Bloggen Sie über die Fragen, die Ihre Kunden Ihnen vor dem Auftrag stellen: am Telefon, in der Offertanfrage, im Beratungsgespräch. Diese Fragen tippen dieselben Leute vorher bei Google oder ChatGPT ein. Wer sie zwanzig Minuten lang sammelt, sortiert und mit den Suchvorschlägen von Google abgleicht, hat dreissig Themen, die gesucht werden und zum Angebot passen.
Die meisten Unternehmer haben kein Ideenproblem, sondern ein Sortierproblem. Die Themen liegen im Posteingang, im Offertordner und im Kopf der Person am Telefon. Sie sind nur noch nie aufgeschrieben worden. Die folgende Übung holt sie in zwanzig Minuten heraus. Sie brauchen dafür ein leeres Blatt oder eine Tabelle, einen Browser und jemanden aus dem Betrieb, der mit Kunden spricht.
Warum Kundenfragen die besten Blogthemen sind
Eine Frage, die ein Kunde Ihnen stellt, hat er vorher meist schon einer Suchmaschine oder einem KI-Assistenten gestellt. Wer sie dort beantwortet, wird gefunden, bevor der Kunde anruft, und zwar von Leuten, die genau diesen Bedarf haben. Google beschreibt in seinem Leitfaden für hilfreiche Inhalte, dass Seiten dann gut abschneiden, wenn sie für eine bestimmte Zielgruppe mit echtem Fachwissen geschrieben sind. Kundenfragen erfüllen beide Bedingungen von selbst. Welche weiteren Quellen für Themen es gibt, zeigt Blogthemen finden: 9 Quellen. Diese Seite hier konzentriert sich auf die eine Quelle, die am schnellsten liefert.
Die Übung in drei Schritten
Schritt 1: Fragen sammeln (8 Minuten)
Schreiben Sie ohne zu sortieren alle Fragen auf, die Ihnen Kunden in den letzten Wochen gestellt haben. Vier Auslöser helfen, wenn die Liste stockt:
- Preis: Was kostet …? Lohnt sich …? Gibt es Förderung für …?
- Ablauf: Wie lange dauert …? Was muss ich vorbereiten? Muss ich dabei sein?
- Entscheidung: A oder B? Welche Variante für …? Was empfehlen Sie bei …?
- Problem: Warum funktioniert … nicht? Was tun, wenn …? Ist das noch normal?
Ziel sind 20 bis 40 rohe Fragen, in den Worten der Kunden, nicht in Ihren Fachbegriffen.
Schritt 2: Sortieren (6 Minuten)
Ordnen Sie jede Frage einer von drei Phasen zu: vor dem Auftrag, während des Auftrags, nach dem Auftrag. Streichen Sie Doppelungen und Fragen, die nur ein einziger Kunde je gestellt hat. Markieren Sie Fragen, bei denen Ihre Antwort anders ausfällt als die der Konkurrenz. Das sind die wertvollsten, weil sie Ihre Haltung zeigen.
Schritt 3: Mit Suchvorschlägen abgleichen (6 Minuten)
Tippen Sie den Kern jeder Frage bei Google ein und beobachten Sie die Vorschläge, die beim Tippen erscheinen, sowie den Kasten «Weitere Fragen» in den Ergebnissen. Übernehmen Sie die Formulierung, die Google vorschlägt, als Arbeitstitel. Wenn zu einer Frage keine Vorschläge erscheinen, ist sie nicht wertlos, aber selten gesucht. Setzen Sie sie ans Ende der Liste. Wer tiefer in Suchvolumen und Begriffe einsteigen will, findet den Weg unter Keyword-Recherche für KMU. Für die erste Themenliste reichen die Vorschläge.
Die Vorlage
Eine Tabelle mit fünf Spalten genügt:
| Frage (Kundenwortlaut) | Phase | Google-Formulierung | Gesucht? | Priorität |
|---|---|---|---|---|
| Was kostet eine Ladestation in der Garage? | vorher | ladestation garage kosten | ja | 1 |
| Muss die Sicherung ersetzt werden? | während | sicherung ersetzen wann | ja | 2 |
| Warum fliegt die Sicherung bei Regen? | Problem | sicherung fliegt bei regen | ja | 1 |
Priorität 1 bekommt, was oft gesucht wird und direkt zu einem Auftrag führt. Priorität 2, was oft gesucht wird, aber eher Vertrauen aufbaut. Priorität 3 ist der Rest.
Beispiel: Elektrobetrieb mit acht Mitarbeitenden
So sah die Liste eines fiktiven Elektrobetriebs in der Ostschweiz nach zwanzig Minuten aus, gekürzt auf zehn Einträge:
- Was kostet eine Ladestation fürs Elektroauto im Einfamilienhaus?
- Braucht es für die Ladestation eine Bewilligung?
- Lohnt sich eine Solaranlage mit Batterie im Thurgau?
- Wie oft muss eine Elektroinstallation kontrolliert werden?
- Was ist eine Sicherheitsnachweis-Kontrolle und wer verlangt sie?
- Warum löst der FI-Schalter immer wieder aus?
- Smart Home nachrüsten: was geht ohne neue Leitungen?
- Alte Stromverteilung: wann ersetzen, wann reicht eine Reparatur?
- Was kostet es, eine zusätzliche Steckdose zu setzen?
- Elektriker-Notfall: was zählt als Notfall und was kostet er?
Jede dieser Fragen stellt ein Kunde, bevor er anruft. Jede lässt sich in einem Beitrag beantworten. Und jede führt zu einer Leistung des Betriebs. Weitere Themen für diese Branche stehen unter Blog für Elektriker.
Was die Übung nicht leistet
Sie liefert Themen, keine fertigen Beiträge. Für jeden Beitrag braucht es dann eine Antwort mit Zahlen, Beispielen und einer klaren Empfehlung. Und sie zeigt nicht, wie stark die Konkurrenz für ein Thema ist. Wer feststellt, dass für eine Frage bereits zehn Fachportale ranken, nimmt besser die regionale Variante: «Ladestation Garage Kosten» ist umkämpft, «Ladestation Mehrfamilienhaus Thurgau» deutlich weniger.
Was Sie daraus machen
Sperren Sie zwanzig Minuten im Kalender, holen Sie die Person dazu, die am meisten mit Kunden spricht, und füllen Sie die Tabelle. Die ersten zehn Zeilen mit Priorität 1 sind Ihr Redaktionsplan für die nächsten zehn Wochen.
Häufige Fragen
Was, wenn mir keine Kundenfragen einfallen?
Fragen Sie die Person, die bei Ihnen das Telefon abnimmt oder Offerten schreibt. Sie hört die Fragen täglich. Ergänzend helfen die letzten zwanzig E-Mails von Interessenten und die Rückfragen aus Beratungsgesprächen. Wer nach zehn Minuten unter zehn Fragen hat, kann die Suchvorschläge von Google als Starthilfe nutzen und nur noch streichen, was nicht passt.
Soll ich über Neuigkeiten aus der Firma bloggen?
Nur, wenn sie eine Kundenfrage beantworten. Ein neuer Mitarbeiter oder das Firmenjubiläum wird von niemandem gesucht. Ein neues Gerät schon, wenn der Beitrag erklärt, was es für den Kunden ändert: schnellere Montage, tieferer Preis, neue Möglichkeit. Neuigkeiten gehören auf LinkedIn, Antworten in den Blog.
Darf ich über Themen bloggen, die ich nicht anbiete?
Ja, wenn Ihre Kunden die Frage stellen und Sie sie fachlich beantworten können. Ein Elektriker, der erklärt, wann sich eine Solaranlage lohnt, obwohl er sie nicht selbst montiert, wird als Fachperson wahrgenommen. Er sollte aber sagen, wen er für die Montage empfiehlt, sonst verliert der Beitrag seinen Nutzen für den Betrieb.
Wie oft muss ich die Themenliste erneuern?
Einmal pro Quartal reicht. Dann sind neue Kundenfragen dazugekommen, saisonale Themen stehen an, und die Search Console zeigt, welche Suchbegriffe bereits Impressionen bringen. Die Übung dauert beim zweiten Mal weniger als zwanzig Minuten, weil die Vorlage schon steht.