Ein Marketingbudget für ein Schweizer KMU wird meist als Prozentsatz vom Umsatz geplant; häufig genannte Richtwerte liegen bei zwei bis zehn Prozent, je nach Branche und Wachstumsziel, belegt durch eine amtliche Statistik sind sie nicht. Wichtiger als die Höhe ist die Reihenfolge: zuerst eine funktionierende Website, dann das Google-Unternehmensprofil, dann regelmässige Inhalte, erst danach bezahlte Anzeigen. Mit CHF 1'500 pro Monat lässt sich diese Reihenfolge vollständig abdecken, wie die Beispielrechnung auf dieser Seite zeigt.
«Wie viel sollen wir für Marketing ausgeben?» ist die falsche erste Frage. Die richtige lautet: «Wofür zuerst?» Ein KMU mit CHF 1’000 pro Monat, das in der richtigen Reihenfolge investiert, erreicht mehr als eines mit CHF 5’000, das bei Anzeigen beginnt und bei der Website spart. Diese Seite liefert Richtwerte zur Höhe, eine Reihenfolge für die Verwendung und eine Beispielrechnung.
Faustregeln zur Höhe: brauchbar, aber nicht belegt
In der Beratungspraxis kursieren Prozentsätze vom Umsatz. Sie sind nützlich als Startpunkt, aber Sie sollten wissen, dass es dafür keine amtliche Statistik für Schweizer KMU gibt. Das Bundesamt für Statistik erhebt keine Marketingquoten, und Branchenverbände publizieren höchstens Schätzungen.
| Situation | Häufig genannter Richtwert | Einordnung |
|---|---|---|
| Etablierter Betrieb, volle Auftragsbücher, Stammkunden | 2 bis 5 Prozent vom Umsatz | Erhalt der Sichtbarkeit, Ersatz für natürliche Kundenabgänge |
| Betrieb mit Wachstumsziel oder neuem Standort | 5 bis 10 Prozent | Aufbau neuer Kundengruppen braucht Vorlauf |
| Neugründung ohne Umsatzbasis | Fester Betrag pro Monat statt Prozent | Vom Ziel her rechnen: wie viele Kunden bis wann |
| Betrieb mit hohem Auftragswert (Bau, Immobilien, Beratung) | Tendenziell am unteren Rand | Ein einziger Auftrag deckt oft das Jahresbudget |
Die Prozentregel hat einen Haken: Sie koppelt das Marketing an den Umsatz, obwohl Marketing den Umsatz erst erzeugen soll. Wer wenig Umsatz hat, gibt wenig aus und bleibt klein. Deshalb empfiehlt sich für kleine Betriebe die Rechnung von der anderen Seite: Was ist ein neuer Kunde über seine Lebensdauer wert, und wie viele brauchen Sie pro Jahr?
Beispielrechnung: Eine Sanitärfirma gewinnt mit einem Neukunden im Schnitt einen ersten Auftrag von CHF 3’000 und über fünf Jahre Folgeaufträge von weiteren CHF 4’000. Wenn das Marketing zehn Prozent dieses Werts kosten darf, sind das CHF 700 pro gewonnenem Kunden. Bei zwei Neukunden pro Monat liegt das sinnvolle Budget bei rund CHF 1’400. Diese Zahlen sind erfunden, die Methode ist übertragbar.
Die Reihenfolge: was zuerst bezahlt wird
Marketingausgaben bauen aufeinander auf. Jeder Franken für eine spätere Stufe ist verschwendet, wenn die frühere nicht steht.
| Stufe | Posten | Warum an dieser Stelle |
|---|---|---|
| 1 | Website, die funktioniert | Jeder andere Kanal führt hierher. Veraltet, langsam oder ohne klaren Kontaktweg: alles danach verpufft |
| 2 | Google-Unternehmensprofil | Kostenlos, entscheidet über die Kartenanzeige bei lokalen Suchen, oft der erste Kontakt |
| 3 | Regelmässige Inhalte | Blogbeiträge und Ratgeberseiten bauen Sichtbarkeit auf, die bleibt, wenn Sie nicht mehr zahlen |
| 4 | Bezahlte Anzeigen | Beschleuniger für Themen, bei denen Inhalte noch nicht ranken, oder für saisonale Spitzen |
| 5 | Social Media, Messen, Print | Je nach Branche, aus bestehenden Inhalten gespeist |
Stufe 2 kostet kein Geld, nur eine Stunde Einrichtung und danach monatliche Pflege. Die Anleitung steht unter Google Unternehmensprofil optimieren. Stufe 3 und 4 konkurrieren oft um dasselbe Geld; der Vergleich über zwölf Monate unter Blog oder Google Ads zeigt, warum Inhalte langfristig günstiger sind und Anzeigen kurzfristig schneller.
Beispielbudget: CHF 1’500 pro Monat
Beispielrechnung für einen Handwerksbetrieb mit acht Mitarbeitenden, bestehender Website und regionaler Kundschaft. Alle Beträge sind Annahmen zur Veranschaulichung, ausser den genannten BlogPilot-Preisen, die dem Stand Oktober 2026 entsprechen.
| Posten | CHF pro Monat | Bemerkung |
|---|---|---|
| Website-Pflege und Hosting | 150 | Updates, Sicherheit, kleine Anpassungen; Annahme |
| Google-Unternehmensprofil | 0 | Eigene Zeit: eine Stunde pro Monat für Fotos, Beiträge, Antworten auf Bewertungen |
| Regelmässige Fachbeiträge | 199 | Beispiel: Paket Starter mit einem Beitrag pro Woche, exkl. MwSt |
| Google Ads für zwei Kernleistungen | 800 | Klickbudget, Annahme; Verwaltung selbst oder über Agentur |
| Reserve für Fotos, Drucksachen, Kleinaufträge | 350 | Annahme |
| Summe | 1’500 |
Nach sechs Monaten sieht die Verteilung anders aus: Wenn die Fachbeiträge für die Kernleistungen auf Seite 1 stehen, kann das Anzeigenbudget sinken oder auf neue Themen wandern. Erfahrungswerte dazu: erste Bewegung in den Rankings nach sechs bis acht Wochen, spürbar mehr Anfragen meist ab dem vierten Monat. Was Inhalte in den verschiedenen Modellen kosten, zeigt die Seite Was kostet ein KI-Blog?; eine Übersicht zu Agenturpreisen liefert die Antwortseite Was kostet SEO in der Schweiz?
Die vergessene Position: eigene Arbeitszeit
Die meisten KMU-Budgets führen nur externe Kosten auf. Die Stunden des Geschäftsführers, der abends Beiträge schreibt oder Anzeigen einstellt, fehlen. Rechnen Sie sie mit einem internen Stundensatz ein. Dann zeigt sich oft, dass Selbermachen die teuerste Variante ist, besonders wenn die Beiträge wegen Zeitmangel ausbleiben. Die ehrliche Gegenüberstellung steht unter Selbst schreiben oder System.
Was nicht ins Budget gehört
- Rankingversprechen: Angebote, die eine Platzierung garantieren, sind unseriös. Niemand kann Google-Ergebnisse garantieren.
- Reichweite ohne Ziel: Follower, Likes und Impressionen sind keine Anfragen. Bezahlen Sie nur für Massnahmen, deren Wirkung Sie an Anfragen oder Aufträgen messen können.
- Werkzeuge ohne Bediener: Ein Analysetool, das niemand liest, oder eine Software, die niemand pflegt, kostet Geld und bringt nichts.
- Dauerhafte Anzeigen für Dauerthemen: Was Kunden das ganze Jahr suchen, gehört in Inhalte, nicht in Klickbudget.
Das Budget überprüfen
Legen Sie pro Posten eine Kennzahl fest und prüfen Sie sie quartalsweise:
- Website: Anfragen über Formular und Telefon, Ladezeit, Erreichbarkeit.
- Unternehmensprofil: Anrufe, Routenanfragen, Bewertungen (im Profil einsehbar).
- Inhalte: Besucher aus der Suche und Impressionen pro Beitrag in der Search Console.
- Anzeigen: Kosten pro Anfrage, nicht Kosten pro Klick.
Ein Posten, der nach sechs Monaten keine messbare Wirkung zeigt, wird gekürzt oder umgebaut. Ein Posten, der wirkt, bekommt mehr. So wächst das Budget mit dem Erfolg statt mit dem Umsatz des Vorjahres.
Häufige Fragen
Wie viel Prozent vom Umsatz sollte ein KMU für Marketing ausgeben?
Als Faustregel kursieren zwei bis fünf Prozent für etablierte Betriebe mit Stammkundschaft und fünf bis zehn Prozent für Firmen, die wachsen oder neu starten. Das sind Richtwerte aus der Beratungspraxis, keine belegten Durchschnittswerte für die Schweiz. Rechnen Sie lieber von der Frage her: Was kostet ein neuer Kunde, und wie viele brauchen Sie?
Soll ich mit Google Ads anfangen, weil das sofort wirkt?
Anzeigen bringen schnell Besucher, aber nur, solange Sie bezahlen, und nur auf eine Website, die überzeugt. Wer Anzeigen auf eine veraltete Website schaltet, bezahlt für Besucher, die wieder gehen. Deshalb kommen Website und Unternehmensprofil zuerst, Anzeigen als Beschleuniger danach.
Zählt meine eigene Arbeitszeit zum Marketingbudget?
Sie sollte. Wenn der Geschäftsführer jede Woche drei Stunden Beiträge schreibt, kostet das bei einem internen Stundensatz von CHF 100 rund CHF 1'200 pro Monat, oft mehr als eine externe Lösung. Diese Rechnung entscheidet häufig darüber, ob Selbermachen oder Auslagern günstiger ist.
Wie merke ich, ob das Budget richtig eingesetzt ist?
Legen Sie pro Posten eine messbare Grösse fest: Anfragen über das Kontaktformular, Anrufe aus dem Unternehmensprofil, Besucher aus der Suche in der Search Console. Prüfen Sie quartalsweise. Posten ohne messbare Wirkung nach sechs Monaten werden gekürzt oder umgebaut.