Ein Backlink ist ein Link, der von einer fremden Website auf die eigene führt. Suchmaschinen werten ihn als Empfehlung: Wer von glaubwürdigen Seiten verlinkt wird, gilt selbst als glaubwürdiger. Entscheidend ist die Qualität und thematische Nähe der verlinkenden Seite, nicht die Anzahl der Links.
Was Backlink bedeutet
Wenn die Website eines Berufsverbands auf die Website eines Mitgliedsbetriebs verlinkt, ist das für den Betrieb ein Backlink. Google wertet solche Links seit seinen Anfängen als Signal: Eine Seite, auf die viele andere verweisen, ist vermutlich nützlich. Backlinks sind damit ein Teil dessen, was SEO ausmacht, neben Technik und Inhalt.
Nicht jeder Link zählt gleich. Google gewichtet, woher er kommt. Ein Link von einer thematisch passenden, selbst gut verlinkten Seite wiegt mehr als hundert Links aus Linkverzeichnissen, die niemand liest. Massgebend sind:
- Thematische Nähe: Ein Holzlieferant, der auf eine Schreinerei verlinkt, passt. Ein Casino-Blog passt nicht.
- Vertrauenswürdigkeit der Quelle: Verbände, Medien, Behörden, etablierte Firmen.
- Position und Kontext: Ein Link im Fliesstext eines Artikels wiegt mehr als einer im Footer.
- Ankertext: Der klickbare Text sollte zum Inhalt der Zielseite passen, ohne künstlich zu wirken.
Ein Beispiel aus dem KMU-Alltag
Eine Schreinerei in Bischofszell erhält per E-Mail ein Angebot: 500 Backlinks für CHF 150, Lieferung innert einer Woche. Gleichzeitig hat sie drei Links, die von selbst entstanden sind: vom Holzlieferanten, der sie als Referenz nennt, von der Gemeinde, weil sie den Dorfbrunnen restauriert hat, und vom kantonalen Schreinerverband.
Die drei Links sind wertvoll. Sie kommen von Seiten, die Google kennt und denen es vertraut, und sie passen zum Thema. Die 500 gekauften Links kämen von Seiten, die nur zu diesem Zweck existieren. Google beschreibt in seinen Spamrichtlinien, dass der Kauf von Links, die das Ranking beeinflussen sollen, gegen die Richtlinien verstösst und zu Massnahmen gegen die Website führen kann. Die Schreinerei löscht die E-Mail und meldet sich stattdessen beim Verband für ein Porträt.
Warum das für Ihr Unternehmen zählt
Backlinks sind der Teil der Suchmaschinenoptimierung, den Sie am wenigsten direkt steuern können, und zugleich einer der stärksten Vertrauensbeweise. Ein KMU braucht keine hunderte. Eine Handvoll Links aus dem eigenen Umfeld, Verband, Lieferanten, Partner, lokale Medien, hat oft mehr Wirkung als jede gekaufte Liste.
Der verlässlichste Weg zu Backlinks führt über Inhalte, die andere zitieren wollen: Preisübersichten, Anleitungen, Vergleiche. Dazu gehören saubere Einträge in Branchenverzeichnissen, die zwar wenig Gewicht bringen, aber die Firma eindeutig identifizieren.
Häufige Missverständnisse
Mehr Backlinks sind immer besser. Viele Links aus schlechten Quellen können der Website schaden statt nützen. Qualität schlägt Menge.
Backlinks kaufen ist eine Abkürzung. Es ist ein Verstoss gegen Googles Richtlinien mit dokumentierten Folgen. Die Wirkung ist kurz, der Schaden kann lange bleiben.
Ohne Backlinks geht nichts. Für lokale Suchen und konkrete Fragen ranken KMU-Seiten regelmässig mit wenigen oder gar keinen externen Links, wenn der Inhalt die Frage besser beantwortet als die Konkurrenz.
Häufige Fragen
Wie bekommt ein KMU seriös Backlinks?
Über Beziehungen, die es ohnehin gibt: Lieferanten und Partner, die auf Referenzen verlinken, Berufsverbände mit Mitgliederlisten, die Gemeinde bei lokalen Anlässen, Branchenverzeichnisse mit redaktioneller Prüfung. Dazu Inhalte, die andere gerne zitieren, etwa Preisübersichten oder Anleitungen. Das geht langsamer als Kaufen, hält aber.
Was ist ein nofollow-Link?
Ein Link mit dem Attribut nofollow sagt Google, dass die verlinkende Seite keine Empfehlung aussprechen will, etwa bei Werbung oder Nutzerkommentaren. Google behandelt das Attribut als Hinweis. Solche Links bringen trotzdem Besucher und Bekanntheit, nur weniger direktes Gewicht.
Wie sehe ich, wer auf meine Website verlinkt?
Die Search Console zeigt unter «Links» die externen Seiten, die Google kennt, inklusive der am häufigsten verlinkten Zielseiten und Ankertexte. Das ist kostenlos und genügt für die meisten KMU. Kommerzielle Werkzeuge liefern mehr Details, aber keine andere Grundwahrheit.