AEO-Checkliste: 15 Punkte, die eine Seite zitierfähig machen

Stand 22. Oktober 2026 · 5 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Eine Seite ist zitierfähig, wenn eine KI die Antwort ohne Umwege findet, sie der Firma zuordnen kann und die Seite technisch lesen darf. Die 15 Punkte der AEO-Checkliste prüfen genau das: Antwort zuoberst, Frage als Titel, sichtbarer Stand und Autor, eindeutige Firmendaten, strukturierte Daten, offener Crawler-Zugang und übereinstimmende Verzeichniseinträge. Neun der 15 Punkte lassen sich pro Seite in unter einer Stunde erledigen.

Eine KI-Antwort entsteht aus Seiten, die ein Sprachmodell gefunden, verstanden und einer Quelle zugeordnet hat. Das klingt nach Technik, ist aber zu zwei Dritteln Handwerk: klare Antworten, prüfbare Angaben, eindeutige Firmendaten. Die folgende Liste fasst zusammen, was eine Seite erfüllen muss, damit ChatGPT, Perplexity oder die KI-Übersicht von Google sie als Beleg nutzen können. Was AEO grundsätzlich ist, erklärt die Seite Was ist AEO?. Hier geht es nur ums Abarbeiten.

Die 15 Punkte mit Aufwand

Der Aufwand gilt für eine einzelne Seite auf einer bestehenden KMU-Website. «Gering» heisst unter einer Stunde, «mittel» ein halber Tag, «hoch» braucht meist Hilfe von aussen.

Nr.PunktWarum es zähltAufwand
1Die Antwort steht in den ersten drei SätzenModelle übernehmen den Abschnitt, der die Frage direkt beantwortet, nicht den Einstieg davorgering
2Der Titel ist die Frage oder enthält sie wörtlichDie Frage des Nutzers wird mit Titeln abgeglichen, bevor der Text gelesen wirdgering
3Eine Seite behandelt eine FrageGemischte Seiten liefern für keine Frage eine klare Antwortmittel
4Ein sichtbares Datum «Stand: Monat Jahr»Aktualität ist ein Auswahlkriterium, ein fehlendes Datum wirkt wie ein altesgering
5Autor mit Name, Funktion und FirmaEin Beleg braucht eine Person oder Organisation dahintergering
6Firmenname, Adresse und Telefon identisch mit allen VerzeichnissenAbweichende Schreibweisen machen aus einer Firma zwei unsichere Entitätenmittel
7Über-uns-Seite mit prüfbaren Fakten (Gründung, Standort, Team, Rechtsform)Die KI prüft, ob die Firma existiert und zum Thema passtmittel
8Strukturierte Daten für Organization oder LocalBusinessMaschinenlesbare Firmendaten ersparen dem Modell das Ratenmittel
9Zwischentitel, die als Aussage oder Frage allein verständlich sindModelle lesen oft nur den Abschnitt unter einem passenden Zwischentitelgering
10Konkrete Zahlen, Fristen und Grössen statt Adjektive«schnell» ist nicht zitierbar, «in 5 Arbeitstagen» schongering
11Vergleichbares als Tabelle oder ListeStrukturierte Angaben werden häufiger wörtlich übernommengering
12KI-Crawler in der robots.txt nicht gesperrtWas nicht gelesen werden darf, kann nicht zitiert werdengering
13Inhalt ohne JavaScript, Login oder Cookie-Wand lesbarViele Crawler führen kein JavaScript aus und klicken nichts weghoch
14Einträge in Google Unternehmensprofil, local.ch, search.ch und Zefix stimmen übereinVerzeichnisse sind die zweite Quelle, mit der die KI Ihre Angaben abgleichtmittel
15Interne Links zu den Seiten, die die Antwort belegenVerlinkte Belege erhöhen das Vertrauen in die Seite als Ganzesgering

Drei Gruppen, drei Verantwortliche

Die Punkte lassen sich in drei Gruppen aufteilen, und das hilft beim Verteilen der Arbeit.

Inhalt (Punkte 1 bis 5, 9 bis 11, 15) liegt bei der Person, die schreibt. Das ist der grösste Hebel und der günstigste. Wer eine bestehende Seite umbaut, beginnt mit Punkt 1: den Absatz mit der eigentlichen Antwort nach oben ziehen und den Einstieg streichen oder kürzen. Wie eine Seite aussieht, die genau das konsequent macht, zeigt die Anleitung zu Antwortseiten.

Identität (Punkte 6, 7, 14) liegt bei der Geschäftsleitung oder dem Sekretariat. Hier geht es nicht ums Schreiben, sondern ums Abgleichen: Heisst die Firma auf der Website «Müller Sanitär AG», im Handelsregister «Mueller Sanitär AG» und bei Google «Müller Sanitär»? Dann sind das für ein Modell drei Kandidaten mit je einem Drittel der Belege.

Technik (Punkte 8, 12, 13) liegt bei der Agentur oder der Person, die die Website betreut. Punkt 12 prüfen Sie selbst in zwei Minuten, die Anleitung dazu steht unter Können KI-Crawler Ihre Website lesen?. Punkt 13 ist der teuerste Punkt der Liste, weil er bei manchen Website-Baukästen einen Umbau bedeutet.

So arbeiten Sie die Liste ab

  1. Wählen Sie drei Seiten, auf denen Kunden eine Frage beantwortet bekommen sollen: eine Leistungsseite, einen Ratgeberbeitrag, die Über-uns-Seite.
  2. Gehen Sie die 15 Punkte pro Seite durch und tragen Sie «erfüllt», «teilweise» oder «offen» ein.
  3. Erledigen Sie zuerst alle Punkte mit Aufwand «gering». Das sind neun von fünfzehn.
  4. Bündeln Sie die Punkte 6, 7 und 14 zu einem Termin: Verzeichnisse öffnen, Schreibweise festlegen, überall anpassen.
  5. Geben Sie die Punkte 8 und 13 als klar formulierten Auftrag an die Technik.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Elektrobetrieb in Weinfelden hat eine Seite «Ladestation für Elektroauto». Der Text beginnt mit zwei Absätzen über Elektromobilität im Allgemeinen, die Kosten stehen im vierten Abschnitt, ein Datum fehlt, der Autor heisst «Admin». Nach dem Umbau beginnt die Seite mit dem Satz, was eine Installation im Einfamilienhaus bei diesem Betrieb üblicherweise kostet und wie lange sie dauert, trägt «Stand: Oktober 2026» und den Namen des Inhabers mit Funktion. Keine Zeile Technik, eine Stunde Arbeit, und die Seite erfüllt acht Punkte mehr als vorher.

Was die Liste nicht leisten kann

Die Liste macht eine Seite lesbar und belegbar. Sie sorgt nicht dafür, dass eine KI sie bevorzugt. Welche Quellen ein Modell für eine bestimmte Frage heranzieht, dokumentiert kein Anbieter vollständig, und niemand kann eine Nennung garantieren. Die Liste sorgt aber dafür, dass Ihre Seite überhaupt infrage kommt. Ob ChatGPT, Perplexity und Gemini Ihre Website heute finden, zeigt der kostenlose KI-Check in rund einer Minute. Die Liste ist dann der Arbeitsplan für das, was der Check offenlegt.

Häufige Fragen

Muss jede Seite alle 15 Punkte erfüllen?

Nein. Die Punkte zu Identität und Technik gelten für die ganze Website und werden einmal erledigt. Die Inhaltspunkte gelten pro Seite, und dort lohnt sich der Aufwand zuerst für die Seiten, auf denen Kunden eine konkrete Frage beantwortet bekommen sollen.

Reicht FAQ-Schema, damit eine KI meine Antworten übernimmt?

Nein. Strukturierte Daten machen Inhalte maschinenlesbar, sie ersetzen aber keine klare Antwort im sichtbaren Text. Google zeigt FAQ-Rich-Results seit 2023 ohnehin nur noch für wenige Seitentypen an, und ob Sprachmodelle FAQ-Markup gesondert gewichten, ist nicht dokumentiert.

Wie oft soll ich die Checkliste wiederholen?

Einmal gründlich beim Einstieg, danach bei jeder neuen oder überarbeiteten Seite. Die Identitätspunkte prüfen Sie zusätzlich nach jedem Umzug, jeder Namensänderung und jedem Wechsel der Telefonnummer, weil dann die Verzeichnisse auseinanderlaufen.

Gilt die Liste auch für die Google-Suche oder nur für ChatGPT?

Für beides. Google nennt für seine KI-Funktionen keine Sonderregeln, sondern verweist auf dieselben Grundsätze für hilfreiche Inhalte wie für die klassische Suche. Eine Seite, die die Liste erfüllt, ist für die Suchergebnisse genauso besser aufgestellt.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

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