Blog-Software auswählen: 12 Fragen, die Sie dem Anbieter stellen sollten

Stand 22. Oktober 2026 · 5 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Bei der Wahl einer Blog-Software für ein KMU zählen zwölf Fragen: Schweizer Schreibweise, Themenquelle, Freigabe vor Veröffentlichung, Anbindung ans CMS, Faktenprüfung, interne Verlinkung, Bilder, Datenhaltung, Kündigung und Mindestlaufzeit, Einrichtungskosten, belegte Beispiele mit Link und eine Testphase. Warnzeichen sind Rankinggarantien, Referenzen ohne URL und Preise nur auf Anfrage. Ein Bewertungsraster mit Gewichtung macht die Antworten vergleichbar.

Blog-Software für ein KMU zu wählen ist eine Entscheidung, die man selten trifft und die sich über Monate auswirkt. Die Websites der Anbieter sehen sich ähnlich, die Versprechen auch. Was die Angebote unterscheidet, zeigt sich erst, wenn Sie konkrete Fragen stellen und die Antworten nebeneinanderlegen. Diese Seite gibt Ihnen die Fragen, die Warnzeichen und ein Raster, in das die Antworten passen.

Wer noch nicht weiss, ob ein Schreibassistent oder ein Blogsystem das richtige Werkzeug ist, klärt das besser zuerst unter KI-Schreibtool oder Blogsystem. Die zwölf Fragen hier gelten für Blogsysteme, also Software, die den Blog betreibt und nicht nur Texte liefert.

Die zwölf Fragen

  1. Schreibt die Software Schweizer Hochdeutsch? Nicht «kann sie», sondern «tut sie es standardmässig»: Doppel-s statt Eszett, Guillemets, Schweizer Begriffe, Ihre gewählte Anrede. Lassen Sie sich einen veröffentlichten Beitrag zeigen. Was dabei zu prüfen ist, steht unter Schweizer Hochdeutsch im Blog.
  2. Woher kommen die Themen? Aus echten Suchanfragen Ihrer Branche und Region, aus einer Vorlage oder aus Ihrem Kopf? Fragen Sie, ob Sie den Themenplan vor dem Schreiben sehen und ändern können.
  3. Gibt es eine Freigabe vor der Veröffentlichung? Wie läuft sie, wer bekommt sie, was passiert bei Nichtreaktion, und kann ich auf automatische Veröffentlichung mit Stoppmöglichkeit umstellen? Die Seite Freigabe im Blogprozess beschreibt, wie ein sauberer Ablauf aussieht.
  4. Welche Anbindung gibt es für meine Website? WordPress, Wix, Shopify, ein gehosteter Blog unter Ihrer Domain, eine Schnittstelle für Ihr eigenes System? Und welche Zugänge braucht der Anbieter dafür?
  5. Wer prüft Fakten? Zahlen, Vorschriften, Preise: Lässt die Software sie weg, kennzeichnet sie Unsicherheit, oder erfindet sie? Verlangen Sie ein Beispiel mit einer Zahl darin.
  6. Werden Beiträge intern verlinkt? Kennt die Software die bestehenden Seiten und Beiträge Ihrer Website und verlinkt darauf, oder entstehen Einzelstücke?
  7. Sind Bilder enthalten, und woher stammen sie? Stock, generiert, eigene? Und wer trägt die Lizenz?
  8. Wo liegen meine Daten und Texte? In welchem Land, bei welchem Dienst, und werden Ihre Eingaben zum Training von Modellen verwendet?
  9. Was passiert bei Kündigung? Bleiben die Beiträge in meiner Website? Bei einem gehosteten Blog: Gibt es einen Export, und bleiben die Adressen erreichbar?
  10. Wie lang sind Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist? Und was kostet die Einrichtung, was ein zusätzlicher Beitrag pro Woche?
  11. Gibt es belegte Beispiele mit Link? Nicht Logos, sondern Websites von Kunden, auf denen Sie die Beiträge lesen und deren Rankings Sie selbst prüfen können.
  12. Kann ich testen, bevor ich zahle? Und sehe ich im Test einen Beitrag zu meinem Betrieb, nicht ein Muster aus einer anderen Branche?

Sechs Warnzeichen

  • Rankinggarantien. «Platz 1 in 30 Tagen» kann niemand halten; Google warnt auf seinen eigenen Hilfeseiten vor Anbietern, die Platzierungen garantieren.
  • Referenzen ohne URL. Wer Kunden hat, kann sie zeigen. Wer nur Logos oder anonyme Zitate zeigt, hat vielleicht keine.
  • Keine Freigabe. Software, die ohne jede Kontrolle veröffentlicht, veröffentlicht irgendwann etwas Falsches unter Ihrem Namen.
  • Nur eigene Domain des Anbieters. Wenn der Blog zwingend auf der Domain des Anbieters liegt, baut Ihr Inhalt dessen Sichtbarkeit auf, nicht Ihre.
  • Preis nur auf Anfrage. Bei Software ist das ein Zeichen für Verhandlungspreise, nicht für Komplexität.
  • «Unbegrenzt viele Beiträge». Mehr Beiträge sind nicht besser; Google nennt massenhaft erzeugte Inhalte ohne Mehrwert ausdrücklich als Problem. Ein Anbieter, der mit Menge wirbt, hat Menge als Ziel.

Das Bewertungsraster

Geben Sie jedem Anbieter pro Frage 0 Punkte (keine oder ausweichende Antwort), 1 Punkt (teilweise) oder 2 Punkte (klar und belegt). Multiplizieren Sie mit dem Gewicht. Die Gewichte unten sind ein Vorschlag für ein typisches KMU; passen Sie sie an.

FrageGewichtAnbieter AAnbieter BAnbieter C
1 Schweizer Hochdeutsch3
2 Themenquelle3
3 Freigabe3
4 Anbindung2
5 Faktenprüfung2
6 Interne Verlinkung1
7 Bilder1
8 Datenhaltung2
9 Kündigung und Export2
10 Laufzeit und Kosten2
11 Belegte Beispiele3
12 Testphase1
Maximal50

Ein Anbieter mit 40 Punkten und einem Warnzeichen ist schlechter als einer mit 34 Punkten ohne. Die Warnzeichen sind keine Minuspunkte, sondern Ausschlusskriterien.

Wie das Raster eine Entscheidung dreht

Ein konstruiertes Beispiel: Anbieter A hat die schönere Website, die längere Funktionsliste und ist CHF 40 im Monat günstiger. Im Raster bekommt er bei Frage 1 einen Punkt (Schweizer Hochdeutsch «auf Anfrage einstellbar»), bei Frage 9 null (gehosteter Blog ohne Export) und bei Frage 11 null (Referenzen als Logos). Anbieter B ist teurer, zeigt aber drei Kundenwebsites mit Link, schreibt ab Werk Schweizer Hochdeutsch und veröffentlicht direkt in WordPress. Nach dem Raster liegt B klar vorn, obwohl A im ersten Eindruck gewonnen hätte. Der Preisunterschied von CHF 480 im Jahr ist kleiner als das Risiko, nach einem Jahr ohne Beiträge dazustehen.

Was Sie vor dem Gespräch vorbereiten sollten

Drei Dinge machen das Gespräch mit jedem Anbieter kürzer: Ihre Website-Adresse und das CMS dahinter, die Zahl der Beiträge pro Monat, die Sie wirklich freigeben können, und drei Themen, die Ihre Kunden immer wieder fragen. Mit diesen Angaben kann ein seriöser Anbieter einen konkreten Beispielbeitrag liefern, und Sie können das Raster ausfüllen, statt Versprechen zu vergleichen.

Für BlogPilot stehen die Antworten auf die Fragen 10 und 12 auf der Preisseite: 14 Tage kostenlos testen ohne Karte, Mindestlaufzeit drei Monate, Einrichtung CHF 299 (bei den grösseren Paketen inbegriffen), zusätzlicher Beitrag pro Woche CHF 29 im Monat. Die Fragen 1 bis 9 und 11 sollten Sie uns genauso stellen wie jedem anderen Anbieter; die Vergleichsseite Blogsystem oder Content-Agentur hilft, wenn neben Software auch eine Agentur im Rennen ist.

Häufige Fragen

Warum ist die Schweizer Schreibweise eine eigene Frage?

Weil die meisten KI-Werkzeuge standardmässig bundesdeutsch schreiben: mit Eszett, mit Fahrrad statt Velo und mit Anführungszeichen unten. Ein Schweizer Leser merkt das sofort, und Google ordnet die Seite dem falschen Markt zu. Fragen Sie nach einem veröffentlichten Beispiel, nicht nach einem Versprechen.

Was ist ein faires Verhältnis von Mindestlaufzeit und Testphase?

Eine kostenlose Testphase von zwei Wochen ohne Kreditkarte und eine Mindestlaufzeit von wenigen Monaten sind ein ausgewogenes Modell, weil ein Blog ohnehin Wochen braucht, bis Wirkung sichtbar wird. Laufzeiten von zwölf Monaten oder mehr sollten mit einer belegten Leistung begründet sein. Ohne Testphase sollten Sie mindestens einen fertigen Beispielbeitrag zu Ihrem Betrieb verlangen.

Sollte ich eine Software mit Rankinggarantie meiden?

Ja. Niemand kontrolliert, wie Google oder ChatGPT Seiten einordnen, und das sagt Google selbst. Ein Anbieter, der eine Platzierung garantiert, verspricht etwas, das er nicht halten kann, oder hat Bedingungen im Kleingedruckten. Belegte Beispiele mit Link sind das Gegenteil einer Garantie und das bessere Zeichen.

Wie viele Anbieter sollte ich mit dem Raster vergleichen?

Zwei bis drei reichen, wenn sie aus der richtigen Werkzeugklasse stammen. Mehr Anbieter erhöhen den Aufwand, nicht die Qualität der Entscheidung. Wichtiger ist, jedem dieselben zwölf Fragen zu stellen und die Antworten schriftlich zu haben.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

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