Duplicate Content ist Inhalt, der identisch oder fast identisch unter mehreren Webadressen erreichbar ist, entweder innerhalb derselben Website oder auf verschiedenen Websites. Google wählt in solchen Fällen eine Version aus und zeigt die anderen selten an. Eine Strafe gibt es dafür nicht, aber Sichtbarkeit geht verloren, weil sich die Signale auf mehrere Adressen verteilen.
Was Duplicate Content bedeutet
Jede Seite im Web hat eine Adresse. Wenn derselbe Text unter zwei oder mehr Adressen erscheint, spricht man von Duplicate Content, auf Deutsch doppeltem Inhalt. Das passiert öfter, als viele vermuten, und meistens ohne Absicht.
Man unterscheidet zwei Formen. Interner Duplicate Content entsteht innerhalb der eigenen Website: Die Startseite ist unter www.firma.ch, firma.ch und firma.ch/index.html erreichbar. Ein Blogbeitrag erscheint zusätzlich unter einer Kategorie-Adresse. Ein Online-Shop zeigt dasselbe Produkt mit verschiedenen Filterparametern in der Adresse. Externer Duplicate Content entsteht, wenn der Text auf fremden Websites steht: Herstellerbeschreibungen, die alle Händler übernehmen, Pressemitteilungen auf mehreren Portalen oder eine kopierte Seite eines Mitbewerbers.
Google bewertet Seiten einzeln. Trifft die Suchmaschine auf mehrere gleiche Versionen, fasst sie diese zu einer Gruppe zusammen und wählt eine davon als Hauptversion. Die übrigen werden selten gezeigt.
Ein Beispiel aus dem KMU-Alltag
Ein Sanitärbetrieb in Winterthur lässt eine neue Website bauen. Der Entwickler richtet sie so ein, dass sie mit und ohne «www» funktioniert, ohne die eine Variante auf die andere umzuleiten. Zusätzlich gibt es am Ende jeder Adresse die Version mit und ohne Schrägstrich. Jede Seite existiert damit viermal.
In der Search Console tauchen nach einigen Wochen Hinweise auf: «Duplikat, Google hat eine andere kanonische Seite ausgewählt.» Die Rankings für «Sanitär Winterthur» schwanken, weil die Links von Verzeichnissen mal auf die eine, mal auf die andere Variante zeigen. Eine Weiterleitung auf eine einzige Form löst das Problem innerhalb weniger Wochen.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Doppelter Inhalt kostet nicht direkt Positionen, aber er zerstreut Kraft. Jeder Link und jedes Signal verteilt sich auf mehrere Adressen statt auf eine. Google muss zusätzlich entscheiden, welche Version die richtige ist, und diese Entscheidung fällt nicht immer in Ihrem Sinn: Manchmal erscheint die Variante ohne Bilder oder die mit dem alten Titel.
Die Lösung besteht aus drei Werkzeugen: Weiterleitungen für technische Varianten, ein Canonical-Tag, das die bevorzugte Adresse benennt, und eigene Texte statt übernommener Beschreibungen. Welche Massnahme in welchem Fall passt, zeigt die Seite zu doppelten Inhalten.
Häufige Missverständnisse
Viele fürchten eine «Duplicate-Content-Strafe». Google hat mehrfach erklärt, dass es sie in dieser Form nicht gibt; nur absichtlich kopierte Inhalte in grossem Stil fallen unter die Spam-Richtlinien. Ein zweiter Irrtum: Zitate oder ein Absatz aus einer Quelle seien bereits Duplicate Content. Das ist nicht der Fall, solange der Rest der Seite eigenständig ist.
Häufige Fragen
Straft Google doppelte Inhalte ab?
Google schreibt, dass doppelter Inhalt an sich keine Strafe auslöst, solange er nicht mit Täuschungsabsicht erstellt wurde. Die Suchmaschine fasst die Versionen zusammen und zeigt eine davon. Das Problem ist nicht die Strafe, sondern dass Sie nicht steuern, welche Version erscheint.
Zählt ein Herstellertext auf meiner Produktseite als Duplicate Content?
Ja, wenn derselbe Text auf dutzenden Händlerseiten steht. Google wird dann meist die Herstellerseite oder den grössten Händler bevorzugen. Eine eigene Beschreibung mit Ihrer Erfahrung zum Produkt löst das Problem.
Sind Übersetzungen doppelter Inhalt?
Nein. Eine deutsche und eine französische Version desselben Textes gelten als verschiedene Inhalte. Sie sollten aber über hreflang verknüpft werden, damit Google die Zusammengehörigkeit versteht.