Stunde, wenn Sie die Themen nicht erfinden, sondern sammeln: aus Kundenfragen, aus Google-Suchanfragen und aus dem Saisonkalender der Branche. Die Vorlage braucht sieben Spalten (Woche, Frage, Suchbegriff, Zielgruppe, Anlass, Verantwortung, Status). Für ein KMU reicht ein Beitrag pro Woche, also zwölf Themen pro Quartal. Der Plan lebt davon, dass er nach dem ersten Monat mit Zahlen aus der Search Console nachgeführt wird.
Ein Redaktionsplan ist kein Dokument, das man schreibt, sondern eine Tabelle, die man füllt. Wer eine Stunde mit den richtigen Quellen verbringt, hat danach zwölf Themen für ein Quartal, und zwar solche, die Kunden tatsächlich suchen. Diese Seite zeigt die Vorlage, die Zeitaufteilung der Stunde und einen ausgefüllten Plan für einen Sanitärbetrieb.
Die Vorlage: sieben Spalten
| Spalte | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|
| Woche | Kalenderwoche der Veröffentlichung | KW 46 |
| Frage | Die Kundenfrage, die der Beitrag beantwortet | Warum wird meine Heizung nicht warm? |
| Suchbegriff | Wie die Frage gegoogelt wird | heizung wird nicht warm |
| Zielgruppe | Wer die Frage stellt | Eigentümer Einfamilienhaus |
| Anlass | Saison, Aktion, Gesetz, Messe oder «Dauerthema» | Heizsaison |
| Verantwortung | Wer Fakten liefert und freigibt | Inhaber |
| Status | Geplant, Entwurf, freigegeben, veröffentlicht | Geplant |
Mehr Spalten braucht ein KMU nicht. Wer Lust hat, ergänzt eine Spalte für den internen Link, auf den der Beitrag zeigen soll, etwa die passende Leistungsseite.
Der Rhythmus
Für die meisten KMU ist ein Beitrag pro Woche der richtige Takt: genug, damit Google die Website als aktiv wahrnimmt, und wenig genug, dass die Freigabe nicht liegen bleibt. Wer mehr will, sollte zuerst drei Monate mit einem Beitrag durchhalten. Die Überlegungen dazu stehen unter Wie viele Blogbeiträge pro Monat sind sinnvoll? und, kürzer, unter Wie oft Blogbeitrag veröffentlichen?. Für den Plan heisst das: zwölf Zeilen pro Quartal plus zwei Reservethemen.
Die drei Themenquellen für die Stunde
- Kundenfragen. Was wurde in den letzten vier Wochen am Telefon, per Mail oder beim Termin gefragt? Fragen Sie auch die Person am Empfang und die Monteure. Ergebnis: fünf bis acht Fragen.
- Suchanfragen. Tippen Sie Ihre Leistungen bei Google ein und notieren Sie die Vorschläge und den Block «Weitere Fragen». Wenn die Search Console eingerichtet ist, lesen Sie dort die Suchanfragen mit Impressionen, zu denen noch kein Beitrag existiert. Ergebnis: fünf bis acht Fragen.
- Saison. Was passiert in den nächsten drei Monaten in Ihrer Branche? Heizsaison, Gartenstart, Steuerfrist, Schulbeginn. Ergebnis: drei bis vier Anlässe.
Eine ausführliche Liste mit weiteren Quellen finden Sie unter Blogthemen finden. Für die Stunde reichen diese drei.
Die Stunde in vier Blöcken
| Minuten | Aufgabe |
|---|---|
| 0 bis 10 | Kundenfragen der letzten Wochen aufschreiben, Mitarbeitende fragen |
| 10 bis 30 | Google-Vorschläge und Search Console durchgehen, Fragen notieren |
| 30 bis 45 | Saisonanlässe eintragen, Fragen den Wochen zuordnen |
| 45 bis 60 | Streichen, was der Betrieb nicht anbietet; Reservethemen festlegen; Verantwortung eintragen |
Der dritte Block ist der wichtigste: Saisonthemen müssen vier bis sechs Wochen vor dem Anlass erscheinen, damit Google sie bis dahin eingeordnet hat. Ein Beitrag zum Frostschutz, der in der ersten Frostwoche erscheint, kommt zu spät.
Beispielplan: Sanitärbetrieb, 12 Wochen ab Anfang November
| Woche | Frage | Anlass |
|---|---|---|
| 1 | Warum wird meine Heizung nicht richtig warm? | Heizsaison |
| 2 | Heizung entlüften: wann selbst, wann der Fachmann? | Heizsaison |
| 3 | Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus? | Dauerthema, Förderanträge im Winter |
| 4 | Wasserleitungen vor Frost schützen: was im Ferienhaus zu tun ist | Saison |
| 5 | Boiler entkalken: wie oft und was es kostet | Dauerthema |
| 6 | Tropfender Wasserhahn: selbst reparieren oder anrufen? | Dauerthema |
| 7 | Heizung ausgefallen über die Feiertage: was tun? | Weihnachten und Neujahr |
| 8 | Ölheizung ersetzen: welche Fristen gelten in meinem Kanton? | Jahresbeginn, Prüfung durch Fachperson nötig |
| 9 | Bad umbauen: wie lange dauert es und was ist zu planen? | Planungssaison für Frühjahr |
| 10 | Wasserenthärtung: lohnt sich das im Thurgau? | Dauerthema, regional |
| 11 | Regenwasser nutzen: was braucht es im Garten? | Gartenstart |
| 12 | Wie finde ich einen Sanitär mit Notdienst in meiner Region? | Dauerthema |
Reservethemen: «Was bedeutet der Wasserdruck in meinem Haus?» und «Wie erkenne ich einen versteckten Wasserschaden?». Weitere Themen für diese Branche listet Blog für Sanitär und Heizung.
Beachten Sie Woche 8: Aussagen zu kantonalen Fristen gehören nur mit Prüfung durch eine Fachperson in den Beitrag. Der Plan vermerkt das in der Spalte Anlass, damit es bei der Freigabe nicht vergessen geht.
Den Plan nachführen
Nach vier Wochen öffnen Sie die Search Console und schauen, welche der veröffentlichten Beiträge Impressionen bringen. Beiträge mit Impressionen, aber ohne Klicks brauchen einen besseren Titel. Suchbegriffe, die neu auftauchen, kommen als Zeilen in das nächste Quartal. So entsteht der zweite Plan nicht in einer Stunde, sondern in zwanzig Minuten, weil die Hälfte der Themen schon da ist.
Was Sie daraus machen
Blocken Sie sich eine Stunde, öffnen Sie eine leere Tabelle mit den sieben Spalten und arbeiten Sie die vier Blöcke ab. Das Ergebnis ist kein perfekter Plan, aber ein Plan, der mit Fragen beginnt, die Ihre Kunden stellen. Ob Sie die Beiträge dann selbst schreiben, schreiben lassen oder automatisiert erstellen, ist eine zweite Entscheidung. Die Themen sind in jedem Fall dieselben.
Häufige Fragen
Welches Werkzeug brauche ich für den Redaktionsplan?
Eine Tabelle genügt, ob Excel, Google Sheets oder Notion. Wichtiger als das Werkzeug ist, dass die Tabelle an einem Ort liegt, den alle Beteiligten sehen, und dass sie eine Statusspalte hat. Blogsysteme bringen oft einen eigenen Themenplan mit, der die Suchbegriffe gleich mitliefert.
Was mache ich, wenn ein geplantes Thema plötzlich nicht mehr passt?
Tauschen, nicht streichen. Ein Plan für zwölf Wochen sollte zwei bis drei Reservethemen enthalten, die keinen Saisonbezug haben. Fällt ein Thema aus, rückt ein Reservethema nach, und der Rhythmus bleibt erhalten.
Soll ich Themen für ein ganzes Jahr planen?
Nein, ein Quartal reicht. Nach drei Monaten zeigt die Search Console, welche Beiträge Impressionen bringen, und daraus entstehen bessere Themen als aus einer Jahresplanung im Januar. Saisonale Anlässe für das ganze Jahr können Sie trotzdem in einer separaten Liste vormerken.
Wer im Betrieb sollte den Redaktionsplan führen?
Die Person, die auch freigibt, meist die Geschäftsleitung oder eine Mitarbeiterin mit Kundenkontakt. Sie kennt die Fragen, die gestellt werden. Das Schreiben kann sie abgeben, die Themenwahl und die Freigabe nicht.