Google AI Overviews sind KI-generierte Zusammenfassungen über den normalen Suchergebnissen, die Google seit Mai 2024 schrittweise auf weitere Länder und Sprachen ausgedehnt hat. Für KMU-Websites heisst das: Reine Informationsfragen werden häufiger ohne Klick beantwortet, während Seiten, die in der Übersicht als Quelle verlinkt sind, sichtbar bleiben. Messen lässt sich die Wirkung über Impressionen und Klicks in der Search Console und über eigene Stichproben, weil Google die Übersicht dort nicht separat ausweist.
Wer heute bei Google eine Frage eintippt, bekommt immer häufiger zuerst einen Textblock, den Google selbst geschrieben hat, mit kleinen Verweisen auf die Seiten, aus denen er stammt. Das ist die KI-Übersicht, englisch AI Overview. Diese Seite behandelt nicht, nach welchen Regeln Google die Quellen dafür auswählt, sondern was die Übersicht für ein KMU wirtschaftlich bedeutet und wie Sie ihre Wirkung auf die eigene Website messen.
Wo die KI-Übersicht heute erscheint
Google hat die KI-Übersicht im Mai 2024 zuerst in den USA eingeführt und seither in Schüben auf weitere Länder und Sprachen ausgedehnt, darunter den deutschsprachigen Raum. Google veröffentlicht diese Schritte in seinem Blog, aber keine Liste, welche Suchanfragen in welchem Land eine Übersicht erhalten. Was sich beobachten lässt: Die Übersicht erscheint vor allem bei Fragen, die sich erklären lassen («wie funktioniert», «was ist», «worauf achten»), seltener bei Anfragen mit klarer Kaufabsicht oder bei der Suche nach einem konkreten Betrieb in der Nähe.
Für Ihre Website zählt nur, was bei Ihren Begriffen passiert. Suchen Sie Ihre zehn wichtigsten Fragen aus der Schweiz und notieren Sie, bei welchen eine Übersicht erscheint und welche Seiten darin verlinkt sind. Das ist die Grundlage für alles Weitere.
Was sich am Klickverhalten ändert
Google hat keine Zahlen veröffentlicht, wie viele Klicks die Übersicht den Websites nimmt oder bringt. Branchenberichte melden Rückgänge bei Informationsfragen, die sich je nach Thema stark unterscheiden; verlässliche Zahlen für die Schweiz gibt es Stand Oktober 2026 nicht. Was sich sagen lässt, ergibt sich aus der Logik der Übersicht:
| Fragetyp | Übersicht wahrscheinlich? | Was mit dem Klick passiert | Was Sie tun |
|---|---|---|---|
| Kurze Sachfrage («Wie lange hält eine Wärmepumpe?») | häufig | Antwort steht in der Übersicht, viele klicken nicht mehr | Nicht als eigenen Beitrag planen, sondern als Absatz in einem grösseren Thema |
| Entscheidungsfrage («Wärmepumpe oder Gasheizung im Altbau?») | häufig | Übersicht fasst zusammen, Leser klicken für Details und Zahlen | Eigene Erfahrungswerte, Tabellen, Beispiele liefern, die die Übersicht nicht hat |
| Anbieterfrage («Wärmepumpe Installation Thurgau») | selten | Klassische Ergebnisse, Karte, Unternehmensprofil | Lokale Signale pflegen, Leistungsseite mit Region |
| Preisfrage («Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?») | mittel | Übersicht nennt Spannen und verweist auf Quellen | Eigene, datierte Preisspanne nennen, damit Sie die Quelle sind |
Die Folge für die Themenplanung: Beiträge, die nur eine Definition liefern, verlieren. Beiträge, die eine Entscheidung vorbereiten und mit eigenen Angaben belegen, bleiben relevant, weil die Übersicht selbst auf sie verweist.
Welche Seiten in der Übersicht landen
Google sagt dazu nur, dass die KI-Funktionen auf denselben Systemen aufbauen wie die Suche und keine besonderen Massnahmen verlangen. In der Praxis erscheinen in der Übersicht Seiten, die die gestellte Frage direkt beantworten und bereits gut ranken. Wie Sie eine Seite dafür aufbauen, beschreibt die AEO-Checkliste; die Auswahlkriterien selbst sind nicht Gegenstand dieser Seite.
Drei Geschäftsfolgen für KMU
Weniger Besucher, aber nicht weniger Kunden. Die Klicks, die wegfallen, sind überwiegend die von Lesern, die nur eine Information wollten. Wer einen Betrieb sucht, klickt weiter. Deshalb sagt die Besucherzahl allein weniger über den Blog aus als früher. Zählen Sie Anfragen, nicht nur Sitzungen.
Die Quelle bekommt den Namen. Wenn Ihre Seite in der Übersicht verlinkt ist, steht Ihr Firmenname neben Googles Antwort. Das ist Sichtbarkeit ohne Klick, und sie wirkt ähnlich wie eine Erwähnung in einer Fachzeitschrift: Sie bringt keine Messung, aber Vertrauen beim nächsten Kontakt.
Dünne Seiten verlieren zuerst. Eine Seite, die nur sagt, was alle sagen, wird in der Übersicht ersetzt, nicht zitiert. Eine Seite mit eigenen Zahlen, eigenen Fotos und einem Stand-Datum bleibt die Quelle. Wie sich die Sichtbarkeit verschiedener Seitentypen verschiebt, erklärt auch der Beitrag zu AEO, GEO und SEO.
So messen Sie die Wirkung
Google weist die KI-Übersicht in der Search Console nicht separat aus. Impressionen und Klicks aus der Übersicht werden im Leistungsbericht unter «Web» mitgezählt. Daraus folgt ein einfaches Verfahren:
- Grundlinie festhalten. Exportieren Sie aus der Search Console die Suchanfragen der letzten drei Monate mit Impressionen, Klicks und Klickrate. Wie Sie die Konsole einrichten, steht unter Search Console einrichten und lesen.
- Anfragen in die vier Fragetypen sortieren. Sachfrage, Entscheidungsfrage, Anbieterfrage, Preisfrage. Das geht in einer Tabelle in einer halben Stunde.
- Klickrate pro Typ beobachten. Sinkt die Klickrate bei Sachfragen, während die Impressionen gleich bleiben, ist das das typische Muster der Übersicht.
- Stichprobe pro Monat. Suchen Sie Ihre zehn Begriffe im Browser und notieren Sie, ob eine Übersicht erscheint und ob Ihre Seite darin steht. Das Vorgehen und ein Tabellenblatt dazu finden Sie unter KI-Sichtbarkeit messen.
- Anfragen gegenlesen. Vergleichen Sie Kontaktanfragen und Offertwünsche über denselben Zeitraum. Wenn die Besucher sinken und die Anfragen nicht, hat die Übersicht Ihnen nur die Leser genommen, die ohnehin nicht gekauft hätten.
Was Sie daraus machen
Die KI-Übersicht belohnt Seiten, die etwas wissen, was Google nicht aus zwanzig anderen Seiten zusammenfassen kann: Ihre Preise, Ihre Erfahrungen, Ihre Region. Planen Sie Blogthemen deshalb entlang der Entscheidungs- und Preisfragen Ihrer Kunden, nicht entlang der Lexikonfragen. Ob ChatGPT, Perplexity und Gemini Ihre Website überhaupt finden, zeigt der kostenlose KI-Check in rund einer Minute; für Google bleibt die Search Console das Instrument.
Häufige Fragen
Kann ich meine Website aus der KI-Übersicht ausschliessen?
Google dokumentiert dafür die üblichen Mittel: nosnippet, max-snippet oder data-nosnippet steuern, welche Textteile in Snippets und damit auch in der KI-Übersicht erscheinen dürfen. Der Crawler Google-Extended betrifft dagegen nur Gemini-Anwendungen und hat laut Google keinen Einfluss auf die Suche oder die KI-Übersicht. Ein Ausschluss kostet aber auch die Sichtbarkeit als Quelle.
Brauche ich spezielles Markup, um in der KI-Übersicht zitiert zu werden?
Nein. Google sagt ausdrücklich, dass es für KI-Funktionen keine besonderen Anforderungen gibt und dieselben Grundsätze wie für die klassische Suche gelten. Strukturierte Daten helfen beim Verstehen der Seite, sind aber keine Eintrittskarte.
Sieht man in der Search Console, ob eine Seite in einer KI-Übersicht stand?
Nicht direkt. Google zählt Impressionen und Klicks aus der KI-Übersicht im Leistungsbericht unter dem Suchtyp «Web» mit, bietet aber keinen eigenen Filter. Sie sehen also die Summe, nicht den Anteil. Für den Anteil bleiben nur eigene Stichproben.
Lohnt sich ein Blog noch, wenn Google die Antwort selbst gibt?
Für Fragen, die mit einem Satz erledigt sind, bringt ein Beitrag weniger Klicks als früher. Für Fragen, bei denen Kunden Preise, Erfahrung und einen Anbieter in der Nähe suchen, bleibt die Quelle wichtig, weil die Übersicht auf sie verweist und die Entscheidung nicht abnimmt. Die Themenwahl entscheidet mehr als früher.