Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Angaben im Quellcode einer Seite, die Suchmaschinen sagen, worum es geht: dass eine Seite ein Unternehmen, einen Artikel, ein Produkt oder eine Veranstaltung beschreibt, mit welchen Eigenschaften. Als gemeinsames Vokabular dient Schema.org, als Format bei Google bevorzugt JSON-LD.
Was strukturierte Daten bedeuten
Ein Mensch sieht auf einer Seite sofort, dass oben der Firmenname steht, darunter die Adresse und rechts die Öffnungszeiten. Ein Programm sieht Text. Strukturierte Daten beschriften diesen Text: Das hier ist der Name einer Organisation, das die Postadresse, das die Öffnungszeiten am Samstag.
Das Vokabular dafür liefert Schema.org, ein gemeinsames Projekt von Google, Microsoft, Yahoo und Yandex. Es definiert Typen wie Organization, LocalBusiness, Article, Product oder Event und zu jedem Typ Eigenschaften. Google empfiehlt als Format JSON-LD, einen kleinen Codeblock im HTML-Kopf, der den sichtbaren Inhalt nicht verändert.
Für KMU sind wenige Typen relevant:
- Organization oder LocalBusiness für die Firma, siehe LocalBusiness-Markup
- Article oder BlogPosting für Blogbeiträge, mit Autor und Datum
- Product für Online-Shops, mit Preis und Verfügbarkeit
- Event für Anlässe, Kurse, Tage der offenen Tür
- BreadcrumbList für die Navigationspfade
- FAQPage, allerdings mit Einschränkungen, siehe FAQ-Schema
Google dokumentiert, was belegt ist: Strukturierte Daten helfen dem System, eine Seite zu verstehen, und können erweiterte Suchergebnisse auslösen, etwa Sterne, Preise oder Veranstaltungsdaten. Eine Garantie dafür gibt es nicht, und ein direkter Einfluss auf die Position ist nicht dokumentiert. Dass sie KI-Antworten beeinflussen, hat weder Google noch OpenAI bestätigt.
Ein Beispiel aus dem KMU-Alltag
Ein Malerbetrieb in Amriswil hinterlegt auf seiner Startseite diesen Block:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "LocalBusiness",
"name": "Malerei Hug AG",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Romanshornerstrasse 12",
"postalCode": "8580",
"addressLocality": "Amriswil",
"addressCountry": "CH"
},
"telephone": "+41 71 000 00 00",
"url": "https://www.beispiel.ch/",
"sameAs": ["https://www.linkedin.com/company/beispiel"]
}
Nichts davon ist für Besucher sichtbar. Für Google ist jetzt eindeutig, welche Firma hinter der Website steht, wo sie ist und welche Profile dazugehören. Das Markup ersetzt keine Inhalte, aber es räumt Zweifel aus, wenn mehrere Firmen ähnliche Namen tragen.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Strukturierte Daten sind ein Verständnishelfer mit geringem Aufwand. Die gängigen Systeme und Plugins erzeugen Markup für Firma und Beiträge automatisch; oft fehlt nur, es einmal zu prüfen und die Angaben zu vervollständigen.
Der Nutzen liegt weniger in mehr Besuchern als in weniger Missverständnissen. Eine Firma, deren Name, Adresse und Profile maschinenlesbar zusammenpassen, ist für Suchmaschinen eine klar erkennbare Entität. Das ist die Grundlage dafür, dass sie überhaupt empfohlen werden kann.
Häufige Missverständnisse
Markup ersetzt Inhalt. Ein Codeblock, der etwas behauptet, was auf der Seite nicht sichtbar steht, verstösst gegen Googles Richtlinien und bringt nichts.
Mehr Typen sind besser. Markup für Dinge, die es auf der Seite nicht gibt, schadet. Zwei bis drei passende Typen reichen.
Häufige Fragen
Verbessern strukturierte Daten das Ranking?
Google dokumentiert, dass strukturierte Daten dem System helfen, Inhalte zu verstehen, und dass sie erweiterte Darstellungen in den Suchergebnissen ermöglichen können. Eine bessere Position versprechen sie nicht, und ein Anspruch auf die erweiterte Darstellung besteht nicht. Sie sind ein Verständnishelfer, kein Rankinghebel.
Wie prüfe ich, ob mein Markup funktioniert?
Google stellt den Test für Rich-Suchergebnisse bereit, in den Sie eine Adresse oder Code einfügen. Er zeigt, welche Typen erkannt wurden und ob Pflichtfelder fehlen. Für Typen, die Google nicht für erweiterte Ergebnisse nutzt, hilft der Validator von Schema.org.
Helfen strukturierte Daten auch bei ChatGPT und Perplexity?
Dafür gibt es keinen Beleg der Anbieter. Google schreibt, dass für seine KI-Funktionen kein spezielles Markup nötig ist. Strukturierte Daten schaden nicht und machen Angaben eindeutig, aber der sichtbare Text auf der Seite bleibt das, was KI-Systeme lesen und zitieren.