Periodenunterwäsche, ein Thema, das mich auch in der Praxis beschäftigt
Immer wieder fragen mich Frauen in meiner Hormonberatung, ob Periodenunterwäsche eigentlich sicher ist. Kein Wunder, denn in den letzten Jahren tauchten immer wieder Berichte auf, wonach in gewissen Produkten Schadstoffe gefunden wurden. Da ich den Zyklus als wertvollen Gesundheitsindikator sehe und mir eine ganzheitliche Begleitung wichtig ist, möchte ich dir hier einen ehrlichen Überblick geben, was Studien wirklich zeigen und worauf du achten kannst.
Was genau sind die Schadstoffe, um die es geht
Im Zentrum der Diskussion stehen vor allem sogenannte PFAS, also per und polyfluorierte Chemikalien. Diese werden in der Textilindustrie gerne eingesetzt, weil sie Stoffe wasser und fleckabweisend machen, genau das, was man sich bei Periodenunterwäsche wünscht. Das Problem dabei: PFAS gelten als sehr langlebig in der Umwelt und stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Genau das macht sie für mich als Hormonberaterin besonders relevant, denn dein Hormonsystem reagiert sensibel auf äussere Einflüsse.
Was zeigen die Studien wirklich
Mehrere unabhängige Untersuchungen aus den letzten Jahren haben Periodenunterwäsche verschiedener Marken auf PFAS getestet. Das Ergebnis war unterschiedlich: Manche Produkte wiesen messbare Mengen an fluorierten Verbindungen auf, andere nicht. Wichtig zu wissen ist, dass die Hersteller teilweise reagiert haben und ihre Produktionsprozesse angepasst haben. Es gibt also nicht die eine Wahrheit, sondern ein Bild, das sich je nach Marke und Produktionszeitpunkt stark unterscheidet. Aussagekräftige Studien zeigen zudem, dass nicht nur der Stoff selbst, sondern vor allem die saugfähige Mittelschicht betroffen sein kann, also genau der Bereich, der direkt mit deiner Haut und Schleimhaut in Kontakt kommt.
Warum das für deinen Körper relevant ist
Deine Vaginalschleimhaut ist sehr aufnahmefähig, mehr noch als normale Haut. Das heisst, was dort aufliegt, kann unter Umständen leichter in deinen Körper gelangen. Gerade während der Periode, wenn die Schleimhaut zusätzlich empfindlicher ist, lohnt es sich daher, genauer hinzuschauen. Das soll dir keine Angst machen, sondern dir helfen, bewusste Entscheidungen zu treffen, so wie ich es auch in meiner Arbeit als Hebamme und Zyklusmentorin immer wieder begleite.
Worauf du beim Kauf achten kannst
- Achte auf Produkte, die ausdrücklich als PFAS frei deklariert sind
- Informiere dich, ob unabhängige Labortests veröffentlicht wurden
- Bevorzuge Marken, die transparent über ihre Materialien und Produktion informieren
- Wasche neue Periodenunterwäsche vor dem ersten Tragen gründlich
- Wechsle die Unterwäsche regelmässig, auch wenn sie als saugfähig für mehrere Stunden beworben wird
Alternativen und ein ganzheitlicher Blick
Periodenunterwäsche ist eine tolle, nachhaltige Option, aber sie muss nicht die einzige sein. Menstruationstassen, Menstruationsdisk, Organic Schwämme, Stoffbinden aus zertifizierter Bio Baumwolle oder auch klassische Binden ohne synthetische Zusätze können je nach Lebensphase und Bedürfnis genauso passend sein. Wichtig ist mir, dass du eine Lösung findest, die sich für dich und deinen Zyklus stimmig anfühlt, ganz im Sinne eines achtsamen Umgangs mit deinem Körper.
Fazit
Die Studienlage zu Schadstoffen in Periodenunterwäsche zeigt kein einheitliches Bild, aber sie zeigt deutlich, dass es Unterschiede zwischen den Marken gibt und dass es sich lohnt, bewusst auszuwählen. Ein genauerer Blick auf Herkunft, Materialien und Testergebnisse gibt dir mehr Sicherheit. Wenn du mehr über deinen Zyklus, deine Hormongesundheit oder die passenden Produkte für deine Lebensphase erfahren möchtest, begleite ich dich gerne in einer 1:1 online Hormonberatung.
Häufige Fragen
Sind alle Marken von Periodenunterwäsche mit Schadstoffen belastet
Nein, die Untersuchungen zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Herstellern. Manche Marken haben ihre Produktion bereits angepasst und bieten nachweislich PFAS freie Produkte an. Es lohnt sich daher, gezielt nach Testberichten oder Zertifikaten zu schauen.
Wie erkenne ich schadstofffreie Periodenunterwäsche
Achte auf eine klare Deklaration ohne PFAS oder Fluorchemikalien sowie auf unabhängige Labortests, die der Hersteller veröffentlicht. Transparente Angaben zu Material und Herkunft sind ein gutes Zeichen für ein durchdachtes Produkt.
Welche Alternativen gibt es, wenn ich unsicher bin
Menstruationstassen, Disk, organic Schwamm oder Stoffbinden aus zertifizierter Bio Baumwolle sind gute Alternativen ohne die typischen Beschichtungen der Periodenunterwäsche. Welche Lösung am besten zu dir passt, hängt von deinem Zyklus und deinem persönlichen Empfinden ab, darüber spreche ich gerne mit dir in einer Beratung.