Einen eingeschlafenen Firmenblog belebt man in vier Schritten wieder: Bestand sichten, jeden alten Beitrag einer von vier Entscheidungen zuordnen (behalten, aktualisieren, zusammenlegen, löschen mit Weiterleitung), einen Themenplan für die ersten zwölf Wochen festlegen und dann im festen Rhythmus veröffentlichen. Alte Beiträge sind kein Ballast, sondern oft die Seiten, die noch Besucher bringen; die Search Console zeigt, welche. Mit sichtbaren Veränderungen bei Google ist nach Erfahrungswerten frühestens nach sechs bis acht Wochen zu rechnen.
Das Bild ist vertraut: 23 Beiträge, der letzte vom Februar 2023, die Rubrik heisst «News», und der oberste Eintrag kündigt eine Messe an, die längst vorbei ist. Jeder Besucher sieht auf einen Blick, dass hier niemand mehr schreibt. Trotzdem ist dieser Blog mehr wert als ein leerer. Er hat Adressen, die Google kennt, und meist zwei oder drei Beiträge, die noch Besucher bringen. Diese Seite beschreibt, wie Sie in vier Wochen vom Stillstand zurück in einen Rhythmus kommen, ohne diesen Bestand zu verlieren.
Woche 1: Bestandsaufnahme
Bevor Sie einen neuen Beitrag schreiben, brauchen Sie eine Liste aller alten. Drei Schritte:
- Alle Beiträge exportieren. Adresse, Titel, Datum, Wortzahl. Das geht in jedem CMS über die Beitragsübersicht oder die Sitemap.
- Search Console öffnen. Leistungsbericht, Zeitraum zwölf Monate, Ansicht nach Seiten. Notieren Sie pro Adresse Klicks und Impressionen. Wenn die Search Console noch nicht eingerichtet ist, holen Sie das zuerst nach; die Anleitung steht unter Search Console einrichten. Ohne Daten entscheiden Sie blind.
- Jeden Beitrag einordnen. Vier Entscheidungen reichen.
| Entscheidung | Kriterium | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Behalten | Bringt noch Klicks, Inhalt stimmt | Nichts, allenfalls interne Links aus neuen Beiträgen darauf setzen |
| Aktualisieren | Hat Impressionen, wenig Klicks, Inhalt veraltet oder dünn | Text überarbeiten, Adresse behalten, Datum anpassen |
| Zusammenlegen | Zwei oder mehr Beiträge zum gleichen Thema | Einen starken Beitrag bauen, die anderen per 301 darauf umleiten |
| Löschen mit Weiterleitung | Kein Besuch, kein Inhalt (Weihnachtsgrüsse 2019, Messebericht, 80 Wörter) | Löschen, Adresse per 301 auf den thematisch nächsten Beitrag oder die Kategorie umleiten |
Bei der Aktualisierung lohnt sich Sorgfalt, weil die alte Adresse ihre Geschichte bei Google behält. Wie das konkret geht, beschreibt Alte Blogbeiträge aktualisieren. Beim Löschen gilt eine Regel aus der Google-Dokumentation: Leiten Sie nicht pauschal alles auf die Startseite um. Google kann solche Weiterleitungen als «Soft 404» behandeln, also wie eine nicht gefundene Seite. Das Ziel muss inhaltlich passen. Die technischen Schritte stehen unter 301-Weiterleitungen.
Beispielrechnung für den typischen Fall mit 23 Beiträgen: fünf behalten, vier aktualisieren, sechs zu zwei zusammenlegen, acht löschen. Übrig bleiben elf Adressen, die alle einen Zweck haben.
Woche 2: Themenplan für zwölf Wochen
Ein Blog schläft ein, wenn die Themen ausgehen. Darum entsteht der Plan vor dem ersten neuen Beitrag, nicht danach. Drei Quellen reichen für ein Quartal:
- Kundenfragen. Die Fragen, die am Telefon, im Offertgespräch und per Mail immer wieder kommen. Eine Woche lang notieren, das ergibt meist zehn Themen.
- Search Console. Suchanfragen, für die Ihre Website Impressionen hat, aber keine passende Seite. Das sind Themen, bei denen Google Sie schon in Betracht zieht.
- Saison. Was Ihre Kundschaft in den nächsten drei Monaten beschäftigt: Heizperiode, Steuererklärung, Gartensaison, Schulbeginn.
Daraus werden zwölf Titel mit je einem Satz zur Kernaussage. Wie Sie den Plan in einer Stunde aufsetzen, zeigt Redaktionsplan für den Firmenblog. Wichtig: Der Plan deckt zwölf Wochen, nicht zwölf Monate. Ein Jahresplan ist beim Neustart eine Last, kein Werkzeug.
Woche 3 und 4: Rhythmus starten
In Woche 3 erscheinen zwei Beiträge, damit die Rubrik nicht mehr mit dem Messebericht von 2023 beginnt. Ab Woche 4 gilt der Rhythmus, den Sie durchhalten können, meist ein Beitrag pro Woche. Parallel dazu vier Aufräumarbeiten, die je eine halbe Stunde kosten:
- Leere oder einmal benutzte Kategorien löschen, Rubrik von «News» in «Ratgeber» oder «Wissen» umbenennen, wenn der Inhalt das ist.
- Interne Links prüfen: Alte Beiträge verlinken auf Seiten, die es nicht mehr gibt. Reparieren oder entfernen.
- Sitemap kontrollieren: Gelöschte Adressen dürfen nicht mehr darin stehen, neue müssen erscheinen.
- Autorenangabe und Datum sichtbar machen. Ein Blog ohne Datum wirkt nach dem Neustart immer noch alt.
Was Sie von Google erwarten können
Google crawlt eine Website in dem Tempo, das es aus ihrer Geschichte kennt. Ein Blog, der zwei Jahre still war, wird seltener besucht, und das ändert sich erst, wenn regelmässig Neues erscheint. Es gibt keinen Neustart-Bonus, und es gibt nach Googles Dokumentation auch keine Strafe für die Pause. Nach den Erfahrungswerten, die diese Website nennt, bewegen sich Rankings nach sechs bis acht Wochen, und spürbar mehr Anfragen kommen meist ab dem vierten Monat. Warum das so lange dauert, erklärt Wie lange dauert SEO?. Messen Sie in dieser Zeit Impressionen, nicht Klicks; Impressionen reagieren zuerst.
Damit es nicht wieder einschläft
Der Blog ist beim letzten Mal nicht ohne Grund eingeschlafen. Meist war es eine von drei Ursachen: Die Person, die geschrieben hat, ist gegangen. Die Themen gingen aus. Oder das Schreiben kostete drei Stunden pro Beitrag, die irgendwann niemand mehr hatte. Jede dieser Ursachen braucht eine andere Antwort: eine Stellvertretung und ein fester Freigabetermin, ein Themenvorrat für ein Quartal, oder die Verlagerung des Schreibens nach aussen, an eine Texterin oder ein System wie BlogPilot, das Beiträge liefert und von Ihnen nur die Freigabe verlangt. Welche Antwort passt, hängt von der Ursache ab. Der Fehler wäre, dieselbe Lösung noch einmal zu versuchen.
Häufige Fragen
Soll ich alte Beiträge lieber alle löschen und neu anfangen?
Nein, zumindest nicht ungesehen. Einige alte Beiträge bringen meist noch Besucher über Google, und genau diese würden Sie mit dem Löschen verlieren. Prüfen Sie zuerst in der Search Console, welche Adressen in den letzten zwölf Monaten Klicks hatten, und entscheiden Sie dann pro Beitrag.
Bestraft Google einen Blog, der zwei Jahre still war?
Google hat keine Strafe für Pausen dokumentiert. Was passiert, ist einfacher: Ohne neue Inhalte gibt es nichts Neues zu ranken, und veraltete Beiträge verlieren gegen aktuellere Seiten anderer Anbieter. Nach dem Neustart gibt es auch keinen Bonus, der Blog muss sich wieder erarbeiten, was er hatte.
Muss ich den Neustart ankündigen?
Ein Beitrag mit dem Titel «Wir sind zurück» interessiert weder Google noch Ihre Kundschaft. Starten Sie direkt mit einem Beitrag zu einer Kundenfrage. Wenn Sie die Wiederbelebung kommunizieren wollen, tun Sie das im Newsletter oder auf LinkedIn, nicht im Blog selbst.
Wie verhindere ich, dass der Blog wieder einschläft?
Finden Sie heraus, warum er beim letzten Mal eingeschlafen ist, meistens ist eine Person gegangen oder die Themen gingen aus. Bauen Sie den Rhythmus so, dass er nicht an einer Person hängt: fester Freigabetermin, Stellvertretung, Themenvorrat für ein Quartal oder ein System, das liefert.