Ein Blog ohne eigene Website ist auf vier Wegen möglich: als gehosteter Blog, der unter Ihrer eigenen Domain erscheint, als Artikel auf LinkedIn, auf einer Plattform wie Medium oder über einen Website-Baukasten mit Blogfunktion. Für die Sichtbarkeit bei Google zählt nur, was unter Ihrer Domain liegt. Deshalb ist der gehostete Blog unter eigener Domain für KMU der sinnvollste Weg, wenn keine Website existiert oder die bestehende keinen Blog kann.
Die Frage stellen zwei Gruppen. Neugründer, die noch keine Website haben und zuerst sichtbar werden wollen. Und Betriebe mit einer bestehenden Website, die technisch keinen Blog zulässt, etwa eine alte Agenturseite ohne Redaktionssystem. Für beide gilt dieselbe Regel: Ein Blog wirkt bei Google und in KI-Antworten nur so weit, wie er unter einer Adresse liegt, die Ihnen gehört.
Warum die Domain entscheidet
Google ordnet Inhalte einer Domain zu. Jeder Beitrag, der unter ihrbetrieb.ch erscheint, trägt zum Bild bei, das Google von ihrbetrieb.ch hat: Themen, Fachgebiet, Region, Vertrauenswürdigkeit. Erscheint derselbe Beitrag auf einer fremden Plattform, zahlt er auf deren Domain ein. Die Plattform wird sichtbarer, Sie nicht. Das ist der Grund, warum die Wahl des Wegs wichtiger ist als die Wahl des Werkzeugs. Was Google zur Struktur einer Website empfiehlt, steht im Einsteigerleitfaden von Google Search Central.
Die vier Wege im Vergleich
| Weg | Liegt unter Ihrer Domain? | Was Google daraus lernt | Aufwand zum Start |
|---|---|---|---|
| Gehosteter Blog unter eigener Domain | Ja | Alles zahlt auf Ihre Domain ein | Domain registrieren, Blog einbinden |
| Website-Baukasten mit Blog | Ja, wenn eigene Domain verbunden | Alles zahlt auf Ihre Domain ein | Baukasten einrichten, Vorlage wählen |
| LinkedIn-Artikel | Nein | Zahlt auf LinkedIn ein | Gering |
| Medium oder ähnliche Plattformen | Nein, ausser mit eigener Domain beim Anbieter | Zahlt auf die Plattform ein | Gering |
Gehosteter Blog unter eigener Domain
Der Blog liegt technisch bei einem Anbieter, erscheint aber unter Ihrer Adresse, zum Beispiel ihrbetrieb.ch/blog/. Technisch geschieht das über eine Weiterleitung auf Serverebene, einen sogenannten Proxy, oder über eine Subdomain wie blog.ihrbetrieb.ch. Für Google gehört der Blog damit zu Ihrer Domain. Sie brauchen keine eigene Website, nur die Domain. Später lässt sich der Blog in eine eigene Website überführen, weil die Adressen Ihnen gehören. Wie das im Detail funktioniert, erklärt die Seite zum gehosteten Blog. Ob Unterordner oder Subdomain besser ist, behandelt Blog auf eigener Domain oder Subdomain.
Website-Baukasten mit Blogfunktion
Wix, Squarespace, Jimdo und ähnliche Anbieter bringen eine Blogfunktion mit. Wer ohnehin eine einfache Website plant, kann damit starten. Die Beiträge liegen unter Ihrer Domain, sofern Sie eine verbinden. Nachteil: Sie bauen nebenbei eine Website, und die kostet Zeit für Gestaltung und Inhalte, die mit dem Blog nichts zu tun haben. Für Betriebe, die zuerst sichtbar werden und später gestalten wollen, ist das die umgekehrte Reihenfolge.
LinkedIn-Artikel
LinkedIn erlaubt längere Artikel unter Ihrem Profil oder Ihrer Unternehmensseite. Sie erreichen Ihr Netzwerk und werden in LinkedIn gefunden. Für Google sind sie ein Inhalt von linkedin.com. Wer in drei Jahren die Plattform verlässt oder LinkedIn seine Regeln ändert, hat keine Kontrolle über das, was mit den Texten geschieht. Als Verteilkanal für Beiträge aus dem eigenen Blog ist LinkedIn wertvoll. Als Ersatz für den Blog nicht.
Medium und vergleichbare Plattformen
Medium und ähnliche Dienste sind für Einzelautoren gebaut, nicht für Betriebe. Die Darstellung, die Verlinkung auf Ihre Leistungen und die Reihenfolge der Beiträge bestimmt die Plattform. Für einen Schweizer KMU-Blog, der Kunden aus der Region zu einer Anfrage führen soll, fehlt das Wichtigste: der direkte Weg zu Ihrem Angebot.
Was für KMU die sinnvollste Reihenfolge ist
Wer keine Website hat, startet so:
- Domain registrieren, wenn noch keine vorhanden ist.
- Gehosteten Blog unter dieser Domain einrichten. Damit existiert eine Adresse, auf der ab der ersten Woche Inhalte entstehen.
- Beiträge veröffentlichen, die Kundenfragen beantworten. Jeder Beitrag braucht eine Kontaktmöglichkeit, denn vorerst ist der Blog die Website.
- Wenn Budget und Zeit für eine vollständige Website da sind, wird sie unter derselben Domain gebaut. Der Blog bleibt, wo er ist, oder zieht per Weiterleitung mit.
Diese Reihenfolge hat einen Vorteil, der oft übersehen wird: Wenn die Website später kommt, hat die Domain bereits Geschichte bei Google. Eine neue Website auf einer Domain mit zwanzig indexierten Fachbeiträgen startet nicht bei null. Was in den ersten 90 Tagen einer neuen Website sonst zu tun ist, steht unter SEO für eine neue Website.
Wer eine Website hat, die keinen Blog kann, geht denselben Weg ab Schritt 2. Der gehostete Blog wird unter ihrbetrieb.ch/blog/ eingebunden, die bestehende Website bleibt unverändert. Anbieter wie BlogPilot bieten diese Variante neben der Anbindung an WordPress, Wix und Shopify an.
Was Sie daraus machen
Sichern Sie sich die Domain, bevor Sie irgendwo schreiben. Veröffentlichen Sie dann dort, nicht auf fremden Plattformen. LinkedIn und andere Netzwerke nutzen Sie, um auf die Beiträge hinzuweisen, nicht als deren Zuhause. So gehört alles, was Sie in den nächsten Jahren schreiben, Ihnen.
Häufige Fragen
Brauche ich für den gehosteten Blog eine eigene Domain?
Ja, und das ist der Punkt, der ihn von LinkedIn oder Medium unterscheidet. Eine Domain wie ihrbetrieb.ch kostet bei Schweizer Registrierstellen wenig pro Jahr und gehört Ihnen. Der Blog wird dann unter ihrbetrieb.ch/blog/ oder einer Subdomain eingebunden, und alles, was Google darüber lernt, bleibt bei Ihrer Domain.
Kann ich den gehosteten Blog später in eine richtige Website überführen?
Ja. Wenn die Beiträge von Anfang an unter Ihrer Domain liegen, bleiben ihre Adressen beim Umzug in ein eigenes System erhalten oder werden per Weiterleitung übernommen. Die aufgebaute Sichtbarkeit geht nicht verloren. Bei Beiträgen auf Medium oder LinkedIn ist das nicht möglich, weil die Adressen der Plattform gehören.
Ist LinkedIn nicht besser, weil dort schon Leser sind?
LinkedIn bringt Reichweite im Netzwerk, aber keine Sichtbarkeit bei Google oder in KI-Antworten unter Ihrem Namen. Beides schliesst sich nicht aus: Der Beitrag erscheint im eigenen Blog, auf LinkedIn folgt ein kurzer Post mit Link. So bedienen Sie beide Kanäle, ohne den Inhalt zu verschenken.
Was ist mit einem Blog im Google Unternehmensprofil?
Das Unternehmensprofil erlaubt kurze Beiträge, die in der Google-Suche und auf Maps erscheinen. Sie sind nützlich für Aktuelles und Angebote, aber kein Ersatz für einen Blog: Sie verschwinden nach einiger Zeit aus der Ansicht, lassen sich nicht sinnvoll untereinander verlinken und bauen keine Domain auf.