Einen Blogbeitrag selbst zu schreiben kostet einen Unternehmer in der Praxis drei bis fünf Stunden, von der Themenwahl bis zum Einstellen. Bei einem Stundensatz von CHF 120 sind das CHF 360 bis 600 pro Beitrag, die nirgends verbucht werden. Das grössere Problem ist nicht der Aufwand, sondern das Durchhalten: Ohne festen Rhythmus bleibt der Blog nach wenigen Beiträgen liegen. Selbst schreiben ist dann richtig, wenn Sie gern schreiben, ein Beitrag pro Monat reicht und Ihre Stimme das Produkt ist.
Die Entscheidung, den Firmenblog selbst zu schreiben, wird selten bewusst getroffen. Sie passiert, weil es naheliegt: Sie kennen Ihr Fach, Sie können schreiben, und ein Abo kostet Geld. Die Rechnung auf dieser Seite will Ihnen das nicht ausreden. Sie will zeigen, was der Weg wirklich kostet, damit die Entscheidung bewusst fällt.
Die Zeitrechnung für einen Beitrag
Die folgende Beispielrechnung zeigt einen Ratgeberbeitrag mit rund 1’000 Wörtern, geschrieben von einem Unternehmer, der sein Fach kennt, aber nicht täglich schreibt. Die Zeiten sind Erfahrungswerte, keine Messung.
| Arbeitsschritt | Zeit | Was dabei oft schiefgeht |
|---|---|---|
| Thema finden und eingrenzen | 30 Minuten | Man schreibt, was einen selbst interessiert, nicht was gesucht wird |
| Recherche (Vorschriften, Zahlen, Beispiele) | 45 Minuten | Wird übersprungen, dann fehlen die konkreten Angaben |
| Schreiben des Rohtexts | 90 bis 120 Minuten | Der erste Absatz frisst die Hälfte der Zeit |
| Überarbeiten, kürzen, Zwischentitel | 30 Minuten | Entfällt, weil man froh ist, fertig zu sein |
| Bild suchen oder erstellen | 20 Minuten | Lizenzfrage wird nicht geklärt |
| Einstellen im CMS, Titel, Beschreibung, interne Links | 30 Minuten | Meta-Description und Links fehlen |
| Gesamt | rund 4 bis 4,5 Stunden |
Bei einem Stundensatz von CHF 120, den ein Handwerksmeister oder Treuhänder für seine Zeit ansetzt, kostet der Beitrag CHF 480 bis 540. Bei einem Beitrag pro Woche sind das rund CHF 2’000 im Monat, die in keiner Buchhaltung auftauchen, aber als Abend- und Wochenendarbeit sehr wohl spürbar sind. Bei einem Beitrag pro Monat sind es CHF 500, was viele als tragbar empfinden.
Diese Rechnung ist absichtlich einfach. Sie gilt nicht, wenn Sie schnell und gern schreiben; dann halbieren sich die Zeiten. Sie gilt erst recht, wenn Schreiben für Sie Überwindung bedeutet.
Das Durchhalteproblem
Die Stunden sind das kleinere Problem. Das grössere ist, dass die Stunden nach dem fünften Beitrag nicht mehr aufgebracht werden. Dafür gibt es keine Statistik, die wir zitieren könnten, aber ein Muster, das sich in Gesprächen mit Unternehmern wiederholt:
- Im Januar erscheinen drei Beiträge, weil der Vorsatz frisch ist.
- Im März kommt ein Grossauftrag, der Blog wartet.
- Im Juni steht der letzte Beitrag vom Februar oben auf der Seite, datiert, für jeden Besucher sichtbar.
- Im Herbst ist die Hürde, wieder anzufangen, höher als am Anfang, weil man sich den Lesern gegenüber erklären müsste.
Ein Blog wirkt über Rhythmus, nicht über Einzelstücke. Google bewertet Seiten einzeln, aber ein Blog mit 40 Beiträgen zu verwandten Fragen deckt ein Thema ab, ein Blog mit 5 Beiträgen nicht. Welche Frequenz für ein KMU realistisch ist, steht unter wie oft ein Blogbeitrag veröffentlicht werden sollte. Und wer schon einen eingeschlafenen Blog hat, findet den Weg zurück unter eingeschlafenen Firmenblog wiederbeleben.
Die Ursache des Einschlafens ist fast nie Faulheit. Es sind drei Dinge, die beim Selbstschreiben fehlen: ein Themenvorrat (jede Woche neu überlegen ist die grösste Hürde), eine Frist, die jemand anderes setzt, und ein Ablauf, der auch dann läuft, wenn Sie keine Zeit haben.
Was ein System abnimmt und was nicht
Ein Blogsystem löst genau diese drei Punkte: Es liefert Themen aus Suchanfragen, es hält den Wochentakt, und es stellt den Beitrag ein. Was es nicht liefert, ist Ihre Stimme und Ihre Geschichte von letzter Woche, es sei denn, Sie geben sie hinein.
| Aufgabe | Selbst schreiben | Blogsystem |
|---|---|---|
| Thema finden | Sie, jede Woche neu | System, aus Suchdaten |
| Recherche und Rohtext | Sie, 2 bis 3 Stunden | System |
| Fachliche Prüfung | Entfällt (Sie wissen es ja) | Sie, 10 bis 15 Minuten |
| Persönliche Beispiele | Automatisch drin | Nur, wenn Sie sie liefern |
| Bild, Einstellen, Verlinkung | Sie, rund 50 Minuten | System |
| Rhythmus halten | Ihre Disziplin | Fester Takt mit Stoppmöglichkeit |
| Kosten | Ihre Zeit | Monatsabo plus 15 Minuten pro Beitrag |
Wer stattdessen ChatGPT als Schreibhilfe nutzt, landet in der Mitte: Der Rohtext geht schneller, Thema, Rhythmus und Einstellen bleiben bei Ihnen. Diesen Weg vergleicht die Seite ChatGPT selbst nutzen oder Blogsystem.
Wann selbst schreiben richtig ist
Es gibt Betriebe, für die das Abo der falsche Weg wäre, und das sollte eine Seite auf einer Blogsystem-Website offen sagen:
- Sie schreiben gern. Wenn der Beitrag am Sonntagmorgen eine Freude ist und keine Pflicht, fällt die Zeitrechnung anders aus. Freude ist kein Kostenfaktor.
- Ihre Stimme ist das Produkt. Berater, Coaches, Therapeuten, Architekten: Wer Kunden über seine Haltung gewinnt, sollte diese Haltung selbst formulieren, zumindest in den wichtigen Beiträgen.
- Ein Beitrag pro Monat reicht. In Nischen mit wenig Konkurrenz und bei Betrieben, die ausgelastet sind, kann ein guter Beitrag pro Monat genügen. Dann sind vier bis fünf Stunden monatlich tragbar.
- Sie sind Einzelunternehmer mit Schreibroutine. Wer ohnehin Newsletter, Offerten und Berichte schreibt, hat die Routine, die anderen fehlt.
- Das Budget ist null. Dann ist selbst schreiben nicht die bessere, sondern die einzige Option, und ein Beitrag im Monat schlägt keinen Beitrag.
Der Mittelweg
Viele Unternehmer wählen am Ende keine der beiden Seiten, sondern eine Aufteilung: Einmal im Monat schreiben sie selbst den Beitrag, der ihnen am Herzen liegt, mit der Kundengeschichte und der eigenen Meinung. Die wöchentlichen Ratgeber zu Preisfragen, Abläufen und Vorschriften, die Kunden googeln, kommen aus dem System. Ein Blogsystem wie BlogPilot ist auf diese Aufteilung ausgelegt: Der Wochentakt läuft, und Sie veröffentlichen daneben, was nur Sie schreiben können.
Fünf Fragen für Ihre Entscheidung
- Wie viele Beiträge habe ich in den letzten zwölf Monaten tatsächlich geschrieben, nicht geplant?
- Was kostet mich eine Stunde, und wie viele Stunden pro Monat bin ich bereit, dafür einzusetzen?
- Wer setzt die Frist, wenn ich sie nicht halte?
- Woher kommen die Themen für die nächsten zwölf Wochen?
- Welche meiner Beiträge brauchen meine Stimme, und welche brauchen nur eine korrekte Antwort?
Wer Frage 1 mit «weniger als sechs» beantwortet, hat die Antwort auf die Ausgangsfrage schon. Wer «zwanzig» sagt, braucht wahrscheinlich kein System, sondern höchstens eine Entlastung beim Einstellen.
Häufige Fragen
Wie lange braucht man für einen Blogbeitrag mit 1'000 Wörtern?
Geübte Schreiber brauchen für Recherche, Schreiben und Überarbeiten rund zwei bis drei Stunden, Ungeübte eher vier bis sechs. Dazu kommen Bild, Einstellen im CMS und Verlinkung. Eine verlässliche Statistik dazu gibt es nicht, die Spanne stammt aus Gesprächen mit Unternehmern.
Ist ein selbst geschriebener Beitrag für Google besser?
Nicht automatisch. Google bewertet, ob ein Text die Frage des Suchenden beantwortet, nicht wer ihn geschrieben hat. Ein selbst geschriebener Beitrag mit echter Erfahrung kann sehr gut ranken, wenn er strukturiert ist und regelmässig Gesellschaft bekommt. Ein einzelner guter Beitrag in einem sonst leeren Blog bewegt wenig.
Kann ich selbst schreiben und trotzdem ein System nutzen?
Ja, das ist ein verbreitetes Modell. Sie schreiben einmal im Monat den Beitrag, der Ihnen am Herzen liegt, das System liefert die wöchentlichen Ratgeber zu den Fragen, die Kunden googeln. Beide Arten verlinken aufeinander, und der Rhythmus bleibt auch in vollen Wochen erhalten.
Was ist mit Diktieren statt Schreiben?
Diktieren halbiert für viele die Schreibzeit, weil das Reden über das eigene Fach leichter fällt als das Tippen. Das Transkript braucht aber Struktur, Zwischentitel und Kürzung, was wieder Zeit kostet. Als Zulieferung für einen Texter oder ein System ist ein Diktat dagegen sehr wertvoll.