E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness: Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Es ist ein Rahmen aus Googles Richtlinien für menschliche Qualitätsprüfer, mit dem diese einschätzen, ob Inhalte glaubwürdig sind. Ein messbarer Wert oder direkter Rankingfaktor ist es nicht.
Was E-E-A-T bedeutet
Google beschäftigt Qualitätsprüfer, die Suchergebnisse nach einem öffentlichen Leitfaden beurteilen. Ein zentrales Konzept darin ist E-E-A-T. Die vier Buchstaben stehen für:
- Experience (Erfahrung): Hat die Person den Inhalt selbst erlebt oder gemacht? Ein Maler, der über Fassadenfarben schreibt, hat sie verarbeitet.
- Expertise (Fachwissen): Weiss die Person, wovon sie spricht? Ausbildung, Berufsjahre, Spezialisierung.
- Authoritativeness (Autorität): Wird die Person oder Firma von anderen als Anlaufstelle anerkannt? Verbände, Medien, Verlinkungen.
- Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit): Sind Absender, Kontakt und Angaben nachprüfbar? Google bezeichnet diesen Punkt als den wichtigsten.
Google hält ausdrücklich fest, dass E-E-A-T kein Rankingfaktor und kein Score ist. Die Beurteilungen der Prüfer fliessen nicht direkt ins Ranking ein, sondern helfen Google zu messen, ob seine Systeme das Richtige belohnen. Die Systeme selbst suchen nach Signalen, die mit diesen Eigenschaften zusammenhängen. Was Google unter hilfreichen Inhalten versteht, beschreibt die Seite Hilfreiche Inhalte.
Ein Beispiel aus dem KMU-Alltag
Eine Zahnarztpraxis in Weinfelden veröffentlicht einen Beitrag über Implantate. Erste Fassung: kein Autor, keine Adresse im Text, allgemeine Aussagen, Stockfoto. Der Text könnte von überall stammen.
Zweite Fassung: Der Beitrag nennt die behandelnde Zahnärztin mit Titel und Spezialisierung, beschreibt den Ablauf so, wie er in dieser Praxis stattfindet, nennt Preisspannen und die Anzahl Eingriffe pro Jahr, zeigt ein Foto aus dem Behandlungszimmer und verlinkt auf die Praxisseite mit Adresse, Telefon und Bewertungen. Nichts davon ist Marketing. Es sind die Angaben, die ein Patient am Telefon auch erfragen würde. Genau diese Angaben machen die Seite für Google und für KI-Systeme glaubwürdig.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Viele KMU haben alle vier Eigenschaften und zeigen keine davon. Die Erfahrung steckt im Team, das Fachwissen in den Köpfen, die Autorität in Verbandsmitgliedschaften und Referenzen, die Vertrauenswürdigkeit in der realen Adresse. Auf der Website steht «Wir sind Ihr kompetenter Partner».
E-E-A-T sichtbar zu machen heisst, diese Belege auf die Website zu holen: Autorennamen mit Qualifikation, eine ehrliche Über-uns-Seite, konkrete Zahlen aus dem Betrieb, Fotos aus dem Alltag, vollständige Kontaktdaten. Das sind dieselben Punkte, die auch die AEO-Checkliste verlangt, denn KI-Systeme fragen beim Zitieren dasselbe: Wer sagt das, und warum soll ich es glauben?
Häufige Missverständnisse
E-E-A-T lässt sich mit Markup einbauen. Strukturierte Daten für Autor und Organisation helfen beim Verständnis, ersetzen aber nicht den sichtbaren Beleg. Ein Name im Code ohne Name auf der Seite bringt nichts.
E-E-A-T betrifft nur Medizin und Finanzen. Google gewichtet es dort besonders stark, weil Fehler Menschen schaden können. Vertrauen ist aber für jede Branche ein Kriterium, auch für Schreinereien und Gartenbau.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen E-A-T und E-E-A-T?
Google hat im Dezember 2022 das zweite E für Experience ergänzt. Damit wird zusätzlich zum Fachwissen gewürdigt, ob jemand aus eigener Erfahrung schreibt, etwa ein Handwerker über ein Material, das er täglich verarbeitet. Für KMU ist das ein Vorteil, weil sie genau diese Erfahrung haben.
Gibt es einen E-E-A-T-Score, den ich prüfen kann?
Nein. Google schreibt, dass E-E-A-T selbst kein Rankingfaktor ist, sondern ein Konzept, nach dem Qualitätsprüfer Suchergebnisse beurteilen. Diese Urteile helfen Google, seine Systeme zu verbessern. Werkzeuge, die einen E-E-A-T-Wert ausweisen, schätzen etwas, das Google nicht als Zahl führt.
Was ist der wichtigste der vier Buchstaben?
Google nennt in seinen Richtlinien die Vertrauenswürdigkeit als wichtigstes Element. Erfahrung, Fachwissen und Autorität sind Wege, dieses Vertrauen zu belegen. Eine Seite ohne erkennbaren Absender, ohne Kontaktdaten und ohne nachprüfbare Angaben fällt hier durch, egal wie gut der Text ist.