Marketing für Elektriker funktioniert im Blog am besten über die Fragen, die Kunden vor dem Anruf googeln: Was kostet eine Wallbox, wann braucht es einen Sicherheitsnachweis, lohnt sich Photovoltaik auf dem eigenen Dach. 20 solche Themen, nach Saison geplant und mit Ortsbezug geschrieben, füllen ein halbes Jahr Blog und führen Leser zur Offertanfrage.
Wer einen Elektriker sucht, tippt selten «Elektriker» ein. Er tippt die Frage ein, die er gerade hat: «Wallbox Kosten Einfamilienhaus», «Sicherheitsnachweis wann nötig», «FI-Schalter löst immer aus». Wer diese Fragen auf der eigenen Website beantwortet, ist zur Stelle, bevor der Kunde überhaupt an eine Offerte denkt. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Leistungsseite und einem Blog.
Warum Fragen besser werben als Leistungslisten
Eine Leistungsseite zählt auf, was der Betrieb kann: Installationen, Photovoltaik, Smart Home, Kontrollen. Der Kunde sucht aber nicht nach Ihrer Liste, sondern nach seinem Problem. Ein Blogbeitrag pro Frage trifft diese Suche, bringt den Leser auf Ihre Website und zeigt ihm nebenbei, dass Sie das Thema beherrschen. Für Handwerksbetriebe gilt zusätzlich, dass Preisfragen die stärksten Beiträge sind. Warum das so ist, steht im Beitrag Blog für Handwerksbetriebe.
Für Elektrobetriebe kommt ein Vorteil dazu: Viele Themen sind regional geprägt. Der Netzbetreiber, die Bewilligungspraxis der Gemeinde und der typische Gebäudebestand unterscheiden sich von Ort zu Ort. Ein Beitrag, der diese lokalen Eigenheiten erklärt, hat kaum Konkurrenz.
20 Themen, die Kunden wirklich suchen
Die Liste ist nach Themenfeldern gruppiert. Jedes Thema ist als Frage formuliert, weil so gesucht wird. Nummern dienen nur der Übersicht, nicht der Reihenfolge.
Ladestation und Elektromobilität
- Was kostet eine Wallbox im Einfamilienhaus inklusive Installation? Als Spanne aus Ihren eigenen Aufträgen, mit den Faktoren Leitungsweg, Absicherung und Zählerplatz.
- Ladestation in der Mietwohnung oder im Stockwerkeigentum: Wer muss zustimmen, wer bezahlt?
- 11 kW oder 22 kW: Welche Ladeleistung braucht ein Haushalt im Alltag?
- Lastmanagement in der Tiefgarage: Wie laden mehrere Fahrzeuge, ohne den Hausanschluss zu überlasten?
- Muss eine Wallbox beim Netzbetreiber gemeldet werden, und wer macht das?
Photovoltaik und Eigenverbrauch
- Lohnt sich eine Solaranlage auf meinem Dach? Mit den Kriterien Ausrichtung, Dachfläche, Verbrauch, ohne Renditeversprechen.
- Batteriespeicher nachrüsten: Wann ist das sinnvoll und wann nicht?
- Eigenverbrauch erhöhen: Wie Wärmepumpe, Boiler und Wallbox den Solarstrom nutzen.
- Förderung für Solaranlagen: Wo Hausbesitzer die aktuellen Beiträge nachschlagen (Verweis auf die offiziellen Stellen, keine eigenen Beträge).
- Was passiert bei einem Stromausfall mit meiner Solaranlage?
Sicherheit und Kontrolle
- Sicherheitsnachweis: Wann er verlangt wird, wer ihn ausstellt und was er kostet.
- Periodische Kontrolle der Elektroinstallation: Was geprüft wird und was Sie vorbereiten sollten.
- FI-Schutzschalter löst aus: Mögliche Ursachen und was Sie selbst prüfen dürfen.
- Elektroinstallation im Altbau: Woran Sie erkennen, dass eine Sanierung ansteht.
Smart Home und Komfort
- Smart Home nachrüsten: KNX, Funk oder App-Lösung, und was für welche Wohnung passt.
- LED-Umrüstung im Gewerbe: Ablauf, typische Fehler und Amortisation als Beispielrechnung.
- Rollläden, Heizung und Licht automatisieren: Welche Vorbereitung beim Umbau nötig ist.
Kosten und Ablauf
- Was kostet ein Elektriker pro Stunde? Ihr Ansatz, transparent, mit Erklärung von Wegpauschale und Material.
- Eine Elektriker-Offerte lesen: Was die einzelnen Positionen bedeuten.
- Notfall am Wochenende: Was wirklich ein Notfall ist und was der Pikettdienst kostet.
Saison: welches Thema wann erscheint
Elektrothemen haben Jahreszeiten, auch wenn man es nicht vermutet. Wer den Beitrag publiziert, bevor die Nachfrage steigt, ist zur Stelle, wenn gesucht wird.
| Zeitraum | Thema | Grund |
|---|---|---|
| Januar bis März | Photovoltaik, Förderung, Batteriespeicher | Hausbesitzer planen im Winter, montiert wird im Frühling |
| April bis Juni | Wallbox, Lastmanagement, Smart Home | Neue Fahrzeuge, Umbauten vor den Sommerferien |
| Juli bis August | Notfall, FI-Schalter, Klimagerät anschliessen | Gewitter, Hitze, Ferienabwesenheit |
| September bis November | LED, Beleuchtung, Altbau-Sanierung, Kontrolle | Dunkle Tage, Innenprojekte, Budget fürs nächste Jahr |
| Dezember | Aussenbeleuchtung, Sicherheitsnachweis bei Handänderung | Weihnachtsbeleuchtung, Wohnungswechsel per Jahresende |
Die Zuordnung ist ein Vorschlag aus dem Handwerksalltag, keine Statistik. Prüfen Sie nach einem Jahr in der Search Console, wann Ihre Beiträge tatsächlich gelesen werden, und verschieben Sie den Plan entsprechend.
Regionalität: der Vorteil des kleinen Betriebs
Grosse Portale erklären, was eine Wallbox ist. Sie erklären nicht, wie die Installationsanzeige beim Netzbetreiber in Ihrer Region läuft oder welche Gemeinden im Einzugsgebiet Solaranlagen zusätzlich fördern. Nennen Sie in jedem Beitrag den Ort oder die Region, in der Sie arbeiten, und beschreiben Sie die lokale Praxis. Eine Suche wie «Wallbox Installation Frauenfeld» hat wenig Konkurrenz, und der Suchende ist meist bereit für eine Offerte. Wie Ortsbezug im Text funktioniert, ohne dass er aufgesetzt wirkt, zeigt der Beitrag Regional gefunden werden in der Schweiz.
Ein zweiter regionaler Hebel sind Fotos von eigenen Aufträgen: die Wallbox in der Einstellhalle einer Überbauung, die PV-Anlage auf dem Bauernhof. Mit Einverständnis des Kunden und ohne Hausnummer sind solche Bilder der beste Beleg, dass Sie das Thema nicht nur beschreiben.
Vom Thema zum Blogplan
20 Themen sind bei einem Beitrag pro Woche rund fünf Monate Stoff. Legen Sie die Reihenfolge nach der Saisontabelle fest, beginnen Sie mit zwei Kostenfragen und einer Sicherheitsfrage, und tragen Sie neue Fragen aus Kundengesprächen laufend nach. Wie ein solcher Plan in einer Stunde für ein Quartal entsteht, beschreibt der Redaktionsplan für den Firmenblog.
Wer das Schreiben nicht selbst übernehmen will, hat drei Wege: ein Mitarbeiter mit Schreibtalent, ein Texter aus der Region oder ein Blogsystem wie BlogPilot, das Suchanfragen der Branche und Region mitliest und daraus den Themenplan und die Beiträge erstellt. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie viel Zeit der Betrieb für die Freigabe aufbringen kann. Fachlich prüfen muss am Ende immer der Elektriker.
Was Sie daraus machen
Wählen Sie aus der Liste die fünf Fragen, die Ihre Kunden am Telefon am häufigsten stellen. Das sind die ersten fünf Beiträge. Schreiben Sie jeden mit Ortsbezug, einer Preisspanne und einem Foto aus dem eigenen Auftrag. Dann sehen Sie nach acht Wochen in der Search Console, welche Frage zuerst Besucher bringt, und bauen in diese Richtung weiter.
Häufige Fragen
Soll ein Elektriker im Blog Preise nennen?
Ja, als Spanne aus eigenen Aufträgen und mit den Faktoren, die den Preis bewegen. Wer «Wallbox ab CHF X bis Y, je nach Leitungsweg und Sicherung» schreibt, bekommt Anfragen von Leuten, die das Budget kennen. Wer nichts schreibt, verliert den Leser an den Betrieb, der es tut.
Reicht ein Beitrag pro Woche für einen Elektrobetrieb?
Für die meisten Betriebe ja. 20 Themen sind bei einem Beitrag pro Woche fünf Monate Stoff, danach kommen Folgefragen aus der Search Console und aus Kundengesprächen dazu. Entscheidend ist der Rhythmus, nicht die Menge.
Darf ich im Blog technische Details zur Norm erklären?
Erklären ja, verbindlich auslegen nein. Schreiben Sie, was die Niederspannungs-Installationsnorm im Alltag bedeutet, und verweisen Sie bei Grenzfällen auf die Kontrolle durch eine Fachperson. So bleibt der Beitrag nützlich und Sie haften nicht für eine allgemeine Aussage.
Wie unterscheidet sich mein Blog von dem eines Konkurrenten?
Durch Ihre Region und Ihre Aufträge. Der Netzbetreiber, die Bewilligungspraxis der Gemeinde und die typischen Häuser im Einzugsgebiet sind bei jedem Betrieb anders. Beiträge, die genau das aufgreifen, kann niemand kopieren.