Marketing für ein Architekturbüro funktioniert im Blog mit zwei Formaten: Antworten auf die Fragen, die Bauherren vor dem ersten Gespräch googeln, etwa was Planung kostet, ob Umbau oder Neubau sinnvoll ist und wie eine Baubewilligung abläuft, und Projektgeschichten, die den Weg von der Aufgabe zur Lösung erzählen. Beide zusammen zeigen Kompetenz und bringen Anfragen von Bauherren, die zum Büro passen.
Architekturbüros zeigen auf ihrer Website fast immer dasselbe: Projektbilder, ein kurzer Text, das Team. Was fehlt, ist der Teil, den Bauherren vor dem ersten Gespräch suchen: Was kostet die Planung, soll ich umbauen oder neu bauen, wie lange dauert die Bewilligung. Ein Blog füllt diese Lücke, und er macht noch etwas Zweites: Er erzählt Projekte so, dass Bauherren sich darin wiedererkennen.
Zwei Formate, zwei Aufgaben
| Format | Aufgabe | Beispiel |
|---|---|---|
| Antwortbeitrag | Bringt Suchende auf die Website | «Was kostet ein Architekt beim Umbau?» |
| Projektgeschichte | Zeigt, wie das Büro arbeitet, und baut Vertrauen auf | «Vom Stall zum Wohnhaus: ein Umbau in Bischofszell» |
Antwortbeiträge werden gefunden, Projektgeschichten werden gelesen, sobald jemand auf der Website ist. Ein Blog braucht beide. Wer nur Projekte zeigt, wird nicht gefunden; wer nur Fragen beantwortet, bleibt austauschbar.
16 Antwortthemen für Bauherren
Kosten und Honorar
- Was kostet ein Architekt? Honorarmodelle verständlich erklärt, mit einer Spanne für typische Aufträge des Büros.
- Wann lohnt sich ein Architekt und wann reicht der Baumeister? Ehrlich, mit Beispielen.
- Was kostet eine erste Machbarkeitsstudie und was ist darin enthalten?
- Baukosten schätzen: Wie Architekten rechnen und warum die erste Zahl eine Spanne ist.
Umbau oder Neubau
- Umbauen oder abreissen und neu bauen? Die Kriterien, an denen das Büro den Entscheid festmacht.
- Altes Bauernhaus umbauen: Was Bausubstanz, Denkmalpflege und Energie bedeuten.
- Anbau oder Aufstockung: Was in welcher Zone möglich ist, allgemein, mit Hinweis auf die Gemeinde.
- Einfamilienhaus aus den Siebzigern sanieren: Die typischen Schwachstellen und Reihenfolge der Massnahmen.
Bewilligung und Ablauf
- Baubewilligung: Der Ablauf von der Voranfrage bis zur Einsprachefrist, als Zeitstrahl.
- Was darf ich ohne Bewilligung bauen? Allgemeine Regel, mit Hinweis, dass die Gemeinde entscheidet.
- Einsprache der Nachbarn: Was dann passiert und wie man sie vermeidet.
- Der Weg vom ersten Gespräch zum Einzug: Die Phasen eines Projekts und was der Bauherr in jeder entscheidet.
Energie und Material
- Gebäudehülle sanieren: Dach, Fenster oder Fassade zuerst?
- Heizung beim Umbau ersetzen: Was der Architekt koordiniert und was der Installateur.
- Holzbau oder Massivbau: Vor- und Nachteile aus der Praxis des Büros.
- Energiezertifikat und Förderung: Was ein GEAK zeigt und wo Bauherren die Förderstellen ihres Kantons finden.
Projektgeschichten: das Format, das nur Sie haben
Eine Projektgeschichte ist kein Portfolio-Eintrag. Sie erzählt die Aufgabe, die Einschränkungen und die Lösung. Ein bewährter Aufbau in fünf Teilen:
- Ausgangslage: Was die Bauherrschaft wollte und was das Grundstück oder Gebäude vorgab.
- Das Problem: Die eine Frage, die das Projekt schwierig machte. Die Hanglage, der Denkmalschutz, das Budget.
- Die Lösung: Wie das Büro die Frage beantwortet hat, mit Plan oder Skizze.
- Der Prozess: Bewilligung, Bauzeit, Überraschungen, was anders lief als geplant.
- Das Ergebnis: Bilder, ein Satz der Bauherrschaft, was das Büro daraus mitnimmt.
Vier bis sechs solche Geschichten pro Jahr reichen. Jede trägt den Ort im Titel und beschreibt eine Aufgabe, die andere Bauherren in der Region ebenfalls haben. Wer ein Bauernhaus umbauen will, sucht nach genau dieser Geschichte.
Bildrechte: vor der Veröffentlichung klären
Architekturfotos haben meist mehrere Beteiligte mit Rechten oder Interessen: den Fotografen, die Bauherrschaft, manchmal Nachbarn und Personen im Bild. Vor der Veröffentlichung im Blog gehören drei Punkte geklärt:
- Nutzungsrecht beim Fotografen: Darf das Bild auf der Website und in Social Media erscheinen, und muss der Name genannt werden?
- Einverständnis der Bauherrschaft: Was darf gezeigt werden, Innenräume, Adresse, Kosten?
- Personen und Nachbargrundstücke: Keine erkennbaren Personen ohne Zustimmung, keine Einblicke in fremde Räume.
Diese Punkte sind allgemeine Hinweise, keine Rechtsberatung. Wer regelmässig publiziert, lässt sich eine Standardvereinbarung aufsetzen und legt sie jedem Auftrag bei. Für die technische Seite, also Dateigrösse, Format und Alt-Text, gilt dasselbe wie für jeden Blog; Details stehen im Beitrag Bilder für KI-Blogbeiträge.
Region und Rhythmus
Bauherren suchen ein Büro, das ihre Gemeinde und deren Bewilligungspraxis kennt. Die Region gehört darum in den Titel jeder Projektgeschichte und in die Antwortbeiträge, wo sie inhaltlich etwas erklärt. Wie das ohne Ortslisten funktioniert, beschreibt der Beitrag Regional gefunden werden in der Schweiz.
Ein Beitrag pro Woche ist der Richtwert: drei Antwortbeiträge, dann eine Projektgeschichte. Die Antwortbeiträge lassen sich auslagern, an einen Texter oder an ein Blogsystem wie BlogPilot, das aus Suchanfragen der Region den Themenplan baut und Beiträge zur Freigabe vorlegt. Die Projektgeschichten schreibt das Büro besser selbst oder diktiert sie; dort steckt das, was kein System kennt.
Was Sie daraus machen
Wählen Sie das letzte abgeschlossene Projekt und schreiben Sie dessen Geschichte in den fünf Teilen oben. Dazu drei Antwortbeiträge: Honorar, Umbau oder Neubau, Baubewilligung. Mit diesen vier Beiträgen hat die Website zum ersten Mal Inhalte für die Phase, in der Bauherren ein Büro suchen.
Häufige Fragen
Wirkt ein Blog mit Kostenfragen nicht unter dem Niveau eines Architekturbüros?
Bauherren stellen diese Fragen ohnehin, nur eben Google statt Ihnen. Wer sie sachlich beantwortet, erklärt, was Planung leistet, und filtert Anfragen mit unrealistischem Budget vorab. Das ist kein Niveauverlust, sondern Beratung, bevor der Auftrag beginnt.
Darf ich Projekte zeigen, die noch nicht fertig sind?
Mit Einverständnis der Bauherrschaft ja, und oft ist der Bauprozess sogar spannender als das fertige Haus. Klären Sie vorher, welche Details der Bauherr nicht öffentlich sehen will, etwa Kosten oder Adresse. Ein Zwischenstand mit Baustellenbild erzählt mehr als das Hochglanzfoto am Ende.
Wie oft sollte ein Architekturbüro bloggen?
Ein Beitrag pro Woche ist der Richtwert, bei dem Google und Leser einen Rhythmus erkennen. Wer das nicht schafft, nimmt zwei Beiträge pro Monat, aber regelmässig. Ein Beitrag pro Quartal baut keine Sichtbarkeit auf.
Was ist mit Konkurrenz durch grosse Architekturportale?
Portale schreiben allgemein und schweizweit. Sie schreiben für Ihre Region, mit der Bewilligungspraxis Ihrer Gemeinden und Ihren eigenen Projekten. Eine Suche wie «Umbau Bauernhaus Thurgau Architekt» gewinnt kein Portal.