Ein Redaktionsplan ist eine Tabelle oder Liste, in der ein Unternehmen festhält, welche Inhalte es wann veröffentlicht, wer dafür zuständig ist und welches Ziel jeder Beitrag verfolgt. Er macht aus gelegentlichem Schreiben einen festen Ablauf und verhindert, dass der Blog nach drei Beiträgen einschläft. Für einen Firmenblog reichen fünf Spalten: Datum, Thema, Suchbegriff, Zuständigkeit und Status.
Was Redaktionsplan bedeutet
Der Begriff stammt aus Zeitungsredaktionen, wo seit jeher festgelegt wird, welcher Artikel in welcher Ausgabe erscheint. Für einen Firmenblog ist das Prinzip dasselbe, nur kleiner. Der Redaktionsplan beantwortet vier Fragen im Voraus: Was wird veröffentlicht? Wann? Wer kümmert sich darum? Und was soll der Beitrag bewirken?
Die Mindestspalten für ein KMU:
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| Datum | Geplanter Veröffentlichungstag, am besten ein fester Wochentag |
| Thema | Die Frage, die der Beitrag beantwortet, als vollständiger Satz |
| Suchbegriff | Wonach Kunden bei Google oder ChatGPT fragen würden |
| Zuständig | Wer schreibt, wer prüft, wer freigibt |
| Status | Idee, in Arbeit, zur Freigabe, veröffentlicht |
Optional kommen dazu: Zielseite, auf die der Beitrag verlinken soll, Kanal für die Weiterverbreitung (LinkedIn, Newsletter) und ein Feld für das Ergebnis nach drei Monaten.
Ein Beispiel aus dem KMU-Alltag
Eine Schreinerei in Bischofszell hat 2024 begonnen zu bloggen. Drei Beiträge im ersten Monat, dann kam ein Grossauftrag, und der Blog schlief ein. Ein Jahr später steht dort noch der Beitrag «Frohe Weihnachten», was bei Besuchern im Juli keinen guten Eindruck macht.
Im zweiten Anlauf setzt sich der Inhaber mit seinem Büro eine Stunde zusammen und plant ein Quartal: zwölf Beiträge, jeden Donnerstag einer. Die Themen kommen aus den Kundenfragen der letzten Wochen: «Einbauschrank unter der Dachschräge», «Küche aus Eiche oder Nussbaum», «Was kostet eine Massivholztür?». Jede Zeile hat einen Verantwortlichen und einen Termin für die Freigabe. Als im November wieder ein Grossauftrag kommt, läuft der Blog weiter, weil die Beiträge für vier Wochen bereits vorbereitet sind.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Der Plan löst das Hauptproblem von Firmenblogs: nicht die Qualität, sondern die Regelmässigkeit. Google und KI-Systeme bevorzugen Websites, die kontinuierlich neue Antworten liefern. Ein Blog mit einem Beitrag pro Woche über ein Jahr schlägt einen Blog mit zwanzig Beiträgen im Januar und Stille danach.
Zweitens zwingt der Plan zur Priorisierung. Wer Themen im Voraus auswählt, fragt automatisch: Sucht das jemand? Welche Frage bringt Anfragen? Wie Sie in einer Stunde ein Quartal planen, zeigt die Anleitung zum Redaktionsplan für den Firmenblog. Woher die Themen kommen, erklärt Blogthemen finden.
Häufige Missverständnisse
Ein Redaktionsplan ist keine Themenliste. Hundert Ideen ohne Datum und Zuständigkeit sind eine Sammlung, kein Plan. Und er muss nicht vollständig sein, bevor man startet: Vier geplante Wochen reichen, um anzufangen. Der Rest kommt beim Schreiben.
Häufige Fragen
Für wie lange im Voraus sollte ich planen?
Ein Quartal ist für die meisten KMU der richtige Zeitraum. Das reicht, um Saisonthemen rechtzeitig vorzubereiten, und ist kurz genug, um auf neue Kundenfragen reagieren zu können. Ein Jahresplan wird in der Praxis selten eingehalten.
Welches Werkzeug brauche ich dafür?
Eine Tabelle in Excel oder Google Sheets reicht vollständig. Spezielle Software lohnt sich erst, wenn mehrere Personen gleichzeitig an vielen Kanälen arbeiten. Wichtiger als das Werkzeug ist, dass der Plan an einem Ort liegt, den alle Beteiligten kennen.
Was mache ich, wenn ein geplantes Thema nicht mehr passt?
Austauschen, nicht streichen. Der Plan ist ein Arbeitsmittel, keine Verpflichtung. Entscheidend ist, dass der Veröffentlichungstermin bestehen bleibt und ein anderes Thema den Platz einnimmt.