Regional gefunden werden heisst, für jede geografische Ebene, auf der Kunden suchen, eine passende Seite zu haben: den Standort selbst, die umliegenden Orte, den Bezirk oder die Region und den Kanton. Suchende tippen je nach Branche unterschiedlich: «Zahnarzt Kreuzlingen», «Schreinerei Thurgau» oder «Elektriker in der Nähe». Eine Website deckt das mit dem Google-Unternehmensprofil, einer Standortseite, wenigen Regionsseiten mit echtem Inhalt und Blogbeiträgen ab. Dutzende fast identische Ortsseiten gelten bei Google als Doorway-Seiten und schaden.
Ein Elektriker in Amriswil wird nicht nur mit «Elektriker Amriswil» gesucht. Kunden tippen «Elektriker Thurgau», «Elektriker Oberthurgau», «Elektriker Romanshorn» oder einfach «Elektriker in der Nähe». Jede dieser Suchen ist ein eigener Suchraum. Wer nur den eigenen Ortsnamen auf der Website nennt, verpasst die anderen. Wer für jeden Ort eine eigene Seite kopiert, bekommt Ärger mit Google. Diese Seite zeigt den Weg dazwischen.
Wie Suchende Orte eingeben
Die Schweiz ist kleinräumig. Viele Menschen pendeln über Gemeinde- und Kantonsgrenzen und denken in Regionen, die auf keiner Verwaltungskarte stehen: Oberthurgau, Zürcher Oberland, Rheintal, Fürstenland. Die Suchanfragen folgen dieser Denkweise.
| Ebene | Typische Suche | Wann sie dominiert |
|---|---|---|
| Ort | «Zahnarzt Kreuzlingen» | Alltagsdienste, kurze Wege: Gesundheit, Coiffeur, Garage, Restaurant |
| Nachbarort | «Zahnarzt Konstanz» von Kreuzlingen aus | Grenznahe Orte, Agglomerationen |
| Region oder Bezirk | «Schreinerei Oberthurgau», «Maler Zürcher Unterland» | Handwerk mit Einsatzradius von 20 bis 40 Kilometern |
| Kanton | «Treuhänder Thurgau», «Architekt St. Gallen» | Beratung, Planung, Immobilien, Angebote mit kantonalem Bezug |
| Agglomeration | «Umzug Zürich» von Dietikon aus | Alle Branchen rund um die grossen Städte |
| Ohne Ort | «Elektriker in der Nähe», «Pizzeria» | Mobile Suche, Google nutzt den Standort des Geräts |
Welche Ebene bei Ihnen zählt, müssen Sie nicht raten. Die Google Search Console listet die tatsächlichen Suchanfragen, für die Ihre Website erscheint. Filtern Sie nach Ortsnamen, Regionsnamen und Kantonsnamen und Sie sehen, wo Sie schon Impressionen haben und wo nicht. Die Anleitung dazu steht unter Search Console einrichten und lesen.
Welche Seite welchen Suchraum abdeckt
Jede Ebene braucht einen Ort auf der Website, an dem sie glaubwürdig vorkommt. Die Zuordnung sieht für die meisten KMU so aus:
| Suchraum | Zuständige Seite | Was darauf stehen muss |
|---|---|---|
| Ort | Google-Unternehmensprofil und Startseite | Adresse, Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos vom Standort |
| Nachbarorte | Standortseite oder Abschnitt «Einzugsgebiet» | Liste der bedienten Orte, Fahrzeiten, Referenzen mit Ortsangabe |
| Region oder Bezirk | Eine Regionsseite mit echtem Inhalt | Projekte aus der Region, Besonderheiten, Ansprechpartner |
| Kanton | Leistungsseite mit kantonalem Bezug oder Blogbeiträge | Kantonale Regeln, Förderprogramme, Behörden, Preise |
| Ohne Ort | Google-Unternehmensprofil | Korrekte Kategorie, aktuelle Daten, Bewertungen |
Das Unternehmensprofil ist die Basis. Es entscheidet über die Kartenanzeige bei Suchen mit und ohne Ortsnamen. Wie Sie es richtig einstellen, steht unter Google Unternehmensprofil optimieren. Den Überblick über alle lokalen Massnahmen liefert die Seite Lokale SEO für KMU.
Beispiele aus Thurgau und St. Gallen
Wie das in der Praxis aussieht, zeigen die eigenen Regionalseiten dieser Website. Die Seite SEO im Thurgau richtet sich an Unternehmen im Kanton und spricht dessen Struktur an: viele kleine Gemeinden, Nähe zu Konstanz, Pendlerströme nach Winterthur und Zürich. Die Seite SEO in der Ostschweiz fasst die Region über Kantonsgrenzen hinweg zusammen, weil Kunden aus Wil, Gossau und Weinfelden in derselben Region denken. Die Seite SEO-Optimierung in St. Gallen bedient die Stadt und ihre Agglomeration.
Drei Seiten, drei Suchräume, drei unterschiedliche Inhalte. Keine davon ist eine Kopie der anderen. Genau das ist der Massstab: Jede Regionsseite muss etwas enthalten, das nur für diese Region gilt.
Ein konstruiertes Beispiel für eine Schreinerei in Bürglen TG: Standortseite mit Werkstatt und Ausstellung in Bürglen, Einzugsgebiet Weinfelden, Amriswil, Bischofszell, Frauenfeld. Eine Regionsseite «Schreinerei im Oberthurgau» mit Referenzküchen aus Romanshorn und Arbon. Blogbeiträge zu Einbauschränken in Altbauten, mit Beispielen aus Frauenfelder Altstadthäusern. Kein einziger Beitrag muss «Schreinerei Thurgau» im Titel tragen, und trotzdem erscheint der Betrieb für Suchen auf allen Ebenen.
Wo Doorway-Seiten beginnen
Google nennt in seinen Spam-Richtlinien Doorway-Seiten ausdrücklich als Verstoss: Seiten, die für ähnliche Suchanfragen erstellt werden und Nutzer alle auf dasselbe Ziel führen, ohne eigenen Wert. Der Klassiker in der Schweiz: «Maler Frauenfeld», «Maler Weinfelden», «Maler Amriswil» als zwanzig Seiten mit identischem Text, in dem nur der Ortsname getauscht wurde.
Die Grenze ist nicht die Anzahl der Seiten, sondern der Inhalt. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Würde ein Kunde aus diesem Ort auf der Seite etwas erfahren, das auf der Hauptseite fehlt?
- Gibt es ein echtes Referenzprojekt, einen Ansprechpartner oder eine Besonderheit für diesen Ort?
- Könnten Sie die Seite jemandem vorlesen, ohne dass sie peinlich wirkt?
Wenn eine Antwort Nein lautet, gehört der Ort in die Einzugsgebietsliste der Standortseite, nicht auf eine eigene Seite. Was für Betriebe mit mehreren echten Standorten gilt, behandelt die Seite Blog für mehrere Standorte.
Konsistenz über alle Quellen
Regionale Sichtbarkeit entsteht nicht nur auf der eigenen Website. Google gleicht Firmenname, Adresse und Telefonnummer mit Verzeichnissen wie local.ch und search.ch ab. Weicht die Schreibweise ab, etwa «Bürglen» hier und «Bürglen TG» dort, sinkt das Vertrauen in den Standort. Welche Einträge wichtig sind, steht unter Branchenverzeichnisse in der Schweiz.
Was Sie daraus machen
- Lesen Sie in der Search Console ab, auf welchen geografischen Ebenen Sie heute gesucht werden.
- Pflegen Sie das Unternehmensprofil als Basis für Ort und Umgebung.
- Beschreiben Sie das Einzugsgebiet ehrlich auf einer Standortseite.
- Bauen Sie höchstens eine Handvoll Regionsseiten, jede mit eigenem Inhalt.
- Lassen Sie Kanton und Region in Blogbeiträgen natürlich vorkommen, über Förderprogramme, Behörden und Beispiele.
Regionale Sichtbarkeit ist kein Trick mit Ortsnamen. Sie entsteht, wenn die Website die Region so beschreibt, wie Kunden sie tatsächlich erleben.
Häufige Fragen
Soll ich für jeden Ort im Einzugsgebiet eine eigene Seite anlegen?
Nur, wenn Sie für diesen Ort etwas Eigenes zu sagen haben: Referenzprojekte, Besonderheiten, eine Anfahrt, Kunden, die Sie dort betreuen. Zwanzig Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, stuft Google als Doorway-Seiten ein. Besser sind wenige Regionsseiten mit Substanz plus Blogbeiträge, in denen Orte natürlich vorkommen.
Wie wichtig ist der Kanton als Suchbegriff?
Das hängt von der Branche ab. Bei Dienstleistungen mit grossem Radius wie Treuhand, Architektur oder Immobilien suchen viele mit dem Kanton, etwa «Treuhänder Thurgau». Bei Alltagsdiensten wie Coiffeur oder Garage dominiert der Ortsname. Die Search Console zeigt Ihnen, welche Ebene bei Ihnen tatsächlich gesucht wird.
Zählt die Agglomeration als eigener Suchraum?
Ja, besonders rund um Zürich, Basel, Bern, St. Gallen und Winterthur. Wer in Dübendorf sitzt, wird oft mit «Zürich» gesucht. Die Lösung ist nicht, Zürich als Standort zu behaupten, sondern das Einzugsgebiet ehrlich zu beschreiben: Standort Dübendorf, Einsatzgebiet Region Zürich.
Was bringt die Ortsangabe im Blogbeitrag?
Sie macht einen allgemeinen Fachbeitrag regional auffindbar. Ein Beitrag über Wärmepumpenkosten rankt mit konkreten Hinweisen auf kantonale Förderung und Beispiele aus der eigenen Region für Suchen wie «Wärmepumpe Kosten Thurgau». Erfunden wirkende Ortslisten am Textende bringen dagegen nichts.