Periodenunterwäsche im Trend, aber nicht alles ist gold, was glänzt
Immer mehr Frauen, die ich begleite, erzählen mir, dass sie auf Periodenunterwäsche umgestiegen sind. Verständlich, schliesslich spart sie Abfall, Geld und ist angenehm zu tragen. Was viele aber nicht wissen, einige Modelle enthalten PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien. Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen, denn der Zyklus ist für mich ein wertvoller Gesundheitsindikator, und was wir an unseren Körper lassen, spielt dabei eine grosse Rolle.
Was sind PFAS überhaupt?
PFAS steht für per und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Das sind künstlich hergestellte Chemikalien, die wasser, fett und schmutzabweisend wirken. Du findest sie in Pfannen, Outdoorjacken und eben auch in saugfähiger Funktionswäsche. Das Problem, PFAS bauen sich in der Natur kaum ab und reichern sich im Körper über Jahre an. Darum nennt man sie auch Forever Chemicals.
Warum stecken PFAS ausgerechnet in Periodenunterwäsche?
Die saugstarke Schicht in Periodenunterwäsche muss Flüssigkeit aufnehmen und trotzdem trocken an der Haut anfühlen. PFAS eignen sich dafür technisch sehr gut, weil sie Feuchtigkeit und Gerüche gut binden. Gerade bei günstigeren Modellen oder solchen ohne unabhängige Prüfsiegel kommen sie deshalb häufiger zum Einsatz, als man denkt.
Was PFAS im Körper auslösen können
Die Schleimhaut im Intimbereich ist besonders aufnahmefähig, das weiss ich aus meiner Arbeit als Hebamme und Zyklusmentorin nur zu gut. Über diesen direkten Kontakt können PFAS leichter in den Körper gelangen als über die Haut an anderen Körperstellen. Studien bringen PFAS mit folgenden Auswirkungen in Verbindung:
- Störungen im Hormonhaushalt, da PFAS wie hormonähnliche Stoffe wirken können
- Belastung der Schilddrüse, die eng mit deinem Zyklus zusammenhängt
- Einfluss auf die Fruchtbarkeit und den Schwangerschaftsverlauf
- Schwächung des Immunsystems
- Erhöhtes Risiko für gewisse Stoffwechselerkrankungen
Gerade weil Hormone, Zyklus und Fruchtbarkeit so eng miteinander verwoben sind, lohnt es sich, hier genauer hinzuschauen. Eine einzelne Slip wird dich nicht krank machen, aber die dauerhafte, tägliche Belastung über Jahre ist es, die mir Sorgen bereitet.
Worauf du beim Kauf achten kannst
Du musst jetzt nicht in Panik verfallen, ein paar einfache Punkte helfen dir schon sehr weiter.
- Achte auf unabhängige Zertifizierungen wie Oeko Tex Standard 100 oder GOTS
- Frage beim Hersteller gezielt nach, ob die Wäsche PFAS frei hergestellt wird
- Wähle Naturfasern wie Bio Baumwolle als saugende Schicht
- Wechsle zwischendurch zu klassischen Bio Binden oder einer Menstruationstasse
- Wasche Periodenunterwäsche nach Herstellerangaben, um die Funktionsschicht nicht unnötig zu belasten
Fazit
Periodenunterwäsche kann eine wunderbare, nachhaltige Lösung für deine Tage sein, solange sie sauber produziert ist. Als Hebamme und Zyklusmentorin ist es mir wichtig, dass du deinen Körper ganzheitlich verstehst, auch im Hinblick auf das, was täglich mit deiner Haut in Kontakt kommt. Wenn du unsicher bist oder deine Hormone und dein Zyklus einmal genauer unter die Lupe nehmen möchtest, begleite ich dich gerne persönlich und auf Augenhöhe. Melde dich einfach bei mir, ich freue mich auf den Austausch mit dir.
Häufige Fragen
Sind alle Periodenunterwäsche Marken mit PFAS belastet?
Nein, längst nicht alle. Viele Hersteller stellen mittlerweile bewusst PFAS freie Produkte her und lassen diese unabhängig testen. Schau einfach auf der Verpackung oder der Herstellerseite nach entsprechenden Zertifikaten.
Wie wirken sich PFAS konkret auf meinen Zyklus aus?
PFAS können hormonähnlich wirken und so den fein abgestimmten Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Das kann sich in unregelmässigen Zyklen, stärkeren Beschwerden oder auch in der Fruchtbarkeit bemerkbar machen. Als Zyklusmentorin schaue ich mit dir gerne genauer hin, falls dir etwas auffällt.
Welche Alternative zu Periodenunterwäsche gibt es, wenn ich unsicher bin?
Bio Baumwollbinden, Organic Schwamm, eine Menstruationstasse oder Disk aus medizinischem Silikon oder Periodenunterwäsche mit nachgewiesener PFAS Freiheit sind gute Alternativen. Am besten probierst du aus, was sich für deinen Körper und deinen Alltag am stimmigsten anfühlt.