Google Unternehmensprofil: die Einstellungen, die den Unterschied machen

Stand 22. Oktober 2026 · 5 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Ein Google Unternehmensprofil wirkt, wenn die Hauptkategorie exakt dem Kerngeschäft entspricht, alle Leistungen einzeln eingetragen sind, regelmässig neue Fotos und Beiträge erscheinen und jede Bewertung eine Antwort bekommt. Die meisten Profile sind nach der Einrichtung nie wieder angefasst worden, und genau dort liegt der Unterschied. Eine Routine von einer Stunde pro Monat reicht, um das Profil aktuell zu halten.

Fast jeder Betrieb hat ein Google Unternehmensprofil, früher Google My Business genannt. Die wenigsten haben es seit der Einrichtung noch einmal geöffnet. Dabei entscheidet nicht die Existenz des Profils über die Platzierung in Google Maps, sondern seine Vollständigkeit und Aktualität. Diese Seite geht die Einstellungen durch, die sich im Alltag als wirksam erwiesen haben, und endet mit einer Routine, die eine Stunde pro Monat kostet. Wo das Profil im Gesamtbild der lokalen Suche steht, erklärt Lokale SEO für KMU.

Kategorien: die wichtigste Einstellung

Die Hauptkategorie sagt Google, bei welchen Suchen Ihr Betrieb überhaupt infrage kommt. Sie ist das Feld mit dem grössten Gewicht. Prüfen Sie drei Dinge:

  • Die Hauptkategorie trifft das Kerngeschäft. Nicht «Unternehmen», nicht «Dienstleister», sondern «Schreinerei», «Zahnarzt», «Treuhandbüro». Wenn Google eine spezifische Kategorie anbietet, nehmen Sie die spezifische.
  • Nebenkategorien decken weitere Leistungen ab. Zwei bis vier reichen. Eine Garage mit Reifenservice wählt «Autowerkstatt» als Haupt- und «Reifengeschäft» als Nebenkategorie.
  • Vergleich mit den drei Betrieben, die in der Karte vor Ihnen stehen. Welche Hauptkategorie haben sie? Wenn alle drei «Sanitärinstallateur» nutzen und Sie «Installationsbetrieb», liegt dort ein Grund.

Leistungen einzeln eintragen

Im Bereich Leistungen (bei manchen Kategorien «Produkte») tragen Sie jede Leistung einzeln ein, mit zwei bis drei Sätzen Beschreibung und, wo möglich, einem Preis oder einer Preisspanne. Google zeigt diese Einträge im Profil und nutzt sie, um das Profil bei passenden Suchen anzuzeigen. Ein Malerbetrieb trägt nicht «Malerarbeiten» ein, sondern «Fassadenanstrich», «Innenanstrich Wohnung», «Tapezieren», «Spachteltechnik», jeweils mit einem Satz dazu, was enthalten ist.

Beschreibung, Öffnungszeiten, Attribute

Die Beschreibung hat 750 Zeichen. Schreiben Sie in den ersten zwei Sätzen, was Sie tun und für wen, dann Region und Besonderheit. Keine Keyword-Reihen, keine Werbeversprechen, keine Links.

Öffnungszeiten müssen stimmen, inklusive Feiertagen. Google fragt vor Feiertagen aktiv nach und markiert Profile, die nicht bestätigt wurden, mit einem Hinweis. Das wirkt unzuverlässig. Attribute wie «Rollstuhlgerecht», «Termin erforderlich» oder «Von Frauen geführt» füllen Sie aus, soweit sie zutreffen.

Fotos: regelmässig, echt, beschriftet

Profile mit aktuellen Fotos wirken auf Suchende glaubwürdiger, und Google stuft laufend gepflegte Profile als aktiv ein. Eine einfache Regel: zwei neue Fotos pro Monat, eigene Aufnahmen, keine Stockbilder. Geeignet sind Projektfotos, das Team bei der Arbeit, das Gebäude von aussen, das Fahrzeug. Das Logo und ein Titelbild sind Pflicht. Fotos mit Telefonnummern oder Werbetext darin lehnt Google ab.

Beiträge: zehn Minuten pro Monat

Beiträge im Profil funktionieren wie kurze Social-Media-Posts: ein Foto, zwei bis vier Sätze, optional ein Link. Themen, die sich bewährt haben: ein abgeschlossenes Projekt, ein saisonaler Hinweis («Heizungscheck vor dem Winter, Termine bis Ende Oktober»), eine Neuerung im Team. Wer einen Blog führt, verlinkt den neusten Beitrag mit zwei Sätzen Zusammenfassung. Einen bestätigten Rankingeffekt haben Beiträge nicht, aber sie halten das Profil sichtbar aktiv.

Fragen und Antworten: selbst vorbelegen

Der Bereich «Fragen und Antworten» ist öffentlich, und jeder kann Fragen stellen. Die wenigsten Betriebe wissen, dass sie selbst Fragen stellen und beantworten dürfen. Legen Sie fünf bis acht typische Fragen an, die Kunden am Telefon stellen: «Kommen Sie auch nach Steckborn?», «Wie schnell bekomme ich eine Offerte?», «Arbeiten Sie auch samstags?». Beantworten Sie sie in zwei Sätzen. So steht die richtige Antwort oben, bevor jemand Fremdes eine falsche gibt.

Bewertungen beantworten

Jede Bewertung bekommt innerhalb einer Woche eine Antwort, auch die mit fünf Sternen. Drei Sätze reichen: Dank, Bezug zum konkreten Auftrag, ein Wunsch. Bei negativen Bewertungen: sachlich bleiben, den Punkt anerkennen, falls berechtigt, und ein Gespräch ausserhalb der Plattform anbieten. Die Antwort richtet sich an alle künftigen Leser, nicht an den Verfasser. Mit welchen Werkzeugen Sie nach jedem Auftrag um Bewertungen bitten, steht auf der Seite Google Business Profile Optimierung.

Die monatliche Routine

AufgabeDauerWas Sie prüfen
Bewertungen beantworten15 MinutenAlle neuen Bewertungen, auch positive
Zwei Fotos hochladen10 MinutenProjekt, Team, Fahrzeug, Gebäude
Einen Beitrag veröffentlichen10 MinutenProjekt, Saisonhinweis oder Blogbeitrag
Vorgeschlagene Änderungen prüfen5 MinutenNutzer können Öffnungszeiten und Adresse vorschlagen
Fragen und Antworten kontrollieren5 MinutenNeue Fragen beantworten, falsche Antworten melden
Statistik ansehen10 MinutenSuchbegriffe, Anrufe, Routenanfragen, Websiteklicks
Öffnungszeiten und Feiertage5 MinutenBesonders vor Feiertagen und Betriebsferien

Eine Stunde im Monat, am besten als fester Termin im Kalender. Die Statistik im Profil zeigt, mit welchen Suchbegriffen Besucher das Profil gefunden haben. Diese Begriffe sind eine der besten Quellen für Blogthemen und für die Leistungsbeschreibungen.

Was gegen die Richtlinien verstösst

Google sperrt Profile, die gegen die Richtlinien verstossen, oft ohne Vorwarnung. Die häufigsten Verstösse bei KMU:

  • Keywords oder Orte im Firmennamen. «Müller Sanitär AG» ist richtig, «Müller Sanitär AG Frauenfeld Notdienst» nicht.
  • Adresse ohne Kundenkontakt. Ein Profil braucht einen Ort, an dem Kunden den Betrieb besuchen oder von dem aus er zu Kunden fährt. Ein Postfach oder ein virtuelles Büro ohne Präsenz ist nicht zulässig.
  • Mehrere Profile für denselben Standort, etwa eines pro Leistung.
  • Gekaufte, getauschte oder von Mitarbeitenden geschriebene Bewertungen.
  • Bewertungen nur von zufriedenen Kunden anfragen und unzufriedene aussortieren (Google untersagt das sogenannte Review Gating).

Alle Details stehen in den Richtlinien für die Darstellung von Unternehmen bei Google. Im Zweifel gilt: Was am Gebäude und im Handelsregister steht, steht auch im Profil.

Die Verbindung zur Website

Das Profil verlinkt auf die Website, idealerweise auf die Standort- oder Kontaktseite mit identischen Adressdaten und LocalBusiness-Markup. Google beschreibt dieses Markup in der Dokumentation zu strukturierten Daten. Website und Profil bestätigen sich gegenseitig: Weicht die Adresse ab, ist das ein Minuspunkt bei der Bekanntheit. Stimmen beide überein und liefert die Website zusätzlich Inhalte mit regionalem Bezug, hat Google doppelt Grund, den Betrieb für Suchen aus der Region anzuzeigen.

Häufige Fragen

Darf ich den Firmennamen im Profil um Leistung oder Ort ergänzen?

Nein. Der Name im Profil muss dem Namen entsprechen, der am Gebäude und auf den Geschäftsunterlagen steht. «Müller Sanitär AG Frauenfeld Notfall 24h» verstösst gegen die Richtlinien, und Google kann das Profil sperren. Leistungen und Orte gehören in die Felder Kategorie, Leistungen und Beschreibung.

Wie viele Kategorien soll ich wählen?

Eine Hauptkategorie, die das Kerngeschäft am genauesten trifft, plus zwei bis vier Nebenkategorien für weitere Leistungen. Die Hauptkategorie hat das grösste Gewicht. Ein Sanitärbetrieb, der auch Heizungen macht, wählt «Sanitärinstallateur» als Haupt- und «Heizungsinstallateur» als Nebenkategorie, nicht umgekehrt.

Lohnen sich Beiträge im Unternehmensprofil überhaupt?

Sie erscheinen im Profil und zeigen Google wie Besuchern, dass der Betrieb aktiv ist. Einen direkten Rankingeffekt hat Google nicht bestätigt. Als Aufwand von zehn Minuten pro Monat, in denen Sie ein Projektfoto und drei Sätze posten, lohnen sie sich allein durch den Eindruck, den ein gepflegtes Profil macht.

Was tun, wenn jemand falsche Angaben zu meinem Profil vorgeschlagen hat?

Google lässt Nutzer Änderungen vorschlagen, etwa andere Öffnungszeiten. Diese erscheinen im Profil als Hinweis zur Prüfung. Kontrollieren Sie den Bereich bei jeder monatlichen Routine und lehnen Sie falsche Vorschläge ab, sonst übernimmt Google sie unter Umständen automatisch.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

Mehr über Marco

Weiterlesen

Mehr aus dem Bereich SEO-Grundlagen und Strategie.

Wie sichtbar ist Ihre Website heute?

Der kostenlose KI-Check zeigt in rund einer Minute, ob ChatGPT, Perplexity und Google Ihre Website als Quelle nutzen.