XML-Sitemap: was hineingehört und was sie nicht kann

Stand 22. Oktober 2026 · 4 Min Lesezeit · von Marco Schulz

Eine XML-Sitemap ist eine Datei, die Google alle Adressen Ihrer Website auflistet, die indexiert werden sollen. Hinein gehören nur Seiten, die mit Status 200 antworten, kanonisch und nicht auf noindex gesetzt sind; Weiterleitungen, Fehlerseiten und Dubletten gehören nicht hinein. Das Feld lastmod sollte nur dann ein neues Datum tragen, wenn sich der Inhalt wirklich geändert hat. Die Sitemap hilft Google beim Finden, ersetzt aber keine internen Links und garantiert keine Indexierung.

Fast jedes CMS erzeugt automatisch eine XML-Sitemap, und fast niemand schaut hinein. Dabei entscheidet ihr Inhalt mit darüber, ob Google neue Beiträge schnell findet oder sich mit Weiterleitungen und gelöschten Seiten beschäftigt. Diese Seite erklärt, was in die Datei gehört, was nicht, und wo ihre Grenzen liegen.

Was eine Sitemap ist und was Google damit macht

Die XML-Sitemap ist eine maschinenlesbare Liste aller Adressen, die Google indexieren soll, mit optionalem Änderungsdatum pro Adresse. Google beschreibt sie als Hinweis: Sie hilft beim Entdecken neuer und geänderter Seiten, besonders bei grossen oder schlecht verlinkten Websites. Sie ist keine Anweisung. Google entscheidet über jede Adresse selbst, und eine Seite in der Sitemap wird nicht deshalb indexiert, weil sie dort steht.

Zwei Felder aus dem Sitemap-Standard ignoriert Google laut eigener Dokumentation: priority und changefreq. Das Feld lastmod hingegen nutzt Google, sofern es verlässlich ist. Pro Datei gelten Grenzen von 50’000 Adressen und 50 MB; grössere Websites teilen in mehrere Dateien und listen diese in einer Sitemap-Indexdatei.

Was hineingehört und was nicht

Gehört hineinGehört nicht hinein
Seiten, die mit HTTP-Status 200 antwortenWeiterleitungen (301, 302)
Die kanonische Adresse jeder SeiteNicht-kanonische Varianten (mit Parametern, http statt https)
Seiten, die indexiert werden sollenSeiten mit noindex
Leistungsseiten, Ratgeber, Blogbeiträge, StandortseitenFehlerseiten (404), Login-Seiten, Danke-Seiten
Die StartseiteTag-Seiten, Autorenseiten, Archiv nach Monat
Paginierte Seiten (Seite 2, 3 der Blogübersicht)

Die Faustregel: In der Sitemap steht nur, was Sie selbst in der Trefferliste sehen wollen. Jede Adresse, die Sie dort nicht sehen wollen, kostet Google Zeit und macht den Bericht in der Search Console unübersichtlich. Welche Adresse die kanonische ist, legt der Canonical-Tag fest; Sitemap und Canonical müssen übereinstimmen, sonst widersprechen Sie sich selbst.

lastmod: ehrlich oder gar nicht

Das Feld lastmod gibt an, wann sich eine Seite zuletzt geändert hat. Google nutzt es, um geänderte Seiten bevorzugt neu abzurufen, aber nur, wenn es stimmt. Zwei Fehler sind verbreitet:

  • Jede Adresse trägt das Datum der Sitemap-Erzeugung, also immer heute. Dann sagt das Feld nichts, und Google ignoriert es für diese Website.
  • Das Datum wird bei jeder Kleinigkeit aktualisiert, etwa wenn sich die Seitenleiste ändert. Auch dann verliert das Feld seinen Wert.

Richtig ist: lastmod ändert sich, wenn sich der Hauptinhalt ändert. Ein korrigierter Tippfehler zählt nicht, ein neuer Abschnitt schon. Die meisten CMS machen das von Haus aus richtig, solange kein Plugin dazwischenfunkt.

Einreichen bei Google

Drei Schritte, einmalig:

  1. Adresse der Sitemap herausfinden, meist beispiel.ch/sitemap.xml. In WordPress erzeugen SEO-Plugins sie, in Wix und Shopify ist sie eingebaut.
  2. In der Search Console unter «Sitemaps» die Adresse eintragen und senden. Der Bericht zeigt danach, ob Google sie lesen konnte und wie viele Adressen gefunden wurden.
  3. In der robots.txt eine Zeile «Sitemap: https://beispiel.ch/sitemap.xml» ergänzen. So finden auch andere Suchmaschinen und KI-Crawler die Datei.

Danach müssen Sie nichts mehr tun. Neue Beiträge landen automatisch in der Sitemap, Google liest sie regelmässig neu.

Häufige Fehler

  • Seiten mit noindex in der Sitemap: Sie sagen Google gleichzeitig «nimm sie» und «nimm sie nicht». Die Search Console meldet das als Fehler.
  • Weiterleitungen in der Sitemap: typisch nach einem Relaunch, wenn die alte Sitemap weiterläuft. Google folgt der Weiterleitung, aber die Datei verliert an Glaubwürdigkeit.
  • Zwei Sitemaps mit unterschiedlichem Inhalt: etwa die eingebaute von WordPress und die des SEO-Plugins. Eine davon abschalten.
  • http-Adressen in der Sitemap einer https-Website: entsteht bei alten Einstellungen, jede Adresse ist dann eine Weiterleitung.
  • Entwicklungsumgebung in der Sitemap: Adressen mit «staging» oder «dev» gehören nie hinein.
  • Sitemap seit Monaten nicht neu erzeugt: bei statischen Websites, die von Hand gepflegt werden, fehlen dann alle neuen Seiten.

Was die Sitemap nicht kann

Sie ersetzt keine internen Links. Eine Seite, die nur in der Sitemap steht, aber von keiner anderen Seite verlinkt ist, bleibt oft im Status «Gefunden, zurzeit nicht indexiert». Sie beschleunigt die Indexierung nicht erzwingbar, sie verbessert kein Ranking, und sie korrigiert keine technischen Sperren. Wenn eine Seite trotz korrekter Sitemap nicht erscheint, liegt der Grund woanders; die Reihenfolge der Massnahmen steht unter Seite wird nicht indexiert.

Was Sie daraus machen

Rufen Sie Ihre Sitemap einmal im Browser auf und lesen Sie zwanzig Adressen durch. Steht dort etwas, das nicht in die Trefferliste gehört, oder fehlt der letzte Blogbeitrag? Dann korrigieren Sie die Einstellung im CMS. Reichen Sie die Datei in der Search Console ein, ergänzen Sie die Zeile in der robots.txt, und prüfen Sie den Sitemap-Bericht nach jedem Relaunch und sonst einmal im Quartal.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Sitemap, wenn meine Website nur zehn Seiten hat?

Zwingend nicht, Google findet zehn verlinkte Seiten auch ohne. Schaden tut sie aber nicht, und sobald ein Blog dazukommt, ist sie nützlich, weil neue Beiträge darüber schneller bekannt werden. Da jedes CMS sie automatisch erzeugt, gibt es keinen Grund, darauf zu verzichten.

Wo finde ich die Sitemap meiner Website?

Versuchen Sie beispiel.ch/sitemap.xml, bei WordPress ohne SEO-Plugin beispiel.ch/wp-sitemap.xml, bei Wix und Shopify ebenfalls /sitemap.xml. Oft ist auch in der robots.txt unter beispiel.ch/robots.txt eine Zeile «Sitemap:» mit der Adresse eingetragen. Wenn nichts davon antwortet, erzeugt Ihr CMS keine, und ein Plugin oder eine Einstellung fehlt.

Soll ich Bilder und Videos in die Sitemap aufnehmen?

Für die meisten KMU-Websites ist das unnötig, Google findet Bilder über die Seiten. Es gibt eigene Erweiterungen für Bild- und Video-Sitemaps, die bei Portalen mit tausenden Medien helfen. Ein Handwerksbetrieb mit zweihundert Fotos braucht das nicht.

Warum zeigt die Search Console weniger indexierte Seiten als die Sitemap enthält?

Das ist normal. Die Sitemap ist ein Vorschlag, Google entscheidet über jede Adresse selbst. Die Differenz steht im Bericht «Seiten» mit Grund, etwa «Gefunden, zurzeit nicht indexiert» oder «Duplikat». Erst wenn die Lücke gross ist oder wächst, lohnt sich die Fehlersuche.

Quellen

Marco Schulz · Gründer BlogPilot, Kreuzlingen · schreibt seit 2023 über Sichtbarkeit in Google und KI-Suche

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