Die Suchintention (Search Intent) ist die Absicht hinter einer Suchanfrage: Will die Person etwas wissen, eine bestimmte Website aufrufen, Angebote vergleichen oder etwas kaufen beziehungsweise beauftragen? Suchmaschinen bewerten eine Seite danach, wie gut sie diese Absicht trifft, nicht nur danach, ob die Wörter vorkommen.
Was Suchintention bedeutet
Hinter jeder Suchanfrage steht ein Grund. Wer «Wärmepumpe» eintippt, kann ein Schulreferat vorbereiten, eine Offerte einholen oder den Hersteller seiner Anlage finden wollen. Die Wörter sind gleich, die Absicht nicht. Diese Absicht nennt man Suchintention.
In der Suchmaschinenoptimierung unterscheidet man vier Typen:
- Informativ: Die Person will etwas wissen. «Wie funktioniert eine Wärmepumpe?», «Was kostet ein Badumbau?»
- Navigational: Die Person will eine bestimmte Website oder Firma aufrufen. «Migros Online», «Elektro Keller Weinfelden».
- Kommerziell: Die Person vergleicht vor einer Entscheidung. «Beste Wärmepumpe Einfamilienhaus», «Treuhand Frauenfeld Erfahrungen».
- Transaktional: Die Person will kaufen oder beauftragen. «Wärmepumpe Offerte Thurgau», «Maler buchen Arbon».
Google versucht, die Absicht zu erkennen, und zeigt die Seiten, die sie am besten erfüllen. Eine Verkaufsseite erscheint deshalb kaum für eine informative Frage, ein Ratgeber kaum für eine Bestellabsicht. Wie Sie die Absicht pro Begriff erkennen und die passende Seite bauen, zeigt der Beitrag Suchintention verstehen.
Ein Beispiel aus dem KMU-Alltag
Ein Malerbetrieb in Romanshorn hat eine Seite «Fassadenrenovation» mit Fotos, Leistungsbeschrieb und Kontaktformular. Sie erscheint bei «Maler Fassade Romanshorn», einer transaktionalen Suche. Bei «Fassade streichen Kosten» erscheint sie nicht, obwohl der Begriff viel häufiger gesucht wird.
Der Grund: Wer nach Kosten fragt, will zuerst eine Zahl und eine Erklärung, nicht ein Kontaktformular. Der Betrieb schreibt einen Beitrag, der Preisspannen pro Quadratmeter nennt, erklärt, was den Preis treibt, und erst am Ende auf die Angebotsseite verweist. Jetzt bedient er beide Absichten mit je einer passenden Seite, und der Ratgeber führt Leser zur Offerte, wenn sie bereit sind.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Viele KMU-Websites bestehen nur aus Angebotsseiten. Sie treffen die transaktionale Absicht, die seltenste von allen. Die vielen informativen Fragen, die Kunden vor einem Auftrag stellen, bleiben unbeantwortet, und die Antworten liefert dann der Mitbewerber oder ein Portal.
Wer die Suchintention kennt, schreibt die richtige Art von Seite für den richtigen Begriff. Das spart Aufwand, weil nicht jede Seite alles leisten muss, und bringt Besucher in dem Moment, in dem sie eine Antwort suchen. Welche Begriffe das sind, klärt die Keyword-Recherche.
Häufige Missverständnisse
Mehr Text auf der Angebotsseite deckt auch informative Suchen ab. Google zeigt für informative Fragen Seiten, deren Hauptzweck die Erklärung ist. Ein Absatz am Ende einer Verkaufsseite reicht dafür selten.
Die Suchintention ist fix. Sie kann sich ändern, etwa saisonal oder wenn ein Thema in den Medien ist. Ein Blick auf die aktuelle erste Google-Seite zeigt, was gerade gilt.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich die Suchintention hinter einem Begriff?
Geben Sie den Begriff bei Google ein und schauen Sie, was auf der ersten Seite steht. Erscheinen Ratgeber und Erklärungen, ist die Absicht informativ. Erscheinen Firmen, Karten und Preise, ist sie kommerziell oder transaktional. Google hat über Jahre gelernt, was Suchende wollen, und zeigt es Ihnen damit gratis.
Kann eine Seite mehrere Suchintentionen bedienen?
Nur eingeschränkt. Eine Seite, die gleichzeitig erklären, vergleichen und verkaufen will, tut nichts davon richtig. Besser ist eine Seite pro Absicht, die sich gegenseitig verlinken: der Ratgeber verweist auf die Angebotsseite, die Angebotsseite auf den Ratgeber.
Welche Suchintention bringt einem KMU am meisten Anfragen?
Kurzfristig die transaktionale, weil die Person bereits beauftragen will. Diese Begriffe sind aber selten und umkämpft. Informative Suchen sind viel zahlreicher und bauen Vertrauen auf, bevor der Auftrag entsteht. Ein Firmenblog deckt genau diesen Teil ab.