Ein Betrieb mit mehreren Standorten braucht beides: eine eigene Seite pro echtem Standort und einen gemeinsamen Blog. Die Standortseite trägt Adresse, Team, Öffnungszeiten und Leistungen vor Ort; der Blog beantwortet die Fachfragen einmal für alle und greift regionale Themen gezielt auf. Was nicht funktioniert, sind Dutzende fast gleiche Ortsseiten für Gemeinden ohne Standort: Google stuft solche Seiten als Doorway Pages ein und behandelt sie als Spam.
Die Frage stellt sich bei jedem Betrieb, der an zwei oder mehr Orten tätig ist: eine Schreinerei mit Werkstatt in Weinfelden und Ausstellung in St. Gallen, eine Treuhandfirma mit drei Büros, eine Garage mit zwei Filialen. Und sie stellt sich auch bei Betrieben mit einem Standort, die in dreissig Gemeinden arbeiten. Die Antwort hängt davon ab, ob die Orte echte Standorte sind oder Einsatzgebiete.
Echte Standorte und künstliche Ortsseiten
Ein echter Standort hat eine Adresse, an der Kunden Sie besuchen oder von der aus Ihr Team arbeitet, ein Team, das dort ist, und meist ein eigenes Google Unternehmensprofil. Für jeden solchen Standort ist eine eigene Seite richtig und nötig: Google ordnet lokale Suchen über Adresse, Nähe und Konsistenz der Angaben zu, und ohne Standortseite fehlt der Website der Anker für den zweiten Ort.
Eine künstliche Ortsseite ist eine Seite, die für eine Gemeinde ohne Standort existiert und sich von den anderen nur im Ortsnamen unterscheidet: «Malerbetrieb Amriswil», «Malerbetrieb Romanshorn», «Malerbetrieb Arbon», mit demselben Text. Google nennt solche Seiten in seinen Spam-Richtlinien Doorway Pages: Seiten, die für bestimmte Suchanfragen erstellt werden, um Nutzer auf dieselbe Zielseite zu leiten, und die für sich genommen keinen eigenen Wert haben. Google behandelt sie als Verstoss gegen die Richtlinien. Die Folge ist nicht ein gutes Ranking für dreissig Orte, sondern ein Risiko für die ganze Domain.
Die Unterscheidung in der Praxis:
| Merkmal | Echter Standort | Künstliche Ortsseite |
|---|---|---|
| Adresse, Telefon, Öffnungszeiten | eigene | keine oder die des Hauptsitzes |
| Team und Ansprechperson | vor Ort | keine |
| Inhalt | eigene Angebote, Fotos, Anfahrt | ausgetauschter Ortsname |
| Google Unternehmensprofil | vorhanden | nicht möglich |
| Empfehlung | eigene Seite | keine Seite, stattdessen Einsatzgebiet und Blog |
Die Struktur für Betriebe mit mehreren Standorten
Eine bewährte Aufteilung besteht aus drei Ebenen:
- Leistungsseiten beschreiben, was der Betrieb tut, einmal für alle Standorte. Sie zielen auf Suchen wie «Küche nach Mass» oder «Steuererklärung GmbH».
- Standortseiten beschreiben, wo und mit wem. Eine pro echtem Standort, mit Adresse, Karte, Team, Öffnungszeiten, Fotos vom Ort und den Leistungen, die dort angeboten werden. Sie zielen auf Suchen wie «Schreinerei St. Gallen».
- Ein gemeinsamer Blog beantwortet die Fachfragen, die an allen Standorten gleich sind, und greift regionale Themen auf, wo es sie gibt.
Die Standortseiten verlinken auf die Leistungsseiten und auf regionale Blogbeiträge. Die Blogbeiträge verlinken auf den Standort, der für die Region zuständig ist. So entsteht eine Struktur, in der jeder Ort einen Anker hat, ohne dass Inhalte doppelt existieren. Welche Einstellungen beim Google Unternehmensprofil für jeden Standort zu setzen sind, steht auf der entsprechenden Wissensseite.
Warum ein Blog und nicht drei
Drei Blogs für drei Standorte klingen nach dreifacher Sichtbarkeit und sind das Gegenteil. Die Fachfrage «Welche Holzart für die Küchenfront?» ist in Weinfelden dieselbe wie in St. Gallen. Wer sie dreimal beantwortet, erzeugt doppelte Inhalte, die Google zusammenfassen muss, und verteilt die Pflege auf drei dünne Blogs, die alle einschlafen. Ein Blog mit einem Beitrag zur Holzart, verlinkt von allen Standortseiten, ist stärker und einfacher zu halten.
Regionale Themen im gemeinsamen Blog
Regionale Beiträge sind der Ort, an dem Gemeinden ohne Standort trotzdem vorkommen, und zwar mit echtem Inhalt. Beispiele, die sich von einer künstlichen Ortsseite unterscheiden:
- Ein Projektbericht: «Einbauschrank unter der Dachschräge in Arbon: so haben wir die Nische gelöst.»
- Eine kommunale Regelung: «Baubewilligung für die Ladestation in Kreuzlingen: was die Gemeinde verlangt.»
- Ein saisonales Thema mit Ortsbezug: «Fassade streichen am Bodensee: warum der Herbst der bessere Zeitpunkt ist.»
- Ein Vergleich innerhalb der Region: «Parkett in Altbauwohnungen in St. Gallen: die drei häufigsten Unterböden.»
Jeder dieser Beiträge hat einen Grund, den Ort zu nennen, und sagt etwas, das nur für diesen Ort gilt. Das ist der Unterschied zur Doorway Page. Wie regionale Suchen in der Schweiz funktionieren, mit Kanton, Bezirk und Agglomeration, erklärt die Seite Regional gefunden werden in der Schweiz. Die Grundlagen für die Auffindbarkeit aus der Region stehen unter Lokale SEO für KMU.
Beispiel: Treuhandfirma mit drei Büros
Eine fiktive Treuhandfirma mit Büros in Frauenfeld, Wil und Winterthur baut die Website so:
- Leistungsseiten: Buchhaltung, Steuerberatung, Lohnadministration, Firmengründung. Je eine Seite, standortübergreifend.
- Standortseiten: Frauenfeld, Wil, Winterthur. Je mit Adresse, Team, Parkplatz, Öffnungszeiten, den Leistungen vor Ort und einer Karte.
- Blog: ein Blog. Fachbeiträge zu Steuerfristen, Lohnabrechnung, Mehrwertsteuer. Dazu regionale Beiträge, wo es sie gibt: kantonale Unterschiede bei der Steuererklärung zwischen Thurgau, St. Gallen und Zürich, ein Beitrag zur Gründerberatung in Winterthur, ein Beitrag zur Grundstückgewinnsteuer im Thurgau.
Die kantonalen Unterschiede sind hier der natürliche regionale Inhalt. Die Firma braucht keine Seite für jede Gemeinde im Einzugsgebiet, weil die Standortseiten die Nähe abdecken und die Blogbeiträge die Themen.
Was Sie daraus machen
Zählen Sie Ihre echten Standorte und geben Sie jedem eine vollständige Seite. Führen Sie einen Blog für alle. Nehmen Sie Orte ohne Standort dort auf, wo Sie etwas Eigenes über sie zu sagen haben, und nirgends sonst.
Häufige Fragen
Wir bedienen 30 Gemeinden, haben aber nur einen Standort. Bekommen die Gemeinden eigene Seiten?
Nicht als reine Ortsseiten mit ausgetauschtem Ortsnamen. Sinnvoller ist eine Seite zum Einsatzgebiet, die die Gemeinden nennt, plus Blogbeiträge, die für einzelne Orte etwas Eigenes zu sagen haben: ein Projekt dort, eine kommunale Regelung, eine Besonderheit. Ein Ort bekommt dann eine Seite, wenn es dazu Inhalt gibt, der nur für diesen Ort gilt.
Braucht jeder Standort einen eigenen Blog?
Nein, das führt zu doppelten Inhalten und verteilt die Arbeit auf mehrere dünne Blogs. Ein gemeinsamer Blog mit regionalen Beiträgen ist stärker. Nur wenn Standorte in verschiedenen Sprachregionen liegen oder völlig andere Leistungen anbieten, lohnt sich eine Trennung, und dann meist als Sprachversion oder Bereich, nicht als zweiter Blog.
Soll jeder Standort ein eigenes Google Unternehmensprofil haben?
Ja, sofern es ein echter Standort mit Adresse ist, an dem Kunden Sie antreffen oder von dem aus Sie arbeiten. Jedes Profil verlinkt auf die jeweilige Standortseite, nicht auf die Startseite. So passen die Angaben auf Google, auf der Website und in Verzeichnissen zusammen.
Wie verhindere ich, dass sich die Standortseiten gegenseitig ausbremsen?
Indem jede Seite eindeutig einem Ort zugeordnet ist, im Titel, in der Überschrift und in den Inhalten. Zwei Seiten, die beide auf «Schreinerei Thurgau» zielen, konkurrieren miteinander. Eine Seite für Frauenfeld und eine für Kreuzlingen, jede mit eigenen Angaben, tun das nicht.